Erinnerungs – Wintergeschichte

Eisblumen

Ich erinnere mich …

Als wäre es jetzt – Eisblumen am Fenster! Sie wachsen von unten nach oben und ich stehe staunend davor.

Welche Freude! Im Zimmer bullert das Feuer im Sägespäneofen. Er ist glühend rot und gleich wird Großmutter die Ofentür schließen. Im Ofen knackt das Holz und es riecht würzig nach Sägespänen, Holz und Harz. Das Fenster ist fast zugewachsen mit Farnen und Blumen aus Eis. Nur in der Mitte ist noch ein Kreis, durch den der Vollmond ins Zimmer scheint. Ich sehe den weiß bekleideten Apfelbaum.

Mein Schlafanzug liegt neben dem warmen Ofen. „Schlafenszeit“, sagt meine Großmutter und hat das Märchenbuch in der Hand.

(1954)

 

Eine Erinnerungs-Wintergeschichte aus meinem Buch „LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …“

Erhältlich als Hardcover, Taschenbuch und Ebook in jeder Buchhandlung und im Buchhandel.

https://www.mymorawa.com/self-publishing/gestaltung/publizieren/?books%2FID53210%2FLebensZeichen&fbclid=IwAR2S-5OWe2wZHPwP3jdnMV4EbeDu80RDOOcpJuOTvkqYcepiKS95FvDbp-I

Über die Einsamkeit im Alter

Gedanken über die frühen Zeiten, in denen der Grundstein für die Einsamkeit gelegt wird

Als ich angefangen habe über das Thema „Einsamkeit im Alter“ nachzudenken, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diese nicht erst im Alter beginnt, sondern schon weit vorher – und zwar auf Grund dessen, wie Beziehungen gelebt werden. In der Regel sind das Zweierbeziehungen.

Viel wird über die „Einsamkeit im Alter“ geredet und noch mehr geschrieben. In den letzten Tagen habe ich gelesen, dass es seit kurzem in Großbritannien ein „Ministerium der Einsamkeit“ gibt. Einsamkeit wird ein Politikum, schreiben sie. (Siehe Link unten)

Einsamkeit treffe sehr häufig Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. „Psychisch kranke und beeinträchtigte Menschen sind oft von Isolation betroffen“, sagt Werner Schöny, Psychiater, in einem Artikel in den OÖ Nachrichten. Aber auch ältere Personen seien immer öfter wirklich einsam, meint er.

Ja, genau so ist es.

Ältere Menschen, auch ohne psychische und sonstige Krankheiten sind wirklich immer öfter einsam.

Beginnen wir mit der Grundlagenforschung

Die Abgrenzung zur Umgebung beginnt für viele, wenn sich zwei Menschen zu einem Paar zusammentun. Die Abgrenzung auch bis zu dahin guten Freundschaften. Wenn denn Freundschaften stattgefunden haben. Vielfach ist es auch noch so, dass Männer und Frauen dem illusionären Bild glauben – ein Partner / eine Partnerin für das Leben muss gefunden werden, die dann alle Bedürfnisse erfüllen sollen, und das reicht dann an Kontakten / Beziehungen / Austauschmöglichkeiten. Nichts und niemand weiter sei notwendig. Obwohl sich doch Interessen / Wünsche / Bedürfnisse mit den Jahrzehnten verändern. 
Wie könnte das alles ein Mensch allein erfüllen?

Dass dies nicht funktioniert, wissen wir. 
Da brauchen wir uns nur die Scheidungsstatistiken ansehen. 
Dass Eltern in der gelebten Zweierbeziehung mit Kindern überfordert sind, weil es „ein ganzes Dorf braucht, um Kinder zu erziehen“ wissen wir auch. 
Dass Gewalt und Missbrauch in der Ehe nicht nach außen kommuniziert werden hat auch oft den Grund, weil es da im Außen niemanden gibt und/oder auch nach Außen gemauert / abgegrenzt wird.

