Meine LebensGärten

Eine Erinnerung an meine LebensGärten …

Monika Chandana Krampl

003In einer meiner schlaflosen Nächte besuchte ich meine verschiedenen LebensGärten.

Und wieder einmal war ich überrascht. Überrascht, in wie vielen Gärten ich zu Hause war. Verwurzelt. Wie leicht es mir fiel, meine Wurzeln aus der Erde zu ziehen und wieder neu einzuwurzeln. Der Dünger war Veränderungsbereitschaft.

Meine Schlafhöhle inmitten meiner Bücher schenkt mit nicht nur Geborgenheit, sie ist auch sehr praktisch. Ich drehe mich zur Seite und habe mit einem Griff drei Bücher über Gärten zur Hand. Wenn ich nachts aufwache, brauche ich nur meine Hand auszustrecken und habe das jeweils passende Buch.

Die Verbindung Garten und Bücher – Hand in Hand – von Beginn meines Lebens an.

In der Erzählung „Gartenkind“ schrieb ich: „Heute habe ich mir meine Puppe Lisa und mein Lieblingsmärchenbuch mit auf den Baum genommen. Ich gehe zwar noch nicht in die Schule, aber lesen kann ich schon.“ Zu der Zeit saß ich in der Astgabel…

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Ich habe mich neu geboren. Ich habe die Alte Frau zur Welt gebracht.

Ich kann euch sagen, – das war ein langer Geburtsprozess.

Lange habe ich mich gewehrt. Ich wollte sie nicht.

Ich wollte sie nicht zur Welt bringen, diese Alte.

Doch dann – erst vor kurzem – kam das Kleine Ich wieder in mein Leben.

Alle, die die Erzählung „Die Alte Kaiserin und das Kleine Ich“ gelesen haben, werden sie kennen. Die kleine Lustige mit dem Pferdeschwanz, die mich an den Ohren zupft und ihr Liedchen trällert.

Auch gegen sie habe ich mich lange gewehrt.

Bin ich doch eine bockige Steinziege, die die Hörner senkt und mit dem Kopf durch die Wand will. Das war manchmal sehr anstrengend, aber auch sehr lustig.

Nun ja. Zurück an den Anfang.

Es war einmal …

Die Wechseljahre kamen sehr spät. Mit 52 Jahren begann es zu wirbeln in meinem Leben. Im Herbst 2018 brachte ich ein Buch heraus mit Erzählungen und Gedichten, die im Zeitraum zwischen meinem 57. und  meinem 67. Lebensjahr entstanden sind. Das Buch hat den Titel „LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …“. In diesem Buch klagte und jammerte ich über das Älterwerden. Nicht nur, aber auch. Es war ein Jammer in mir. Nicht nur – es gibt auch Erzählungen und Gedichte über meine Kindheit / meine Lieben / die Jahreszeiten / Veränderung / die Stille etc.

Über zwei Jahre sind seither ins Land gegangen.

Und der Fluss des Lebens fließt – ihr wisst schon – Panta Rhei …

„Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“

(Heraklit)

In diesen zwei Jahren, also schon vor Corona, lebte ich sehr zurückgezogen. Wobei mir die Corona-Zeit sehr entgegen kommt. Ich habe das Nachrichten hören und schauen sehr begrenzt. Ich nehme mir immer wieder Zeit, um mit meinem Mitgefühl bei den vielen Menschen zu sein, die um ihre Existenz kämpfen müssen, die Ängste haben und sich einsam fühlen. Jedoch ich genieße die zusätzliche Stille und Ruhe um mich sehr. Für mich und mit mir zu sein war und ist mir sehr wichtig.

Ich tauchte nochmals in meine tiefsten Tiefen und tauche jetzt auf wie neugeboren. Neugeboren als Alte Frau.

„ … wir sind es und wir sind es nicht“

Mir ist die Akzeptanz des Veränderungsprozesses des Altwerdens / Altseins / so wie ich es in meinem Buch beschrieben habe nicht leicht gefallen – die nachlassende Energie / die Veränderung meines Körpers / mein Ruhebedürfnis etc.

Habe ich damals noch sehr geklagt darüber, habe ich jetzt akzeptiert. Und mit dieser Akzeptanz fühle ich mich wie neugeboren.

