Liebesbrief an meinen ersten Ehemann

Liebe

Heute erwachte ich ganz still. Und wusste noch nicht, dass ich mich hineinfließen lassen werde, in die Erinnerung an unsere Liebe.

Die Dunkelheit des Nachthimmels verabschiedete sich langsam.

Der Sonnenaufgang kündigte sich an mit einem sanften hellblau und rosa.

Ich saß mit meinem Morgenkaffee am Fenster und freute mich über die Stille und die Schönheit des frühen morgens.

Und sanft wie das hellblau des Morgenhimmels stiegen Erinnerungen in mir hoch.

 

Ich erinnere mich an dich.

Ich erinnere mich an dich – meine erste große Liebe.

Ich war 14, und du 15, als unsere Liebe begann.

Als wir heirateten, war ich 18, und du 19.

 

Ich war sehr stolz auf meinen großen, starken und schönen Mann. Du warst der Anführer der Clique, in die du mich aufgenommen hattest.

Ich bin 159 cm groß, und du warst 191. Ein blonder Riese.

Im Stehen konnte ich meinen Kopf in deine Armbeuge schmiegen.

Wenn du mich umarmtest, verschwand ich zur Gänze in deinen kraftvollen, muskulösen Armen. Ich habe es genossen. Ach, wie habe ich es genossen.

Du hattest den schönsten Mund, den ich je gesehen und geküsst habe. Dein Kuss, deine perfekt geschwungenen, vollen Lippen ließen mich bei jedem deiner Küsse schmelzen.

Ich liebte deine Stimme, dein Lachen, das meine Schmetterlinge im Bauch aufflattern ließ zu einem wilden Tanz. Immer wieder. Und immer wieder neu.

Du liebtest meinen Leib und ich deinen.

Zärtlich waren wir in der Zeit der ersten Liebe, sehr zärtlich, als wir unsere Leiber entdeckten. Und stürmisch später, als wir uns kannten und vertrauten.

Die Lust, dich anzusehen und zu lachen, aus Freude, dass es dich gab.

 

Vor einem Jahr bist du gestorben.

Dass ich dich noch immer liebte, wusste ich immer.

Wie sehr ich dich noch liebe, weiß ich erst, seit deinem Tod.

 

Muss ich immer erst verlieren, dass ich weiß, wie sehr ich einen Menschen liebe?

Ich liebe dich noch immer.

Und doch musste ich dich verlassen, weil du meine erwachende Stärke nicht aushieltest.

Sie machte dir Angst. Sie passte nicht in dein Frauenbild.

In das Bild, das du dir von mir gemacht hattest.

Du wolltest dir deine Frau erschaffen, so wie du sie haben möchtest. Schriebst du mir einmal. Damals war ich damit einverstanden. Ich glaubte, es müsste so sein.

 

Wir bekamen unser Kind aus den falschen Gründen.

Unser Kind zu bekommen, war nicht falsch.

Die Gründe waren falsch.

Wir waren jung, sehr jung. 18 und 19 Jahre alt.

Wir glaubten, wir seien erwachsen.

Doch wir waren es nicht.

Wir konnten uns gegenüber unseren Eltern nicht durchsetzen.

Wir hatten unsere eigenen Pläne für unser Leben.

Doch wir ließen sie bestimmen über unser Leben.

 

Und anstatt selbst zu wachsen, ließen wir ein Kind in mir wachsen.

Und wir glaubten, dies sei die Lösung.

Doch es war ein Irrtum.

Und nicht gut für unsere Tochter.

 

Wir hatten unsere eigene Sprache und unser gemeinsames Leben noch nicht gefunden.

Und dann veränderte ich mich.

Als ich zu wachsen begann, war dies das Ende.

Du begannst, mein Wachstum zu bekämpfen.

Ich war verzweifelt, zornig. Liebte ich dich doch so sehr.

Und doch musste ich gehen.

Trotz meiner tiefen Liebe zu dir.

 

Meine Liebe zu mir selbst, zu meinem eigenen Leben, war stärker.

 

Es gab noch einige Männer in meinem Leben, die ich liebte.

Kleine und große Lieben.

Drei große Lieben waren es, die tiefer waren. Mit einer großen Verbundenheit auf allen Ebenen. Noch heute spürbar.

Eine davon bist du,

Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Ich erinnere mich gerne an die gute Zeit mit dir, die wesentlich länger war, als die Zeit des Zorns und des Leids.