Wie oft sehe ich Paare, die nebeneinander oder hintereinander hergehen – wortlos, kontaktlos; 
Paare, die sich in Cafes und Restaurants gegenüber sitzen – wortlos, kontaktlos. Freudlos. 
Und – einsam zu zweit.

Einsamkeit beginnt nicht erst im Alter.

Einsamkeit beginnt, wenn Freundschaften zugunsten einer Zweierbeziehung vernachlässigt / abgebrochen werden
Einsamkeit beginnt, wenn nicht immer wieder neue Freundschaften in allen Altersgruppen aufgebaut werden
Einsamkeit beginnt beim Rückzug in die eigene Wohnung / das eigene Haus – Cocooning (vollständiges Sichzurückziehen /sich einspinnen in die Privatsphäre) statt Clanning (Suche nach Gruppenzugehörigkeit)
Einsamkeit beginnt, wenn Trennungen und/oder Lebensveränderungen nicht zugelassen werden …

Wichtig ist die Neugier auf das Leben und andere Menschen bis zum Tod

Liebesbeziehungen / Freundschaften wollen aufgebaut / zugelassen / gepflegt werden

Sich auf andere Menschen einzulassen / immer wieder / immer wieder aufs Neue

Als Kinder gehen wir auf alle Menschen mit einem offenen Herzen und offenen Armen zu. Irgendwann wird uns das verboten. Von der Konvention „das tut man nicht“ bis zur Angstmache „der tut dir was“. 
Ja, und dann haben wir das intus. 
Und die Einsamkeit beginnt.
Und dann kommt sie – die Prinzessin.
Dann kommt er – der Prinz.
Und erlöst uns aus unserer Einsamkeit.

Nein, halt. 
Zurück an den Start.
Das hatten wir ja schon.

Also – irgendwann ist es Zeit, diese elterlichen Verbote, die zu unseren Verhaltensmustern geworden sind, über Bord zu schmeißen. Auf welche Art auch immer. 
Und uns wieder zu öffnen.

Mit offenem Herzen und offenen Armen auf Menschen zuzugehen.
Immer wieder neu.

Schluss mit der Einsamkeit.

 

Der oben erwähnte Artikel: https://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Einsamkeit-wird-ein-Politikum;art114,2802042?fbclid=IwAR3G8y95ptBvlo19M7W6DrWrheSTw0qJwAKKiZRZtfDsD29s4Yzq8Ql5mFI

 

 

Ältere Frauen schämen sich für ihren sozialen Abstieg

„Immer mehr Frauen geraten geraten nach ihrer Pensionierung in die Armutsfalle.“

Mit diesen beiden Eingangssätzen beginnt ein Artikel vom 19. November in der österreichischen Tageszeitung „Kurier“. Er ist es wert ihn zu lesen. Am Ende meines Textes gibt es den Link dazu.

Hier meine Erläuterungen zum Thema „Scham“ und „Einsamkeit“.

Lassen wir die Gründe für die Altersarmut von Frauen einmal außen vor – sie sind vielfach.

Sprechen wir einmal über die Scham. 
Ich spreche über die Scham.

Hatte ich doch einmal viel Geld zur Verfügung, das ich großzügig für mich und mir liebe Menschen ausgegeben habe. Ich habe mir viel geleistet – ein gutes Leben, viele lange Reisen, etc.

Nun bin ich in Pension und habe sehr wenig Geld zur Verfügung. Ich wusste, dass das so sein wird. Ich hätte auch weiter arbeiten können. Ich wollte nicht.
Nun hätte auch der Gedanke auftauchen können – hättest du etwas gespart, wärest du nicht so großzügig gewesen. Hättest du ….

Das wäre schon einmal ein Schritt in Richtung Scham.
Das wäre schon einmal ein Schritt in Richtung Nichtakzeptanz dessen, wie ich mein Leben gelebt habe.