Ich habe mir Zeit gelassen und lasse mir weiter Zeit.

Manche Menschen – insbesondere Frauen – blühen im Alter erst so richtig auf und machen und tun was sie vielleicht ihr ganzes Leben lang nicht getan haben. Ich sehe das und freue mich mit ihnen und für sie. Ich hingegen habe so viel gemacht und getan, – mir viele Wünsche und Abenteuer immer sofort erfüllt, so dass ich Schwierigkeiten hatte, mir Ruhe zu gönnen. Ich war immer unterwegs. Im Außen sowohl wie im Inneren. Viele Lieben / neue Berufsausbildungen / viele Wohnsitze / viele Reisen / viele Abenteuer. Nun erlaube ich mir – Ruhe.

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und schaue in den Garten – und freue mich täglich, wenn am Vormittag zwei Eichhörnchen aus Nachbars Garten wie Primaballerinas über den Gartenzaun tänzeln und sich von der Wiese unter dem Nussbaum Nüsse holen.

An meinem Geburtstag vor ein paar Tagen freute ich mich über das Geburtstagsgeschenk des stillen Schneefalls. Die Alte Frau nimmt das Kleine Ich an der Hand und tänzelt mit ihr über die schneebedeckte Wiese. Die Eichhörnchen am Gartenzaun, die Raben auf dem großen Nussbaum, die Katzen an der Hausmauer – sie steigen nur ungern mit ihren Pfoten in den Schnee, und der Hund im warmen hinter der Terrassentür – schauen zu.

Seit heute Morgen denke ich über das Wort „Selbstgenügsamkeit“ nach. Und über das „genug ist genug“ lande ich auch bei der „Langsamkeit“.

Selbstgenügsamkeit – ich lasse mir immer wieder das Wort auf der Zunge zergehen. Es schmeckt irgendwie so gut. Von sich selbst genügen – mit einer Wertschätzung für das eigene Leben – bis zur Genügsamkeit im Außen – ein warmes Haus / gutes Essen / sauberes Trinkwasser / Kleidung – und für ein warmes Herz und Seele gute Beziehungen.

Das genügt. Das reicht, um reich zu sein.  

Langsamkeit – für manche mag es ein langweiliges Leben scheinen.

Das hätte meine Reisende und feurige Liebhaberin früher sicher auch gedacht. Für die Alte Frau heute bedeutet es, nach einem langen Leben des Herumziehens und immer wieder woanders sein wollen, – immer wieder planen und realisieren / dorthin und dahin – eine Reisende – immer unterwegs – jetzt: ein Einwurzeln und Zufriedenheit.

Die Alte Frau ist noch etwas erschöpft von der Geburt. Doch das Kleine Ich sorgt für sie und umsorgt sie.

Wer steht jetzt auf und macht eine Tasse Tee?

Das Kleine Ich oder die Alte Frau?

Die Reisende meldet sich aus dem Hintergrund – „und, wie wär’s mit einem guten Glas Rotwein? Gibt es das nicht mehr, du Langweilerin?“

„Halt die Klappe!“ sagt die Alte Frau – „jetzt gibt es erst einmal Tee und dann sehen wir weiter …“ und sie zwinkert der Reisenden zu, die sich zufrieden auf ihren Rucksack zurücksinken lässt und ein Nickerchen macht …

Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute …

So heißt es doch am Ende einer Geschichte, oder …

Und damit ihr seht, dass es nicht gar so langweilig ist im Leben der Alten Frau, zwei Gedichte über das mehr als ein Wiedersehen im Herbst 2019 mit ihrem Lieblings-Ex-Lebensgefährten.

Ein Augenblick Fremdheit

Ein Fremder unter Fremden

einen Herzschlag lang braucht es

um dich zu erkennen

Einen Herzschlag lang braucht es

bis die Liebe aus ihrem Schlaf

erwacht

Einen Herzschlag lang braucht es

bis meine Haut sich an deine Hände

erinnert

Einen Herzschlag lang braucht es

bis mein Mund den deinen

findet

Viele Herzschläge lang braucht es

um zu erzählen

was wir gewesen sind

Du und ich

im geheimen Raum unserer Blicke

Ich ziehe meine Schuhe aus

und laufe zu dir

***********

Damals

Verliebt habe ich mich

in einen schwarzhaarigen Dichter

mit lockigem Haar

von schlanker Figur

damals

Heute kommt ein

älterer Mann mit

kurzem grauem Haar

auf mich zu

schlank und rank noch immer

Die Dichterseele schläft

irgendwo tief drinnen

wo Dichterseelen schlafen

Erkennen wir uns?