 

Ich erinnere mich an unsere Liebesnächte.

An unsere Leiber, die sich anzogen wie Magneten. Eine magische Anziehung, die so groß war, dass sie untrennbar schien. Damals.

An die funkensprühenden Berührungen unserer Fingerspitzen, die Schauer durch unsere Körper jagten und uns erbeben ließ. Deine geliebten Hände, die mich fassten.

Ein Erbeben im Gleichklang.

Unsere Liebesbewegungen im Gleichklang, währenddessen wir Aug in Aug in unsere Seelen schauten. Und nicht genug bekommen konnten voneinander.

Wie wir uns nicht aus den Augen ließen, um die eigene Lust und die Lust des anderen zu erleben.

Ich kann mich an dein schönes Gesicht im Augenblick deiner Hingabe, dem Dahinschmelzen in deiner größten Lust, erinnern.

 

Wie könnte ich das je vergessen?

Müsste ich da nicht auch mich selbst vergessen?

Wie könnte ich darauf verzichten, die Innigkeit der Liebe und Lust nicht mehr zu spüren?

 

Heute könnte ich dir das alles sagen.

Ich würde dir erzählen, wie sehr ich dich liebe.

Ich würde dir sagen, wie sehr ich es liebe, wie unsere Körper sich kennen.

Wie sehr ich den Geruch deiner Haut; den Klang deiner Stimme, die mich zum Lachen und Weinen bringt; deine Augen, die vor Liebe und Lust Löcher in meine Haut brennen; liebe.

 

Ich erinnere mich.

Ich erinnere mich sehr genau.

Du, meine erste Liebe in meinem Leben.

Ich erinnere mich an dich.

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Über das Altwerden – Pflegeheime und Generationenwechsel

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»Null Prozent der Menschen wollen in ein Pflegeheim, und wenn man es Residenz nennt, wollen es noch weniger!«

(Ein Bericht im Radioprogramm Ö1-Morgenjournal vom 22. 11. 2017)

Bei dieser Aussage stehen sich Heimbefürworter und Heimgegner gegenüber. So manche kommen ins Streiten über diese Aussage. Doch darum geht es gar nicht.

Generationenwechsel

Es geht darum, dass eine neue Generation alt wird, bzw. ist. Meine Generation. Ich bin 1950 geboren und 67 Jahre alt.

Was ich nicht möchte

Die Heime, so wie sie jetzt sind, sind mir zu steril, sie erinnern mich an Krankenhäuser. Ich mag es nicht, wenn die Böden und alles Drumherum glänzen und man stellenweise kleben bleibt, weil dieser Glanz von chemischen Putzmitteln kommt. Ich finde diese Art von Reinlichkeit (nicht wirklich „reinlich“, es ist Chemie) übertrieben, bzw. gesundheitsschädlich. Ein bisschen Schmutz, ein bisschen Staub ist gesünder als Chemie. Beweisen dies doch die vielen Allergien. Besonders auch von Kindern. Kinder sind von sich aus empfindlich. Alte Menschen werden wieder empfindlicher.

Meiner Meinung nach könnte man weniger putzen und dafür mehr miteinander reden.

Die Strukturen sind, so wie in Krankenhäusern auch, nicht auf das Wohlbefinden der Menschen, sondern auf das Funktionieren des Ablaufs ausgerichtet. Diesem Funktionieren wird nicht nur das Wohlbefinden der kranken (Krankenhäuser) und der alten Menschen (Heime) untergeordnet, sondern auch das Wohlbefinden der versorgenden Menschen. Mit meiner Mutter war ich sehr oft in Krankenhäusern und zum Schluss auch im Heim. Wie oft habe ich von Krankenschwestern und Heimpersonal die Klage über die Strukturen gehört.

Diese Strukturen sind nicht auf Individualität eingerichtet. Sie sind für den einzelnen Menschen einschränkend. Ich möchte bis an mein Lebensende selbst über mich bestimmen – solange mir dies körperlich und geistig möglich ist.

Ich möchte z.B. keine bestimmten Essenszeiten, und – ein gesundes Essen. Das Essen ist weder in Krankenhäusern noch in Heimen gesund und zum Teil auch grauslich. Nicht in allen. Aber überwiegend. Ich wundere mich immer wieder, dass es in allen Häusern ErnährungsberaterInnen gibt, dass die aber offensichtlich keinen Einfluss auf die Küche der Häuser haben.