Nein, ich bin froh über meine Großzügigkeit – dass ich mein Leben maßlos, leidenschaftlich, zügellos und ausgelassen gelebt habe. Ihr werdet an meiner Wortwahl merken, dass es mir sehr gefallen hat! Es wäre nicht das gleiche, würde ich mein Leben heute so leben wollen. Es wäre ganz anders – vieles könnte ich gar nicht mehr machen, was ich damals gemacht und erlebt habe!

Seit mein Auto seinen Motorgeist aufgegeben hat und seine Ruhe auf dem Autofriedhof gefunden hat, habe ich kein Auto mehr. Ich gehe zu Fuß, fahre mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Von einigen werde ich scheel angesehen – gering geschätzt? Nun ja, das Auto ist, so wie vieles andere auch, noch immer ein Prestigeobjekt.

Schäme ich mich? Nein.
Hat es mich verunsichert? Ja.

Verunsichert, weil ich nun einiges, was ich gerne machen würde, nicht machen kann.
Es ist nicht viel, aber immerhin, z.B. Konzerte besuchen, Reisen …
Verunsichert, weil es nun liebe Menschen aus meiner Umgebung sind, die großzügig „zu mir“ sind, war ich doch die, die großzügig war. Nun hat es sich umgekehrt.
Und – es hat mich Mühe gekostet, es anzunehmen.
Nun kann ich es.
Ich akzeptiere.
Mein Leben, wie es war.
Mein Leben, wie es ist.

Warum ich das in diesem Kontext des Artikels schreibe?

Weil ich damit Frauen Mut machen möchte, nicht nur zu akzeptieren mit wenig Geld auskommen zu müssen, sondern auch darüber zu sprechen und sich damit zu zeigen.

Wenn ich nicht akzeptiere, kann ich mich nicht zeigen und vereinsame.

Wenn ich nicht akzeptiere, kann ich auch keine Hilfe in Anspruch nehmen.

Mir ist schon bewusst, dass ich noch immer sehr viel habe. 
Es ist wenig Geld, das ich zur Verfügung habe, aber nicht zu wenig zum Leben so wie für manche Frauen. Ich habe zu wenig Geld für meine Geistes- und Seelennahrung. Wie oben bereits geschrieben, sind das kulturelle Veranstaltungen und Reisen. 
Ich habe ein Haus und ich habe Menschen um mich, die ich liebe und die mich lieben – meinen Sohn, meine Schwester mit ihrer Familie, meine Kusine und herzensgute Freund*innen. Dafür bin ich bin sehr dankbar!

Für all diejenigen Frauen, die zu wenig zum Leben haben, gibt es auf dieser Seite Informationen für Unterstützungsmöglichkeiten.

Und wenn die eine oder die andere das hier liest, dann bitte ich dich, schäme dich nicht und nimm Hilfe in Anspruch! 

Die Gründe, warum so viele Frauen in der Altersarmut sind, ist wieder ein anderes Thema.
Dass die Politik gefordert ist, auch.

 

Kurier-Artikel: https://kurier.at/leben/akademikerin-57-armutsgefaehrdet/400327407?fbclid=IwAR01gDXXTulrm-oPYuF1oESVO85G8ibw8CQKhlGKGmMuM-8_WwxIx2rY7LU

Information Unterstützung: https://www.erzdioezese-wien.at/unit/aaw/hilfeundunterstuetzung?fbclid=IwAR3OpxA6y5ASeOKwYUFQ2oidRHKr9xVIdYnbnXhbWqQh6rH7CJDTy1S4XC8

 

Radiointerview zu meinem Buch „LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …“

Paradise 2

Hier gibt es den Link zum Nachhören der Radiosendung im Campus & City Radio St. Pölten vom 23. Oktober 2018. Die Redakteurin Gabriele Ebmer schreibt zur Sendung:

„Die Psychotherapeutin und Autorin Monika Krampl beschäftigt sich in ihrem neuen Buch „LebensZeichen“ mit dem Thema „Alt Werden“ und den Erfahrungen, die sie dazu veranlassten, sich mutig zu Tabuthemen unserer Zeit zu äußern.“

Die Musik, die während der Sendung gespielt wird, habe ich mitgebracht. Hört euch am Ende, wenn wir uns schon verabschiedet haben, noch das letzte Stück an – eines meiner LieblingsGustoStückerln von Konstantin Wecker!

