Verwoben

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eine schneedecke

liegt über dem weltenland,

horch – ein amsellied!

 

Haiku von Petra Sela, übersetzt vom Deutschen ins Japanische von Koghen Tabushi

Haiku (jap. 俳句) ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Das Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt.

Japanische Haiku bestehen meistens aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten (Moren), wobei die Wörter in den Wortgruppen vertikal aneinandergereiht werden. Im Deutschen werden Haiku meist dreizeilig geschrieben. Unverzichtbarer Bestandteil von Haiku sind Konkretheit und der Bezug auf die Gegenwart. Vor allem traditionelle Haiku deuten mit dem Kigo eine Jahreszeit an.

 

Aus dem Buch: verwoben, Edition Doppelpunkt

 

Musik zum Hinhören

Esbjörn Svensson Trio & Pat Metheny & Holstein Chamber Orchestra

Esbjörn Svensson, (1964 – 2008), war der Pianist und Komponist der schwedischen Jazzband Esbjörn Svensson-Trio (E.S.T.). Er gilt als einer der herausragenden Jazzpianisten der Zeit um die Jahrtausendwende und schuf mit seiner Band einen neuartigen Jazztrio-Klang.

Pat Metheny, ist ein US-amerikanischer Jazzgittarist. Als Gastmusiker, Solokünstler und Leiter diverser eigener Formationen etablierte er sich seit Mitte der 1970er Jahre als einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Jazzmusiker der Welt. Stilbildend wurde neben seinem eigenen Spiel auf verschiedenen akustischen und elektrischen Saiteninstrumenten auch seine Arbeit mit der Pat Metheny Group, mit der ihm ein eigenständiger Ensembleklang gelang.

Eine fast normale Kindheit

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Ein Kurzgeschichtenband des von mir sehr geschätzten Schauspielers Matthias Brandt über seine frühen Kindheitsjahre.

>> … Wie findet sich ein Sohn, der noch Kind ist, mit so einem Vater zurecht? Die Geschichte „Welthölzer“ zeigt das auf humorvolle und berührende Art. Willy Brandt, weder des Auto- noch des Radfahrens mächtig, soll dabei mit seinem Sohn und einem hochrangigen Politiker einen Radausflug machen. Das Vorhaben scheitert grandios – zumindest grandios erzählt. …

Die hohe literarische Qualität dieser 14 Geschichten liegt u.a. darin begründet, dass sie konsequent bei der Wahrnehmung des Kindes bleiben, erzählt in einer empathischen Erwachsenen-Sprache, wobei den Autor Matthias Brandt charakterisiert, was auch den Schauspieler auszeichnet: Intelligenz, Eleganz, Zurückhaltung, das beeindruckende Spiel mit feinsten Nuancen und ein gutes Gespür für Timing.

Ebenso versteht er es, Emotionen dosiert, aber wirkungsvoll einzusetzen. Es ist ein Erlebnis, zu lesen, wie Matthias mit seiner Mutter Rut in die Ferien nach Norwegen fährt oder dem in unmittelbarer Nachbarschaft wohnenden Alt-Bundespräsidenten Heinrich Lübke einen Besuch abstattet. Dabei zeigt sich der Bub nämlich feinfühliger als viele Erwachsene, die den an Zerebralsklerose leidenden Mann wegen seiner wirren Aussagen belächeln.<<

 

Matthias Brand: „Raumpatrouille“, Verlag Kiepenheuer & Witsch

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/literatur/buecher_aktuell/858351_Eine-fast-normale-Kindheit.html

 

Wir sind viel mutiger …

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„Wir sind viel mutiger, als es den Anschein hat“

Erika Pluhar in einem Interview in der Presse über ihren „Brief an Österreich“, den Aufruf zu besonnener Vernunft und das Hochhalten der Demokratie – und über die Forderungen und Herausforderungen des Älterwerdens.

>> …In diesem Brief rufen Sie zu mehr Gelassenheit auf . . .