Das Angebot an „Unterhaltung“, das es jetzt gibt, war sogar meiner 85-jährigen Mutter zu öde. Und vieles andere auch noch. Die Generation, die jetzt in den Altersheimen ist, ist es noch gewohnt sich Autoritäten zu fügen und mit sich machen zu lassen. Daher lassen sie auch zu, dass andere, die sich vorstellen, wie die Alten unterhalten werden müssten, ihr Programm machen.
Wenn meine Alt-68er-Generation in „Wohnformen, die noch zu entwickeln sind“ kommt, wird es eher ein Halli-Galli-Selbst-Programm, von denen, deren Gehirnstübchen noch funktioniert.

Ich frage mich, warum so viel Geld für Häuser mit ihren Strukturen ausgegeben wird, wenn offensichtlich dort niemand hin will.

Ich denke, da muss und wird sich viel ändern.

Es wird notwendig sein, andere Formen des Zusammenlebens im Alter zu ermöglichen.

Frau Dr. Michaela Moser von der FH St. Pölten schreibt z.B.: „Interessant und – wie ich denke wegweisend – sind Versuche und Bemühungen betreute Wohnmöglichkeiten in Wohnhäuser zu integrieren, die sehr gemischt bewohnt werden. Da läuft gerade einiges (auch an Forschung bei uns an der FH) und da gibt es noch viel zu entwickeln, auszuprobieren, umzusetzen.

Ja, das denke ich auch, dass es noch viel zu entwickeln, ausprobieren und umzusetzen gibt. Das sollten wir aber nicht  nur den Fachleuten überlassen, sondern diejenigen unter uns, die Zeit haben und die das interessiert, könnten da kräftig mitmischen und sich engagieren.

Abgesehen davon, gibt es bereits einige generationenübergreifende gemeinschaftliche Wohnprojekte in Privatinitiativen, in denen es, durch die Form des Zusammenlebens von mehreren Menschen möglich ist, alte Menschen mitzubetreuen, wenn dies erforderlich ist.

In den bestehenden Kleinfamilien sind es zum Großteil Frauen, die mit Betreuung und Versorgung der alten Eltern oder auch Ehepartnern, überfordert sind. Dass es auch hier Hilfe von Sozialdiensten gibt, wissen viele noch immer nicht. Und viele, die es wissen, nehmen es nicht in Anspruch, weil sie der irrigen Annahme sind, alles selbst machen zu müssen. Oder sie Angst haben, dass die Leute reden. Damit wären wir bei dem Thema der programmierten Frauen und ihren Zwängen. Aber das soll heute nicht das Thema sein.

Ich denke, dass es langsam bei den verantwortlichen PolitikerInnen ankommt, dass hier Handlungsbedarf  besteht. Aber von der Erkenntnis bis zum Handeln ist es auf politischer Ebene ein weiter Weg.

Andere Formen des Lebens / des Zusammenlebens sind erforderlich.

Hier als Beispiele zwei Links über vorbildliche privat initiierte gemeinschaftliche Wohnprojekte:

http://www.pomali.at/index.html

http://www.gartendergenerationen.net/ganzheitlich-wohnen/

Herbstlaub

Tanzendes Herbstlaub

Bei unserem heutigen Hundespaziergang im Regen kamen wir an einer Gartentür vorbei, vor der ein Blätterhaufen lag.
Ich erinnerte mich an die wunderschönen Zeilen einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen.

 

“Ich leide an einer Traurigkeit aus Blättern,
die der Wind gegen die geschlossene Tür weht.

Es ist Herbst und das Laub wirbelt auf.
Als würden alle leeren Tages des Lebens
sich im Garten anhäufen und ihre Vergeudung rascheln.”

 

Gioconda Belli, geboren in Nicaragua. Eine Lyrikerin und Erzählerin mit kraftvoll eindrücklichen Worten, die die Seele schwingen lassen. Mit Intensität und Leidenschaft erzählt sie immer wieder von der Zärtlichkeit und Lust der weiblichen Liebe. Zeitlebens ist sie politisch aktiv und beteiligte sich am Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur ihres Landes

Lebendig leben – eine tägliche Herausforderung

Lebst du noch / bist du noch neugierig – oder versumpfst du in deiner Bequemlichkeit?

