Und dann

Wenn ich stark genug bin

um die Sehnsucht auszuhalten

dann

und nur dann

hole ich mir die Bilder her

und folge den Wegen

die ich nicht zu Ende ging

die vielen hätte und wäre

was ich alles hätte sein können

wo und wie ich hätte leben können

wie schön es hätte sein können

und wenn ich mit allen

hätte und wäre durch bin

und meine Trauer und Sehnsucht

fast nicht mehr auszuhalten ist

dann

und nur dann

höre ich auf

und dann

spüre ich den Blick meines Hundes

wie eine warme Hand

die meine Seele umschließt

die mich in das Hier und Jetzt

zurückführt

und dann

weiß ich

dass alles gut ist

so wie es ist

M.K., 09 12 2019

Eine Stadt macht es vor – lokale Firmen statt globale Unternehmen

Wenn wir nichts ändern, werden wir untergehen. Unsere Form des kapitalistischen Wirtschaftens hat uns auch zum Klimanotstand gebracht.
Neil McInroy, Centre for Local Economic Strategies

Nachstehend ein Auszug aus dem Artikel von Andreas Bachmann, veröffentlicht in der Online-Zeitschrift MOMENT. Link am Ende des Beitrags.

Die britische Stadt Preston will wirtschaftlich nicht länger von globalen Investoren und Unternehmen abhängig sein. Öffentliche Aufträge werden gezielt an lokale Unternehmen und Kooperativen vergeben, die „soziale Werte“ schaffen, und nicht nur Gewinne für sich.

Für Neil McInroy ist es eine Frage des Hausverstands. „Warum sollte das Geld der österreichischen SteuerzahlerInnen an große globale Unternehmen gehen, die auf den Cayman-Islands sitzen und hier keine Steuern zahlen?“, fragt er in die Runde. Hausverstand, „Common Sense“, wie es der Brite wörtlich nennt, sei es hingegen, dass die öffentliche Hand ihr Geld so investiert, „dass Österreich und Europa etwas davon haben, und nicht irgendwelche Anteilseigner, die keinen Bezug haben zu Ihrem Land“.

McInroy sitzt an einem der zahlreichen Versammlungstische, die in einer Halle der ehemaligen Glanzstoff-Fabrik in St. Pölten aufgebaut sind. Hier läuft gerade eine Konferenz, die die Zukunft der Arbeit Arbeit bespricht. Aus ganz Europa sind Teilnehmer angereist und stellen ihre Projekte vor. McInroy ist an diesem Tag einer der gefragtesten Gäste. Er begleitet in Preston im Nordwesten Englands ein Programm, bei dem städtische Investitionen und öffentliche Aufträge vermehrt an Unternehmen vergeben werden, die auch dort ansässig sind.

Das beginnt für McInroy schon beim Schulessen: „Es ist Wirtschaften mit Hausverstand, die Kartoffeln für die Kantinen hier bei uns zu besorgen und nicht aus dem Ausland“, sagt er zu MOMENT. Wenn die Stadt Aufträge vergibt, „geht es nicht nur darum, was am günstigsten ist, sondern was uns den besten sozialen Mehrwert bringt“, sagt McInroy.

Wer Mindestlohn zahlt, bekommt den Auftrag

„Sozialer Mehrwert“, das bedeutet für McInroy, dass Unternehmen bevorzugt werden, die Mindestlöhne zahlen und in denen das Verhältnis zwischen den niedrigsten und höchsten Gehältern nicht höher als 20:1 ist; Unternehmen, die Jobs in der Region schaffen, ihre Angestellten weiterbilden, junge Menschen ausbilden und die versuchen, ihren Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren. All das fließt in ein Punktesystem ein, das neben Preis und angebotener Qualität den Ausschlag gibt, wer öffentliche Aufträge erhält. Und: „Wir motivieren dazu, Kooperationen zu gründen, die von den dort arbeitenden Menschen getragen werden“, sagt McInroy.

Das Ziel: „Der erzeugte Wohlstand soll in den Gemeinden und bei den einzelnen Menschen ankommen“ und dürfe nicht nur in den Bilanzen globaler Unternehmen und Investoren auftauchen, sagt McInroy. Anstatt globale Investoren und multinationale Unternehmen in die Stadt zu locken, die dann ihre Gewinne wieder mitnehmen, sollten lokale Firmen und Kooperationen, die von den dort arbeitenden Menschen getragen werden, zum Zuge kommen.