 

https://cba.fro.at/386289?fbclid=IwAR0ENF4r3Y1KsQni-nMWz_pBDLKm-jLN13_JkEZoPkzM3147kloEAZbYr30

Der Baum und die Wolke

Die Bäume stehen still in Erwartung des nächsten Regens – oder Schnee …

Monika Chandana Krampl

Amsel 2Amseln im Kleid der Totengräber hoppeln und hupfen mit komplizierten Pirouetten über die  Obstgartenwiese. Weiße Blütensterne der Gänseblümchen blitzen im grün und braun der Wiese. Mit ihren gelben Schnäbeln sammeln die Amseln die letzten Äpfel und Nüsse.

Die Bäume stehen still in Erwartung des nächsten Regens – oder Schnee …

(M.K. 2017)

Der Baum und die Wolke

Ein Baum geht umher im Regen,

eilt an uns vorbei im strömenden Grau.

Er hat ein Anliegen. Er holt Leben aus dem Regen

wie eine Amsel in einem Obstgarten.

Als der Regen aufhört, bleibt der Baum stehn.

Aufrecht, still erscheint er in klaren Nächten

Wie wir in Erwartung des Augenblicks,

da die Schneeflocken ausschlagen im Raum.

Tomas Tranströmer: In meinem Schatten werde ich getragen.

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Plaudereien aus dem Spinnkästchen

Ich liebe Spinnen.

Und ich frage mich, wird vielleicht deshalb – aus meiner Liebe zu den Spinnen – mein Haus eingesponnen? Innen und außen weben sie unaufhörlich und unermüdlich ihre Netze.

Zwei Große Zitterspinnen (fälschlicherweise oft als Weberknecht bezeichnet) sitzen seit Wochen an meiner Zimmerdecke. Regungslos. Leben sie noch? – fragte ich mich. Sah ich sie doch immer am gleichen Platz, so dass ich vorsichtig den Besen balancierend bis auf wenige Zentimeter in ihre Nähe kam, und sie schnellstens auf ihren langen Spinnenbeinen in die Ecke verschwanden. Aha, sie leben! Und wie sie leben! Sie weben ihre Netze nicht nur an den Zimmerdecken, sie weben meine Bilder ein, den CD-Ständer und alles, was ihrer Meinung nach eingenetzt gehört.

Hauswinkelspinnen habe ich wenige, da sie dunklere und feuchte Orte lieben, und von denen gibt es wenige in meinem Haus. In einer Ecke des Badezimmers, versteckt hinter einem Regal, habe ich eine entdeckt, und ich lasse dort in Ruhe. Manchesmal beim Duschen wird das Netz etwas nass und die glitzernden Wassertropfen machen die ganze Schönheit des Netzes sichtbar. Vergleichbar mit den diamantfunkelnden Nebeltropfen auf einem Spinnennetz beim Sonnenaufgang.

Und nun zu meiner Lieblingsspinne – der Gartenkreuzspinne. Sie legt mit zunehmendem Alter ihr Fangnetz hauptsächlich in den Nächten an. Ihre großen, akkuraten und imposanten Radnetze sind unübersehbar. Besonders im so genannten „Altweibersommer“. Der Begriff „Altweibersommer“ bezieht sich jedoch nicht, wie die meisten annehmen, auf ältere Frauen, sondern er stammt aus der germanischen Mythologie. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Die im Sonnenlicht glänzenden Fäden sehen aus wie silbergraue Haare. Es heißt, es seien Lebensfäden, die den Schicksalsgöttinnen verloren gegangen seien. Es gibt viele Geschichten um den „Altweibersommer“.