Das Thema beschäftigt mich. Besser gesagt, die Frage, warum ich mir gerade das Thema Veränderung für mein erstes Seminarangebot nach langer Zeit ausgesucht habe. Dachte ich doch anfangs ich werde ein Meditationsseminar – „Meditation Alltagstauglich“ – anbieten. Ja, das werde ich auch, aber später.

Erst ist das Thema Veränderung dran. Ein Thema bei dem ich mich sehr gut auskenne. Habe ich doch sehr viele Veränderungen in meinem Leben selbst initiiert (die leichtere Übung), und wenige gibt es, die mir das Leben vorgegeben hat.

Die größte vorgegebene Veränderung ist das Alt-Werden.

Ein Veränderungsprozess der mich überrascht hat und aus meinen bequemen Schuhen katapultiert hat. Aus den vielen Vorstellungen die ich hatte, und die jetzt, in der Realität, ganz anders sind.

Doch da gibt es noch die Themen dahinter, und die möchte ich gerne vermitteln / begleiten / einen Anstoß geben – Wachstum zum Beispiel – oder Lebendigkeit.

Und immer wieder geht es darum, aus der Bequemlichkeit, in der wir uns eines vergangenen Tages eingerichtet haben, und in der es sich (mehr oder weniger) kuschelig anfühlt,  raus zu kommen.

Leben – lebendiges Leben – ist nicht bequem. Nicht nur. Zeitweise.

Sich zeitweise in die Bequemlichkeit – vielleicht in einer Ruhephase – hineinfallen zu lassen ist in Ordnung. Doch auch das Rauskommen ist sehr wichtig.

Und da gilt es aufmerksam zu bleiben – Aufmerksamkeit.

Immer wieder Hinzuschauen, warum mache ich etwas nicht. Habe ich Angst, bin ich unsicher, macht es mir keine Freude, oder ist es einfach nur – Bequemlichkeit.

Heute gibt es den nächsten Abend des Weltchors. Ein vom Festspielhaus kostengünstiges Angebot mit hervorragenden und verschiedenen ChorleiterInnen. Zwei Stunden Chorsingen, zwei Stunden Lebendigkeit und Freude!

Jetzt, während ich diesen Text schreibe, ist es 8.00 morgens, Nebel zieht durch den Garten, und ich denke – nein, also ich glaube nicht, dass es mich heute Abend freut, raus zu gehen ….

Bequemlichkeit.

Warum ich es doch machen werde? Weil ich sehr bewusst, die Freude abgespeichert habe, die es mir bereitet. Und ich erinnere mich auch bewusst daran – Aufmerksamkeit!

Eine Kleinigkeit. Aber eine Übungsmöglichkeit für die großen Veränderungen.

Und vor allem jede Kleinigkeit ist auch eine Erfahrung der Lebendigkeit und Freude.

Und das ist ganz wichtig. Nicht nur das Schwere und Schmerzliche abzuspeichern / sich immer wieder daran zu erinnern. Sondern auch und in erster Linie die Erfahrungen der Lebendigkeit und Freude abzuspeichern und sich immer daran zu erinnern.

Die Erfahrungen der Lebendigkeit und Freude abspeichern.

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich mit so viel Freude und Liebe über vergangene Beziehungen sprechen kann. Das kann ich, weil ich die Erfahrung der Lebendigkeit und Freude in den Vordergrund geschoben habe.

Das heißt nicht, dass ich Schmerz und Trauer verdränge. Nein. Im Gegenteil. Diese Zeit des Abschiedsprozesses nehme ich sogar sehr wichtig. Und ich lasse mich ganz hineinfallen. In alle Gefühle, die damit verbunden sind. Aber gerade – weil ich mich hineinfallen lasse, lösen sie sich nach einiger Zeit auf. Oder sie werden leichter. Und ich kann mit einer leichten Melancholie darauf zurückschauen.

Und dann, wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, hole ich mir die Zeit der Lebendigkeit und Freude, mein Wachstum in dieser Beziehung, her. Und das ist schön. Das ist sehr schön, sich so an Vergangenes erinnern zu können.

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass von Menschen in Seminaren zur Begrüßung gefragt wurde: „Geht’s dir gut oder lernst du gerade etwas?“ Das gefällt mir.