Das „Prestoner Modell“ ist inzwischen Vorbild für viele andere Gemeinden in Großbritannien. Es sollte die darniederliegende Wirtschaft der 140.000-Einwohner-Stadt in der Grafschaft Lancashire wieder in Schwung zu bringen. Preston wollte dabei nicht mehr abhängig davon sein, ob ein großes Unternehmen sein Versprechen, in der Stadt zu investieren nun hält oder sich doch zurückzieht.

Hier der Link: https://www.moment.at/story/prestoner-modell

Gedanken über die ansprechende Sprache und den Dialog

“Bohm entwickelte seinen Ansatz des Dialogs im intensiven Austausch mit Jiddu Krishnamurti. Krishnamurti ging von einer vollständigen ‘geistigen‘ Freiheit aus.

Sprache kann uns verbinden und auch trennen

Wir lauschen einer Sprache – dem gesprochenen Wort

Die Worte können uns ansprechen / anziehen oder abstoßen / verwirren /  kränken

Das gesprochene Wort löst Gefühle in uns aus

Es wird schwierig, wenn mich mein Gegenüber nicht versteht

Ich kann mich dann nicht verständlich machen

Die Sprache meiner Kindheit genügte mir eines Tages nicht mehr / sie reichte nicht aus

Es waren zu wenig Worte vorhanden / sehr oft gar keine

Ich versuchte, mich verständlich zu machen – und wurde nicht verstanden

Ich war ein nicht verstandenes Kind

Die Wortklauberin war geboren

Sich verständlich machen

Im Wort verständlich ist der Verstand enthalten

Aber auch das Verstehen

Und manchmal glauben wir / nehmen wir an / verstanden zu werden – doch unser Gegenüber versteht etwas ganz anderes – weil unsere Worte in seiner Welt eine andere Bedeutung haben / weil unsere Worte in seiner Welt andere Gefühle auslösen

Als Schriftsteller*in weiß ich, dass meine Texte Leser*innen ansprechen oder auch nicht / dass jeder Mensch etwas anderes aus meinen Worten herausliest

Was hören wir

Was verstehen wir

Was empfinden wir

Auch eine mir nicht verständliche / weil fremde Sprache / deren Worte ich nicht verstehe / kann mich ansprechen oder auch nicht

Ich lausche dem Klang der Stimme / dem Klang der Worte

Diese fremde Sprach kann Musik in meinen Ohren sein

Ich muss sie nicht verstehen / doch vielleicht erfüllt sie mich mit Leichtigkeit und Freude

Sprache kann uns verbinden und auch trennen

Wir lauschen einer Sprache – dem gesprochenen Wort

Ich frage nach

Ich sage – ich höre dieses und jenes und verstehe dieses und jenes

Meinst du das so oder meinst du etwas anderes

Dann, wenn diese Fragen gestellt werden, besteht die Chance, dass aus einer Diskussion ein Dialog entsteht

„Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussion“ nennt David Bohm sein Buch. 1) Bohm war ein US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph, er war ein Zeitgenosse und Bewunderer von Jiddu Krishnamurti 2) und begründete den „Bohm-Dialog“.

„Bohm entwickelte seinen Ansatz des Dialogs im intensiven Austausch mit Jiddu Krishnamurti. Krishnamurti ging von einer vollständigen „geistigen“ Freiheit aus. Durch Aufmerksamkeit,  Beobachtung des eigenen Geistes und dessen Reaktionen im Moment der Transformation könne der Mensch zu seinem Inneren gelangen und seine Konditionierung durch Traditionen und Vorurteile beenden.

Nach Bohm ist der Dialog geprägt von einer Intensivierung der Gespräche. Durch diese Vertiefung können die Gefühle, Wertungen, Vorannahmen ins Bewusstsein gelangen, die das Denken und Handeln des einzelnen Teilnehmenden lenken.