Wenn ich am Haus vorbei und durch den Garten gehe, freue ich mich über diese Lebensfäden der Göttinnen, die sich in meinem Haar verfangen. Sollen doch jene Menschen, an denen die Fäden hängen bleiben, stets Glück haben.

Ob es nun Spinnfäden der Gartenkreuzspinne sind, oder die Spinnfäden der fliegenden Spinnen – auch „Seiden-Floß“ genannt, weil sie damit hunderte von Kilometer weit durch die Luft fliegen, ist egal. Die Spinnenetze sind überall – an Gräsern, Büschen, Zäunen und am Haus.

Eine der Gartenkreuzspinnen hat den Außenspiegel von unserem Auto dazu erkoren, ihn mit ihrem Spinnennetz zu überziehen. Und dieses Spinnennetz fährt mit uns mit. Auch bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn – das Spinnennetz hält. Wo sich allerdings in dieser Zeit die Spinne aufhält, habe ich noch nicht herausgefunden.

Und so dürfen die Spinnen mein Haus einweben. So hie und da, eher selten, entferne ich die größten Gespinste in meinen Räumen – sie sind sowieso bald wieder da.

Der Dichter Issa drückt es in einem Haiku so aus:

Keine Angst, ihr Spinnen

ich fege nur

gelegentlich

 

Info für Spinneninteressierte: „Weberknecht und Zitterspinne: Diese zwei Achtbeiner sind nützliche Haushaltshelfer“

  • Spinnen lösen bei den meisten Menschen ein spontanes Unbehagen aus
  • Dabei sind die Tiere in Deutschland nahezu immer ungefährlich
  • Und einige sind sogar im Haushalt sehr nützlich

Sie sind sehr zierlich, werden von acht Beinen getragen und lösen häufig eher ein Unbehagen aus. Zitterspinne und Weberknecht werden häufig verwechselt und für Schädlinge gehalten, aber die Tiere sind regelrechte Haushaltshelfer.

Die Zitterspinne fängt in ihren Netzen Mücken und wirkliche Schädlinge. Der Weberknecht spinnt keine Netze, aber er ernährt sich von toten Insekten, schreibt der „Spiegel“. Beide Tiere besitzen einen kleinen Körper und lange Beine. Damit lösen sie gerne eine Gänsehaut aus, wenn sie unbedarften Bewohnern im Haus begegnen.

Spinnen im Haus sind normal

Eine 39-Jährige im bayerischen Pullach ging sogar so panisch auf Spinnenjagd, dass sie ihre Garage bei der Aktion niederbrannte. Dabei sind beide Tiere vollkommen ungefährlich. Der Weberknecht lässt sich auch nur selten in Häusern blicken. Der „Stern“ zitiert einen amerikanischen Insektenkundler, der betont: „Es ist okay, Spinnen in seinem Zuhause zu haben. Es ist sogar vollkommen normal.“

Den Namen hat die Zitterspinne von ihrem Abwehrverhalten. Fühlt sie sich in ihrem Netz bedroht, versucht die Spinne mögliche Angreifer zu verwirren. Sie beginnt sich so schnell zu bewegen, dass ihre Konturen verschwimmen. Faszinierende und nützliche Haushaltshelfer. Wenn sie nur nicht acht lange Beine hätten, wäre ein friedliches Zusammenleben sicher leichter.

https://www.derwesten.de/panorama/weberknecht-und-zitterspinne-diese-zwei-achtbeiner-sind-nuetzliche-haushaltshelfer-id214436833.html

Ich habe mein erstes Buch veröffentlicht!

Bild könnte enthalten: Pflanze und Text

Große Freude – mein eigenes Buch in Händen zu halten! 

Mein Buch ist ab sofort im Verlag und in jeder Buchhandlung erhältlich! 