Zitat: „Geht’s dir gut oder lernst du gerade etwas?“ pflegten wir früher auf Seminaren freundlich und ein wenig salopp nachzufragen, wenn wir bemerkten, dass Einexs von uns gerade mächtig an einem persönlichem Thema herumkaute.„Lesson learned!“ wurde später glücklich zurück gemeldet, wenn das Rätsel gelöst, das Problem überwunden war.“

Aus: http://judithkirchmayr.at/buddhistische-entschlossenheit/

Jedes Problem unseres Lebens / jeder Schmerz / jede Trauer / jede Verzweiflung – aber auch jedes Glück / jede Zufriedenheit / jedes Ankommen – ist ein Lernprozess.

Immer gibt es etwas zu Lernen. Wenn wir Achtsam sind. 

Achtsamkeit auch im Glück.

Auch diese Zeit sehr bewusst zu erleben – zu fühlen / in die Tiefe zu gehen / sich einlassen.

Jedes Gefühl ist in Ordnung und will gelebt werden. Es gibt keine guten und schlechten Gefühle.

Deshalb habe ich auch aufgehört zu sagen, dass es mir schlecht geht, wenn ich wieder einmal in meiner Melancholie (ganz bewusst) versinke. Wenn ich das Gefühl annehme, dann geht es mir nicht schlecht. Melancholie ist da. Die will jetzt gelebt werden / zugelassen werden. Und je mehr ich sie zulasse, desto schneller ändert es sich wieder. Wenn ich das will.

Ich kann meine Melancholie natürlich auch bewusst etwas verlängern – mit traurigen Filmen / Büchern etc. – wenn ich das denn gerade möchte.

Das Leben im Hier und Jetzt.

Wir wissen nicht, was morgen ist. Deshalb lebendiges Leben heute leben. Eine Chance.

Jede Möglichkeit lebendig zu leben beim Schopf packen.

Deshalb gehe ich heute Chorsingen.

Lebendig leben beim Schopf packen – deshalb eine Einladung, mein Seminar im Jänner 2018 – „Leben in Veränderung. Altes loslassen. Neues entsteht.“  – zu besuchen.

Was ist wichtig in meinem Leben?

Diese Frage gilt es immer wieder neu zu stellen.

Vieles von dem was wir tun, ist Ablenkung.

Ablenkung vom Wesentlichen / vom Wichtigen.

Von der Aufmerksamkeit im Außen zur Aufmerksamkeit im Inneren.

Dort ist die Antwort bereits vorhanden.

https://monikakrampl.wordpress.com/2017/10/28/nach-langer-zeit-biete-ich-wieder-ein-seminar-an/

 

 

 

Schlechtes Wetter, meine Hündin und ich

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Heute Morgen war wieder einmal ein Morgen, an dem ich keine Lust hatte, aus dem Haus zu gehen. Der Himmel grau in grau, kalt. Nicht besonders kalt. Aber kalt genug um es auf das schlechte Wetter zu schieben. Ich sage es meiner Hündin – „nein, heute machen wir keinen Hundespaziergang“. Wir haben einen sehr großen Garten, deshalb hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen. Ich sollte es besser wissen, dass das nicht funktioniert.

Ich richte mich gemütlich bei meinem Computer ein. Samy steht neben mir. Nein, sie setzt sich nicht, sie steht. Sie steht und schaut mich an und wedelt und wedelt. Ich kann es nicht übersehen. Wenn sie könnte, würde sie mir wohl die Leine bringen.

Lange halte ich nicht durch. „Aber nur kurz. Wir gehen nur unsere kurze Strecke“ sage ich zu ihr, während sie bereits herumspringt.

Wir haben verschieden lange Strecken für unsere Hundespaziergänge. Von kurz, bis mittellang, bis zu ganz lang. Ich lebe zwar in der Landeshauptstadt von Niederösterreich, jedoch wir haben nur ca. 55.000 Einwohner. Also eher eine Kleinstadt. Da wir am Stadtrand wohnen, geht es gleich raus auf die Felder. Unsere kurze Strecke ist ein Feldweg bis ins nächste Dorf und wieder zurück. Mittellange Strecken gibt es einige. Die lange Strecke geht über die Felder zu den zwei Badeseen mit einer Umrundung von beiden Seen.