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LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …

https://shop.falter.at/detail/9783990708866

Die Alte Kaiserin und das Kleine Ich

https://monikakrampl.wordpress.com/2020/12/26/eine-weihnachtsgeschichte-die-alte-kaiserin-und-das-kleine-ich/

Bild: Geburtstagsgeschenk von Uschy Pip

********** 2021 ***********

Ich wünsche dir, dass du dein Leben so lebst wie du das möchtest und dass es dir gut geht.

Ich wünsche dir, dass du dir keine Vorsätze machst, sondern dass du einfach tust. Ab jetzt.

~~~~~~~~~

hättest du

für Hannelore Elsner

kurz vor deinem Tod verliebtest du dich

in einen Musiker zwanzig Jahre jünger

und er in dich

im Aufzug überlegtet ihr euch ob ihr

euch noch näher kommen könntet

und keiner von euch traute sich

dann starbst du

aneinander

vorbeigeflogen

hättest du

vergebliche Worte

jetzt

könnte das letzte Mal

sein

(M.K., geschrieben am 24 12 2019)

Foto: Ganesha ist im Hinduismus ein typischer Volksgott, der als Gott der Weisheit, der Überbringer des Glücks und der Beseitiger aller Hindernisse gesehen wird.

Eine Weihnachtsgeschichte – Die Alte Kaiserin und das Kleine Ich

Das Kleine Ich sitzt nun schon jahrelang in einer Ecke und ist traurig. Die Arme hat sie um ihre Beine geschlungen und den Kopf darauf gelegt. Immer wieder will sie sich erheben und die Liebe und Freude ihres Herzens teilen, – und sinkt erschöpft zurück.

Die Alte Kaiserin betrachtet sich im Spiegel. Sie bestaunt sich selbst und ihre wundervollen Kleider. All die Pracht. Sie lässt sich bestaunen. An ihr Herz hat sie schon lange nicht mehr gedacht und es auch nicht mehr gespürt. Papperlapapp – Kinderkram …

Und dann passierte Folgendes und damit beginnt unsere Geschichte.

Die Alte Kaiserin ist nackt.

So wie sie damals in diese Welt kam.

Sie traut sich nicht hinaus in die Welt – schutzlos fühlt sie sich.

Sie kann nicht mit Menschen sprechen. Sie kann es nicht.

Alte Sprachmelodien – die Sprache der Macht – drängt sich auf ihre Lippen und sie verschließt ihren Mund. Nein, so nicht mehr.

Die neue Melodie – die Sprache des Herzens ist noch ungewohnt.

Und meistens ist sie begleitet von tränennasser Traurigkeit.

Sie versucht. Sie übt. Sie stolpert.

Sie hat ihre Kleider abgelegt. Eins nach dem anderen.

Viele Schichten der Pracht, des Prunk und der Großartigkeit.

Mühsam war das ablegen.

Lange hat es gedauert.

Erst schien es ihr, als ob sie selbst die Kleidung wäre.

Als ob sie in ihre Haut eingewachsen wäre.

Die Ablösung tat weh. Sie schmerzte.

Und Angst ergriff sie.

Ein kleines Mädchen schrie „Schaut, die Kaiserin ist nackt“.

Und dann schämte sie sich.

Stand da.

Ohne Kleider.

Nackt und bloß.

Und plötzlich – so nackt und bloß – erinnert sie sich an die Zeit als sie noch nicht Kaiserin war.

Als sie liebte, lachte, tanzte und sang.

Doch irgendwann war es geschehen.

Sie weiß genau wann und warum.

Doch wir müssen das nicht wissen. Alles muss nicht erzählt werden.

Doch von da an, von dem wir nichts wissen, brach sie die Herzen reihenweise.

Bewunderung war ihr Lebenselixier

Bewunderung war ihr täglich Brot

Wisst ihr, dass Bewunderung süchtig machen kann?

Wisst ihr, dass Bewunderung einsam machen kann?

Es war ein Weinen und ein Schluchzen in ihr.

Gefallene Träume.

Immer wieder erhob sich die dunkle Göttin Kali in ihr.

Kali, die Göttin des Todes und Zerstörung. Aber auch der Erneuerung – doch die kommt später …