Über diesen Link gibt es Infos zum Buch, eine Leseprobe zum Schmöckern, und Du kannst auch sofort bestellen – Paperback, Hardcover und e-Book – nach Deiner Wahl!

https://www.mymorawa.com/self-publ…/gestaltung/publizieren/…

„Altwerden ist nichts für Weicheier“ (Betty Davies)

Nachdem mich in den letzten 10 Jahren die Realität des Alterns eingeholt hat, bin ich auch dieser Meinung. Ich erzähle in Geschichten und Gedichten über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Altern.

Meine Erfahrungen – und doch wird es für viele Menschen einerseits eine Erleichterung sein, über die Mühen zu lesen (ah ja, endlich spricht es eine aus!) und andererseits eine Ermutigung, sich mit dem eigenen Älterwerden auseinanderzusetzen und schlussendlich anzufreunden. Bleibt ja auch nichts anderes übrig, wenn man nicht für die verbleibenden Jahre dahingranteln möchte!

„Jedes Alter ist schön“ – sagte ich früher sehr oft. Früher, als das Altwerden noch nicht begonnen hatte. Ich jammere nicht. Ich halte aber nichts vom Schönreden, dass ja alles so leiwand ist mit dem Alter, aber auch nichts vom Schlechtreden. Die Wahrheit liegt, wie immer, in der Mitte. Ja, es ist schön, und so manches Mal ist es auch mühsam. Darüber schreibe ich.

Ich freue mich, wenn es Dir gefällt – und ein herzliches Dankeschön fürs Teilen in Deinem Freund*innenkreis!

 

 

ein haus für mich allein

Damals, 1988, war ich es bereits gewohnt, mich allein oder mit meinem Lebenspartner für längere Zeit aus dem Alltag zurückzuziehen, um wichtige Lebensfragen zu klären.

Aus dem Alltag mit den gewohnten Abläufen und Ablenkungen auszusteigen – um dieser einen Frage die nötige Achtsamkeit zu geben und zu einer Klarheit zu kommen.

Zur Zeit der Entstehung dieses Gedichtes hatte ich mich allein in dieses abgeschiedene Haus zurückgezogen.

 

nur ich und das haus

am ende des weges

duckt es sich

schmiegt sich ein

in die felder

an der rückseite

der wald

der brunnen

vor dem haus

eine küche

zwei zimmer

halbdunkel

der dämmerung

rot lodert das feuer im ofen

im ofenschiff

beginnt

das wasser zu singen

 

erinnerung

das warme zimmer

draußen dunkelheit und stille

drinnen ich

kind

beschützt und warm

rot lodert das feuer im ofen

großmutters leiser singsang

damals

als alles noch gut war

damals

 

stille hüllt mich ein

die dämonen

erwachen

heben die köpfe

brüllen

laut und lauter

verlagern die ängste

die bedrohung

nach außen

fürchte dich nicht

 

stille hüllt mich ein

dämonen

bezwingen

masken

herunterreißen

dahinter

ist

nichts

nichts

fürchte dich nicht

 

stille hüllt mich ein

jede bewegung von mir

ein geräusch

kein fernseher

kein radio

kein kühlschrank

ich höre

nur

mich

 

nur ich und das haus

und manchmal

ein lauschen

nach draußen

 

nur ich und das haus

(M.K., 1988)

Eine Buchempfehlung: „Om Oida! Yoga ohne Maskerade.“

cover_omoida

Bei meinem Besuch im Verlagsbüro von Andrea Schiffer – sie hat den wunderbaren Verlag  https://www.verlag-punktgenau.at gegründet – habe ich das Buch von Eva Karel „Om, Oida!“ entdeckt.

Der flapsige Titel hat mich neugierig gemacht.

Und – die Neugier hat sich ausgezahlt. Ich habe schon lange nicht mehr ein so persönlich-ehrliches, gescheites und informatives Buch über Yoga gelesen. Ein Buch, das den Zwang und Druck raus nimmt – den Druck, der viele Menschen dazu führt, dann überhaupt kein Yoga zu machen.

Wenn Leichtigkeit verloren geht, geht auch die Freude verloren!