Nun, heute also die kurze Strecke. Am Ende der Strecke, wo es entweder ums Umkehren oder weiter auf die mittellange Strecke geht, hat sich mein Gefühl für das Wetter bereits verändert. Ich finde nicht mehr, dass es ein schlechtes Wetter ist. Eigentlich liebe ich diese Nebeltage. Und kalt ist mir sowieso nicht. Bin ich doch gut eingepackt und beim Gehen wird mir warm. Also – es geht weiter. Bei der Abzweigung ist meine Hündin mit mir stehen geblieben. Sie setzt sich und sieht mich von der Seite an. Sie lächelt. Ja, sie lächelt – das kann sie. Ich kann ihre Gedanken lesen, so wie auch sie meine liest. „Immer wieder das gleiche Theater“ denkt sie sich, und wir marschieren weiter.

Jetzt sitze ich wieder beim Computer. Bin froh, draußen gewesen zu sein. Samy liegt auf ihrer Hundedecke und streckt alle Viere von sich. Sie blinzelt mir zu und schließt ihre Augen. Ich bin mir sicher, gleich wird sie schnarchen.

Und ich werde dieses glückliche Lächeln auf meinen Lippen haben, das sich automatisch einstellt, wenn meine Hündin neben mir liegt und leise schnarcht …

 

 

 

 

Wenn meine Füße laufen wollen

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Wenn meine Füße laufen wollen, werde ich sie erst laufen lassen, bevor ich mich in die Stille begebe – mein eigentliches Vorhaben. Und mit diesem Auf-der-Stelle-laufen wird eine erstaunliche Menge an festgehaltener Energie frei. Auch der verspannte Unterkiefer löst sich, der Mund öffnet sich, und es tönt – die Kehle wird frei.  

Gibt es einen bestimmten Auslöser? Es ist mir keiner bewusst. Doch ich vertraue meinem Körper. Mein Körper ist klug. Und so manches Mal klüger als ich. Ich lasse los und lasse ihn mich einfach führen. Und immer wieder ist es eine Überraschung, wohin er mich führt. Was alles losgelassen werden will.

Erst dann kann ich mich hinsetzen und es wird augenblicklich still in mir.

Von der Aufmerksamkeit im Außen – auf meinen Körper, die Bewegung – zur Aufmerksamkeit im Inneren.

Diesmal gibt es keine Frage in mir. Ich wollte nur in die Stille.

Sitzen. Nichts sonst.

Wie lernen wir uns selbst kennen?

Wenn wir aufhören zu Tun im Außen, und uns damit abzulenken.

Wenn ich im Hier und Jetzt ankommen möchte, muss ich in mich hineinlauschen, und – meinen Körper wahrnehmen.

Vor allem auch, wenn es um tief greifende Veränderungen geht.

Wenn Fragen auftauchen:

Was ist wichtig in meinem Leben? Wo will ich hin?

Da gilt es erst mal herauszufinden, was das Wesentliche und das Wichtige denn ist.

Und diese Frage gilt es immer wieder neu zu stellen.

Vieles von dem was wir tun, ist einfach Ablenkung.

Ablenkung vom Wesentlichen.

Ablenkung vom Wichtigen.

Von der Aufmerksamkeit im Außen zur Aufmerksamkeit im Inneren.

Dort ist die Antwort bereits vorhanden.

Im Jänner 2018 gibt es in einem von mir geleiteten Seminar die Möglichkeit für Sie / für Dich, die beiden Pole – Außen / Ausgelassenheit und Innen / Innenschau – kennen zu lernen. Eine Möglichkeit, Ihre / Deine wartende Antworten zu finden:

Seminar „Leben in Veränderung. Altes loslassen. Neues entsteht.“

Loslassen eine lebenslange Übung. Loslassen schenkt Energie und Freiheit für Neues.

13. – 14. Jänner 2018 in St. Pölten.

Info: https://monikakrampl.wordpress.com/2017/10/28/nach-langer-zeit-biete-ich-wieder-ein-seminar-an/

 

Corpus Delicti von Juli Zeh

Buch Corpus Delicti Juli Zeh

Ich entziehe einer Gesellschaft das Vertrauen, die aus Menschen besteht und trotzdem auf der Angst vor dem Menschlichen gründet.

Ich entziehe einer Zivilisation das Vertrauen, die den Geist an den Körper verraten hat.

Ich entziehe einem Körper das Vertrauen, der nicht mein eigenes Fleisch und Blut, sondern eine kollektive Vision vom Normalkörper darstellen soll.