Kali trägt eine Halskette mit abgeschlagenen Schädeln.

Die Alte Kaiserin trug stolz eine Halskette mit gebrochenen Herzen

Ihr eigenes Herz behielt sie ganz für sich

Nun geschah es, dass sie in ihrem Leben keinen Trost mehr fand.

Freude kannte sie schon lange nicht mehr.

Sie hatte sich viele schöne Kleider und Sachen gekauft.

Sie wohnte nicht, sie residierte – kaiserlich eben.

Sie aß und trank in teuren Restaurants und logierte in den besten Hotels.

Sie kaufte und kaufte und kaufte …

Alle sollten sehen wie erfolgreich sie war und wie gut es ihr ging.

Doch Freude kann man nicht kaufen.

Die Alte Kaiserin wollte klug und intelligent sein und alle sollten das merken. Sie las viele kluge Bücher. Sie betrat mit Ehrfurcht das große, jahrhundertealte Haus in dem alles Wissen gelehrt wurde. Sie wurde zu Symposien eingeladen und hielt Vorträge vor vielen Menschen. Sie sprach viel Kluges und viele Menschen hörten ihr zu und suchten ihren Rat. Doch auch Klugheit allein macht nicht glücklich …

Die Alte Kaiserin hatte lange nicht bemerkt wie sehr sie damit beschäftigt war großartig zu sein. Und überheblich, – sie erhob sich über all die anderen. War sie doch überzeugt und für so manche auch überzeugend, dass sie alles wusste und alles kannte.

So lebte sie.

Sehr lange Zeit.

Wann geschah es, dass sie merkte, das sie nicht glücklich war?

Wann geschah es, dass sie merkte, dass sie keine Freude empfand?

Wann geschah es, dass sie merkte, dass sie die Wunder der Welt nicht mehr sah?

Vielleicht geschah es, als sie müde wurde, sehr müde.

Es macht müde, die ganze Zeit großartig sein zu müssen.

Es macht auch müde, immer besser und klüger sein zu müssen.

Und es macht sehr müde, sich immer wieder beweisen zu müssen.

Und vor allem macht es müde, sein Herz zu verschließen.

Sie erkannte sich selbst nicht mehr.

Und sie erinnerte sich …

Da war doch was …

Damals …

Und weil sie doch so müde war, die Alte Kaiserin.

Und die vielen Kleider und alles was sie besaß, viel zu schwer an ihr hingen, fing sie an, sich vorsichtig davon zu befreien.

Erst ganz langsam.

Und als sie merkte, dass es immer leichter wurde – mit jedem Stück, dass sie losließ, machte sie weiter – bis sie nackt und bloß war …

Und als sie nackt war, ganz nackt – fing sie an, ihre inneren Räume auszukehren, obwohl sie sich in manche erst einmal gar nicht hinein wagte. In manche Räume ging sie mit einem leisen Entsetzen und sie brauchte sehr lange, um diese Räume auszukehren.

Und doch gab es auch ihren Schatzraum, der bis oben angefüllt war mit Lebensschätzen. Mit Liebe und Glück und Frohsinn und Lachen.

Und das freute sie doch ein kleines bisschen.

Und dann auf einmal – geschah es …

Das Kleine Ich war aufgestanden und lugte um die Ecke.

Und die Alte Kaiserin erkannte das Kleine Ich.

Lange hatte sie sie nicht gesehen.

Und es überkam sie wieder eine tränennasse Traurigkeit.

Und gleichzeitig erhob sich das Kleine Ich und lächelte sie an.

Ach – war das süß, dieses Lächeln …

Die Alte Kaiserin hätte nun gesagt – Papperlapapp, Kinderkram …

Aber die Alte Kaiserin gibt es nicht mehr.

Ohne ihre voluminösen Machtkleider ist sie machtlos.

Und sie erkannte das Kleine Ich.

Das kleine Mädchen von damals.

Die keine Ameise zertreten wollte.

Die sich über das Erblühen jeder Blume freute und wie ein Wunder begrüßte. 

Das Kleine Ich ist die Freude.

Das Kleine Ich freut sich darüber dass sie ist. Einfach so.