Zu besonnener Vernunft. Denn gelassen kann man bei diversen Äußerungen nicht bleiben. Da kann ich auf atavistische Weise so ungehalten werden, dass ich mich wirklich bändigen muss. Was aus der Rechts-außen-Ecke hervorgelogen und gehetzt wird, ist kaum zu ertragen. Aber nicht nur bei uns. Im Moment scheint die ganze Welt mehr denn je faschistoid gefährdet zu sein. …

… ich lebe mit dem Begriff „Trotzdem“. Dieses: Ich mach’ trotzdem weiter, und es ist trotzdem nicht alles nur hässlich. Es gibt ein Wienerlied von mir mit der Textstelle: . . . Dass das Leben vielleicht doch ein Geschenk ist? Sogar dann, wenn man Dir gar nix schenkt? Dieses Gefühl möchte ich den Menschen, die sich mit meinen Werken befassen, vermitteln. … <<

 

Erika Pluhars neuer Roman: „Gegenüber“, erschienen im Residenz Verlag

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_reflexionen/zeitgenossen/858539_Wir-sind-viel-mutiger-als-es-den-Anschein-hat.html

 

Ein Liebesbrief

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Die ungewöhnliche Ehe zweier Romantiker –

Bettine und Achim von Arnim

Bettine und Achim schrieben sich unzählige Briefe. Das Paar lebte überwiegend getrennt  – während Betinne in Berlin lebte, bewirtschaftete Achim das Gut Wiepersdorf.

Sie waren vierundvierzig und achtundvierzig Jahre alt und 20 Jahre verheiratet, als Betinne diese bezaubernde Liebeserklärung an ihren Mann schrieb:

„Du bist ein Dichter, und wenn Du mein Mann nicht wärest, wie sehr würde ich mich sehnen, eine Liebschaft mit Dir anzufangen, ja wie würde mich jedes kleine Gedicht, jede neue Erzählung aufs Neue zu Dir hinziehen, und so wahr ich leb’, ich würde Deine alte Huzel von Ehefrau nicht schonen, die nichts mehr sich von Dir angedeihen ließ als das tägliche Brot und das tägliche Sprechen, Schreiben, eheliche Küssen; ich müsste heimlich den Mann zum Küssen bringen, der eine Amra in Gedanken so zärtlich küsst.“ ….

„Aber ernst ist es doch und wahr, dass auch jedes Deiner Werke mich erschüttert, eine Aurora jugendliche Schlangenbadsgefühle aufregt und ich diese Aufregung sanft zur Ruhe bringe.“

(Amra ist eine Gestalt aus Arnims Drama „Die Gleichen“, eine schöne Orientalin, die sich in den Kreuzzugsgefangenen Graf Gleichen verliebt und ihn in sich verliebt macht – dieser aber verheiratet ist.)

 

Aus dem Buch von Hildegard Baumgart: Bettine und Achim von Arnim – Die Geschichte einer ungewöhnlichen Ehe.

Es war eine der großen Liebesgeschichten der deutschen Romantik: Bettine Brentano und Achim von Arnim. Ihre Ehe dauerte von 1811 bis 1831 und verband zwei eigenwillige, gegensätzliche Gefühlsmenschen in einer höchst modern anmutenden Melange aus Zärtlichkeit und Konflikten, idealistischen Höhenflügen und profanen Sachzwängen.
Das ist der Ausgangspunkt der großen Erzählung dieser Ehe, die Hildegard Baumgart auf der Basis intensiver Quellenrecherche unternimmt. Nach einigen gemeinsamen Jahren lebte das Paar räumlich getrennt, Bettine mit den Kindern in Berlin, Arnim auf seinem Gut Wiepersdorf – eine Trennung aufgrund ökomischer Notwendigkeiten, aber auch aufgrund unterschiedlicher persönlicher Charaktere und Bedürfnisse. Und doch blieb ihre Gemeinschaft intensiv. Arnim wirkte weiterhin als Autor und leidenschaftlicher politischer Journalist, Bettine lebte auf im gesellschaftlich-intellektuellen Leben der Hauptstadt.

In dieser Doppelbiographie gelingt Hildegard Baumgart eine wunderbare Mischung aus genauer Recherche und lebendiger Erzählfreude. Es ist, als würde man die Arnims persönlich kennen.

http://www.suhrkamp.de/buecher/bettine_und_achim_von_arnim-hildegard_baumgart_17661.html