Ich entziehe einer Normalität das Vertrauen, die sich selbst als Gesundheit definiert.

Ich entziehe einer Gesundheit das Vertrauen, die sich selbst als Normalität definiert.

Ich entziehe einem Herrschaftssystem das Vertrauen, das sich auf Zirkelschlüsse stützt.

Ich entziehe einer Sicherheit das Vertrauen, die eine letztmögliche Antwort sein will, ohne zu verraten, wie die Frage lautet.

Ich entziehe einer Philosophie das Vertrauen, die vorgibt, dass die Auseinandersetzung mit existentiellen Problemen beendet sei.

Ich entziehe einer Moral das Vertrauen, die zu faul ist, sich dem Paradoxon von Gut und Böse zu stellen und sich lieber an „funktioniert“ oder „funktioniert nicht“ hält.

Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat.

Ich entziehe einer Methode das Vertrauen, die lieber der DANN eines Menschen als seinen Worten glaubt.

Ich entziehe dem allgemeinen Wohl das Vertrauen, weil es Selbstbestimmtheit als untragbaren Kostenfaktor sieht.

Ich entziehe dem persönlichen Wohl das Vertrauen, solange es nicht weiter als eine Variation auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ist.

Ich entziehe einer Politik das Vertrauen, die ihre Popularität allein auf das Versprechen eines risikofreien Lebens stützt.

Ich entziehe einer Wissenschaft das Vertrauen, die behauptet, dass es keinen freien Willen gebe.

Ich entziehe der Liebe das Vertrauen, die sich für das Produkt eines immunologischen Optimierungsvorgangs hält.

Ich entziehe Eltern das Vertrauen, die ein Baumhaus „Verletzungsgefahr“ und ein Haustier „Ansteckungsrisiko“ nennen.

Ich entziehe einem Staat das Vertrauen, der besser weiß, was gut für mich ist, als ich selbst.

Ich entziehe jenem Idioten das Vertrauen, der das Schild am Eingang unserer Welt abmontiert hat, auf dem stand: „Vorsicht! Leben kann zum Tode führen.“

 

Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess, Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung, Frankfurt am Main, S. 186.

 

Juli Zeh entwirft in Corpus Delicti das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die „Methode“ verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über den jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.

Corpus Delicti handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Recht einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?

 

 

Nach langer Zeit biete ich wieder ein Seminar an

Wegweiser 3

Leben in Veränderung. Altes loslassen. Neues entsteht.

Wer bin ich?

Wer möchte ich sein?

Was möchte ich noch leben / erleben?

Wenn etwas zu Ende geht, entsteht ein leerer Raum, der sich manchmal nicht gleich füllt, weil das Neue noch hinter der Ecke steht. Veränderungen in die Wege zu leiten und noch nicht zu wissen, was dann passiert, macht unsicher oder vielleicht auch Angst.

„Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst.“ (James Neil Hollingworth)

Worum geht es in dem Seminar:

  • Lebensfragen, die Sie mitbringen
  • Selbstwert: Wie leben ich mein Leben und nach wessen Lebensregeln lebe ich? Sind es Regeln / Sätze aus meiner Kindheit / Familie / Partner/in / Freunde?Habe ich Angst, was meine Kinder zu meiner Veränderung sagen würden?
  • Ausrichtung: Was hat sich verändert in meinem Leben? Wovon muss ich / möchte ich Abschied nehmen?

        Kann ich mir die Erlaubnis geben mein Leben zu leben?

  • Ziel: Eine Vision / einen Plan – wie möchte ich mein Leben „jetzt“ gestalten? Entdecken von Ressourcen, die mich dabei unterstützen. Das Ja zu sich selbst – so wie ich jetzt bin.

 

Womit arbeiten wir:

  • Gesprächsrunden
  • Körperwahrnehmungsübungen
  • Entspannungs- und Energieaktivierungsübungen

 

Selbst-Bewusstsein bedeutet auch Körper-Bewusstsein

Die Grundlage aller Sprache ist die Körpersprache. Unser Körper spricht sehr oft zu uns.

Hören wir auch auf ihn? Verstehen wir ihn?