Im Dezember 2017 habe ich in meinem Blog den Beitrag „Meditation Alltagstauglich“ veröffentlicht. Ich habe u.a. geschrieben: „Wenn Du glaubst, dass Du eine Yogamatte, einen Sitzpolster, eine Kerze, Räucherstäbchen, etc., brauchst, um meditieren zu können, schränkst Du Dich sehr ein. Du wirst dann wahrscheinlich nicht sehr oft meditieren. Zumindest nicht so oft, wie geplant. …“ 

https://monikakrampl.wordpress.com/2017/12/27/meditation-alltagstauglich/

Eva Karel: „Gute Neuigkeiten: Wir müssen uns gar nicht so plagen und schicke Yogahosen brauchen wir auch keine … auch keine Räucherstäbchenschwaden …“

Aus ihrem Vorwort: „Ihr habt hier ein höchst subjektives Werk in Händen, das sich an meiner eigenen Berg- und Talfahrt von der essgestörten spirituellen Sinnsucherin und angehenden buddhistischen Nonne über die eisern übende Iyengar-Yoganovizin hin zur immer wieder gern Wein schlürfenden Zweifachmama entlanghangelt. Um nichts in der Welt möchte ich meinen Weg missen. Aber euch würde ich so gern vor dem Maß an Zwanghaftigkeit und auch ungewollter Oberflächlichkeit bewahren, das euch potenziell winkt, wenn ihr in die aktuelle Yogaszene eintaucht.“

Ein äußerst erfrischendes und entspannendes Buch, das mich immer wieder lächeln lässt, weil sich unsere Erfahrungen so gleichen. Auch ich wollte eine buddhistische Nonne werden und war einige Zeit in einem Kloster in Sri Lanka. Auch ich habe einige Berg- und Talfahrten hinter mir und möchte sie um nichts in der Welt missen. Vor ewigen Zeiten habe ich eine Yogalehrerinnen-Ausbildung beim Berufsverband der Deutschen YogalehrerInnen begonnen und abgebrochen. Es gab verschiedene Gründe für den Abbruch – einer mag auch sein, dass ich mit Zwanghaftigkeit versuchte, möglichst perfekt zu sein. Meine Entspanntheit im Tun und die Freude ging verloren. 

Jetzt – unregelmäßig praktizierend, je nach Lust und Laune – erinnert sich mein Körper sofort an die Asanas und mein Atem stimmt sich ein. Die Asanas sind nicht perfekt – doch die Freude und Entspanntheit im Tun ist wieder da!

Nun noch konkret zum Buch: Karel verortet Yoga philosophisch, erzählt über moralische und ethische Grundlagen, über Körperübungen und Pranayamas (Atemübungen), Dhyana (Meditation), und zuletzt gibt es noch Übungen, die bei der Etablierung einer persönlichen Yogapraxis helfen können.

Äußerst empfehlenswert!

https://evakarel.at/buch-om-oida/

 

 

Was ist Glück?

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Mein Sohn ruft durch meine offene Haustür ins Haus „Kommst du?“

Ich stehe auf und setze mich zu ihm vors Haus auf die Gartenstühle. Wir schauen in den Abendhimmel und auf den Hund und die drei Katzen, die sich auf ihren Lieblingsplätzen auf der Wiese und der Bank zusammengerollt haben.

Still ist es auf der Straße und in den Gärten. Wir plaudern immer wieder – ein paar Worte nur, zwischendurch Schweigen. Im Nachbarhaus gehen die Lichter an.

Nach einer Weile steht mein Sohn auf. „Schlaf gut“ – sagt er. Er geht die zehn Schritte bis zu seiner Haustür. Hund und Katzen schauen auf, erheben sich und strecken sich und gehen ihm nach – langsam. Er wartet an der Tür bis alle drinnen sind und schließt ab.

Ich drehe mich um, schaue nochmals in den sich verdunkelnden Garten, atme die kühle Nachtluft ein und schließe meine Tür. Gute Nacht.

Das ist Glück!