Wollen wir uns das Bedingungslose Grundeinkommen leisten?

kamille-durch-beton

Kommentar zur TV-Sendung „Gratis-Geld für alle – Soll der Staat unser Leben finanzieren?“

(Link am Ende des Kommentars)

Die BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen)-Frage wird zumeist auf die Fragen „Könnte sich der Staat das überhaupt leisten? Und würden Menschen dann noch arbeiten wollen?“ reduziert.
Auch in dieser Sendung.

Wobei die richtige Frage wäre – können / oder besser gesagt wollen / WIR uns das leisten?

„Der Staat“ hat kein Geld. Das vorhandene Geld, das von „Staatsdienern“ (unsere Angestellten, die WIR, das Volk, finanzieren) verwaltet wird, ist unser aller Steuergeld. Würden wir keine Steuern zahlen, hätte der STAAT kein Geld.

WIR finanzieren das BGE daher selbst. Es ist UNSER Geld das ausbezahlt wird, Und ja, wir können uns das leisten. Das Geld ist vorhanden. Es wird nur anders als jetzt verteilt. Gerechter.

Zur zweiten Frage: Ja, Menschen würden arbeiten. Anders und ohne Zwang. Wenn für das Einkommen – die existentielle Grundlage – gesorgt ist, kann man sich in Ruhe, ohne Druck und Zwang, entscheiden, was man machen möchte. Wenige wollen nichts machen. Die machen jetzt auch nichts. Und werden von einer reichen Gesellschaft wie wir sind, mitgetragen. Das können wir uns leisten.

Und – die Arbeit geht uns nicht aus. Alle, die jetzt Arbeitslos sind, könnten dort arbeiten, wo für Arbeit jetzt – nichts / oder sehr gering – bezahlt wird.

Es ist ARBEIT FÜR ALLE da.

Derzeit aber viel nicht bezahlte Arbeit, die daher nicht als Arbeit angesehen wird.
Der es im wahrsten Sinn des Wortes auch an Ansehen fehlt.

Z.B. die „freiwillige“ Pflege- und Sorgearbeit von Frauen. Dass diese Arbeit vielfach nicht wirklich freiwillig ist, da sie als Pflicht der Frauen gesehen wird, ist wieder ein anderes Thema. Dass sie zum Großteil von armutsgefährdeten Frauen verrichtet wird, ein weiteres.
Dies ist nur ein Beispiel.

Das BGE stellt viele Fragen und vieles in Frage. Die Diskussionen beginnen erst.

Wie in dieser Sendung sehr gut zu sehen / hören ist, wird durch das BGE auch ein anderes / neues Welt- und Menschenbild in den Vordergrund gestellt.

Von vielen Menschen aus der Zivilgesellschaft bereits in privaten Gemeinschaftsprojekten gelebt, ist es in der Politik noch nicht angekommen. Die Diskussion zwischen Gernot Blümel* und Daniel Häni* zeigt dies sehr deutlich. Bei dem einen das druck- und zwangorientierte Leistungsprinzip – im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen / wer nicht arbeitet soll auch nicht essen / Leistung muss sich wieder lohnen – dort den freien und selbstbestimmten Menschen.

Als Abschluss hier, denn es gäbe noch viel zu sagen, stellt das BGE auch die derzeitigen MACHTansprüche in Frage.

MACHT der zum Teil manipulativen Politik, der es nicht um das Gemeinwohl, sondern um Machterhalt geht. MACHT der ArbeitgeberInnen, die ArbeitnehmerInnen mit geringen Löhnen und der Angst vor Kündigung unter Druck setzen können.

MACHT von allen, die vom jetzigen System profitieren.

Somit hat das BGE auch eine Sprengkraft. Es ist eine kleine Pflanze, die sich durch zubetonierten Boden durchzwängt und sich nicht aufhalten lässt zu wachsen und zu blühen.

  • Gernot Blümel, Obmann ÖVP Wien
  • Daniel Häni, Unternehmer, Initiator des Schweizer Referendums über ein bedingungsloses Grundeinkommen

http://www.puls4.com/pro-und-contra/videos/ganze-folgen/Ganze-Folgen/Gratis-Geld-fuer-alle-Soll-der-Staat-unser-Leben-finanzieren-373520

 

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