Wir haben Herzklopfen bei Angst, spüren Wut im Bauch oder Ärger im Magen, beißen die Zähne zusammen – oder etwas geht uns unter die Haut …

Um die Körpersprache zu verstehen, ist es notwendig, in Kontakt mit dem eigenen Körper zu sein und seine Botschaften – seinen Ausdruck – empfangen zu können.

Ehrlichkeit mit sich selbst führt zu Wahrnehmung und Veränderung.

Den eigenen Weg finden und gehen

Die eigene Größe und Stärke leben

Von der Angst vor Veränderung zur Freude an Veränderung

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Von denen lernen, die Veränderung gewagt haben.

Meine Großmutter sagte immer: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Da es aber immer etwas zu arbeiten gab, kam es nie zum Vergnügen. Lange dauerte es, bis ich diesen Satz ausgeräumt hatte und mir auch Vergnügen erlaubte. „Was werden die Leute sagen – die werden glauben, du tust nichts“ war ein anderer Satz, als ich mit 34 Jahren aus meinem Beruf ausstieg, mir eine Auszeit gönnte, und dann eine Ausbildung am zweiten Bildungsweg begann. Alles Sätze, die erst bewusst gemacht werden müssen, um uns nicht mehr davon hemmen zu lassen.

(Monika Krampl, 67 Jahre)

Mit 72 habe ich angefangen zu schreiben. Nun habe ich bereits einen Gedichtband veröffentlicht. Nein, ich habe nicht daran geglaubt, dass ich zu alt bin dazu. (Karl M., 72 Jahre)

„Ich bin in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem es Zeit war für mich, Neues zu wagen. In meinen alten Mustern zu bleiben, hätte Stillstand bedeutet. Ich wollte Neues entdecken, Neues wagen, Neues ausprobieren – mich dem Fluss des Lebens hingeben. Ich habe es gemacht, bin aus meinen alten Schuhen in den Fluss gesprungen und  – werde jeden Tag mit einer Fülle an Lebendigkeit und Lebenslust belohnt.

Ja, ich liebe eine Frau. Und es ist mir egal, was andere dazu sagen oder wie lange es dauert. Ich genieße es. Heute. Ich lebe.“ (Gabriele E., 63 Jahre)

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Zeit: 13. – 14. Jänner 2018

SA 10.00 – 12.00, 14.00 – 19.00, SO 10.00 – 13.00

Kosten: Euro 160,–

Teilnehmende: max. 12 Personen

Ort: Zentrum Argatha, Mühlweg 16, 3100 St. Pölten

Anmeldung: bis spätestens 18. Dezember 2017           

Die Anmeldung ist nur gültig mit schriftlicher Anmeldung und Einzahlung der Hälfte der Seminarkosten.

Weitere Infos zum Seminar, sowie Kontodaten, werden nach schriftlicher Anmeldung bekannt gegeben.

Mitbringen:

Bequeme Kleidung, T-Shirt zum Wechseln (bei den Körperübungen wird’s so manchen warm),

Decke und warme Socken (bei den Entspannungsübungen fährt der Körper die Wärme wieder runter)

Schreibzeug

Seminarleitung:

Monika Krampl, Psychotherapeutin, Seminarleiterin, Bloggerin, Autorin

Email: monika.krampl@gmx.at

 

Im Tempel der Stille von Chao-Hsiu Chen

Buch Im Tempel der Stille Chao-Hsiu Chen

Ein Buch, in dem ich immer wieder gerne blättere und kleine Kostbarkeiten finde:

„Wenn die Schwalbe über den See fliegt, hinterläßt sie ihren Schatten auf der Oberfläche des Wassers. Doch hat man dort je etwas gefunden, sobald der Vogel fort war? Oder hat sich das Wasser verändert?“

Chao-Hsiu Chen wurde in Taiwan geboren, wo sie in den alten Weisheiten des Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus unterwiesen wure.

Zwischen ihren minimalistischen Gedichten, die ich so sehr liebe, erzählt sie in wundersamen kurzen Geschichten über Gespräche mit ihrem alten Lehrmeister, einem Mönch in einem Kloster. Geschichten mit feinen buddhistischen und taoistischen Weisheiten. Die chinesischen Schriftzeichen, Pinselzeichnungen und Kalligraphien sind auch von der Autorin. Eine ruhige und stille Vielfalt zum Lesen und Schauen.

Die große Stille

War nie

Von uns

Getrennt

 

Wir waren es

Die sie

Im

Stich ließen