Sie freut sich dass sie am Morgen aufsteht.

Sie freut sich am Abend aufs Einschlafen und ihre Träume.

Sie freut sich über jede Blume, jede Biene / über den Schnee auf dem Dach und die langen Eiszapfen.

Sie freut sich über ihr einziges Kleidchen und ihren warmen Pyjama.

Sie freut sich über jeden Menschen dem sie begegnet und begrüßt ihn mit strahlenden Augen.

So ist das Kleine Ich.

Und die alte Göttin, die dunkle Kali, steckt ihre abgeschlagenen Schädel und gebrochenen Herzen weg und wird zur Erneuerin.

Und die goldene Göttin Aphrodite, die das Lächeln so liebt, zeigt sich und streut Blüten auf ihren Weg.

Jahrelang hatte das Kleine Ich darauf gewartet. Sehnsüchtig.

Und sie strahlte und war voll Freude, als sie sich zum ersten Mal der alten Kaiserin zeigte.

Und die Alte Kaiserin – ihr wisst schon – tränennasse – nein, diesmal nicht Traurigkeit, – sondern tränennasse Freude!

Das Kleine Ich umarmte sie und drückte sie an ihr kleines Herz, das auf einmal so groß war, dass die Alte Kaiserin darin Platz hatte und sie sich ganz warm, geliebt und aufgehoben fühlte.

Das Kleine Ich nahm sie an der Hand und führte sie hinaus ins Freie.

Dunkel war es bereits. Die ersten Sterne am Himmel.

Und kalt war es. Klirrend kalt.

Doch die Alte Kaiserin spürte diese Kälte nicht an der Hand des Kleinen Ich.

Und die alte Kaiserin erinnerte sich, dass ihre Großmutter, die vor ihr eine strenge Kaiserin gewesen war, gesagt hatte, wenn sie einmal gestorben sei, werde sie ein Stern am Himmel sein und die alte Kaiserin, die damals noch das Kleine Ich war, werde sie immer sehen können, wenn sie nachts in den Himmel schaue.

Und als die Alte Kaiserin an der Hand des Kleinen Ich in den Himmel schaut, sieht sie auf einmal einen Stern blinken, und er hört nicht auf zu blinken und wird immer größer.

Ja, Großmutter, sagt sie, jetzt wird alles gut …

Ach du meine Güte -, sagt die Alte Kaiserin zum Kleinen Ich – ich dachte ich wüsste alles über das Leben und jetzt merke ich, dass ich nichts weiß. Sie zwinkert dem Kleinen Ich zu und sagt, – und jetzt werde ich nicht schon wieder die Schlaumeierin sein und sagen, wer das gesagt hat …

Ich bin die Alte Kaiserin, – denn das war ein Teil meines Lebens.

Ich bin aber auch das Kleine Ich das ich einmal war und jetzt wieder sein werde. Und gemeinsam werden wir – so wie damals – am Fenster stehen und auf das Christkind warten. Nur, – wenn sich die Tür öffnet, werde ich nicht auf die Knie fallen und auf den Knien zum Christbaum rutschen so wie damals, – das halten meine alten Knie nicht aus.

Und die Alte Kaiserin und das Kleine Ich zwinkern sich zu und lachen aus vollem Herzen. Gemeinsam.

Bild: Die Sternennacht von Vincen van Gogh

Weihnachten – in Frieden und mitFreude

Wie immer ihr auch diese Tage lebt, allein oder gemeinsam – friedlich sollen sie sein – das wünsche ich Euch! Frieden ist „ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe und die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung“ – heißt es. Das finde ich eine schöne Erklärung …

Wenn ich mein „kleines Ich“ betrachte, das in diesen Tagen immer in meinem Blickfeld ist (schau dir den Adventkranz an) – kehrt auf der Stelle, auch wenn meine Gedanken ganz woanders sind, – „Stille und Ruhe“ ein – und Freude. Das „kleine Ich“ ist die Freude selbst!

Habt es gut und lasst es Euch gut gehen – in Frieden und mit Freude!

Das wünsche ich Euch …