Somit können durch den Dialog die Erfahrungs- und Lebensgeschichten der Teilnehmenden erkundet werden. Daraus entsteht zugleich ein tieferes Verstehen der Dialogpartner untereinander, des besprochenen Sachzusammenhangs und der eigenen inneren Prozesse. Auf diesem Weg eröffnet sich die Möglichkeit, Standpunkte und Haltungen zu verändern.“ 3)

Hier wird von Aufmerksamkeit / Achtsamkeit gesprochen

Aufmerksamkeit / Achtsamkeit erfordert Langsamkeit

Wenn wir unseren automatischen gedanklichen und emotionalen Mustern – wir könnten auch von Prägungen sprechen – auf die Schliche kommen wollen, geht das nicht ohne Verlangsamung

Wenn sich in uns, während das Gegenüber spricht, bereits die eigenen Gedanken / Vorstellungen / Kommentare formulieren – sind wir vom Zuhören ohne Vorbehalt weit entfernt

Wenn wir zuhören wollen – dem anderen so vorbehaltlos wie möglich lauschen wollen – erfordert dies ein zur Ruhe kommen der eigenen Gedanken

Was hören wir

Was verstehen wir

Was empfinden wir

Sprache kann uns verbinden und auch trennen

Wir lauschen einer Sprache – dem gesprochenen Wort

Und bestenfalls – in aufmerksamen Momenten / unserem Gegenüber – mit offenem Herzen und freiem Geist  …

1) David Bohm: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussion, Klett-Kotta Verlag

2) Jiddu Krishnamurti, geb. 1895 in Madanapalle, Indien, gest. 1986 in Ojai, Kalifornien, war ein indischer Philosoph und Theosoph. In seinen wichtigsten Veröffentlichungen thematisiert Krishnamurti spirituelle Fragen, wie die Erlangung vollständiger geistiger Freiheit durch Meditation, aber auch religiöse und philosophische Themen. 

3) Zitiert aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Dialog

Erstveröffentlichung: http://www.toterwinkel.at/gedanken-ueber-die-ansprechende-sprache-und-den-dialog/

Spiritualität und Philosophie und Politik

016

Ich werde immer wieder gefragt, wie das gehe, dass ich spirituell-philosophische Gedichte und Texte schreibe, und mich gleichzeitig immer wieder auch mit Politik beschäftige.

Die Antwort ist sehr einfach: Weil sich das nicht ausschließt.

Gar nicht ausschließen kann, wenn ich das, was in der Politik passiert, von der spirituellen Ebene aus betrachte. Denn ich stehe nicht außerhalb.

Auch wenn viele der Meinung sind, das habe alles nichts mit ihnen zu tun.

„Das geht mich nichts an“ – höre ich.

Nein, so ist das nicht.

Alles hat mit uns zu tun. Weil wir ein Teil dieser Welt – der Erde / der Menschen / Tiere / Pflanzen / allem Guten und auch allem Bösen / allem was es gibt – sind.

Niemand kann sich ausschließen.

Und alle tragen wir Verantwortung.

Jede*r Einzelne von uns. Und so auch ich.

Gerade die Innenschau / das Innehalten / bringt mir die nötige Klarheit im Außen.

Ein „Erwachen“ – die Welt so zu sehen, wie sie ist.

Konstantin Wecker, der Sänger, Poet und Rebell, sagt, dass, wer sich politisch engagiere, bereit sein muss, sich immer wieder auf sich selbst zu besinnen, um in sich selbst und seine psychischen Verstrickungen hineinzublicken –  seine wahre Identität zu entdecken.

„Gleich wie das Weltmeer von einem einzigen Geschmack durchdrungen ist, dem Geschmack des Salzes, ebenso auch ist diese Lehre von einem einzigen Geschmack durchdrungen, dem Geschmack der Befreiung.“

(AN Nikaya VIII-19)

Gemeint ist die Lehre des Buddha, in der kein göttliches Wesen im Mittelpunkt steht, dass uns sagt was wir zu tun haben – das belohnt und bestraft. Es geht um unsere eigenen Einsichten und Erkenntnisse.

Die Lehre des Buddha schult unseren Geist, um zu tieferer Einsicht über das heilsame oder unheilsame Wirken unseres Handelns zu gelangen. Wenn ich mir klar mache, dass alles abhängig ist von Ursachen und Bedingungen, dann kann ich auch die Abhängigkeit und den Zusammenhang von Allem sehen.

Diese Sichtweise ermöglicht mir Handlungen der Gewaltfreiheit und Eigenverantwortung.

Und damit bin ich wieder am Beginn: Alles hat mit uns zu tun.

Dies ist mein Weg. Es gibt viele Wege die zur Erkenntnis / zum Erwachen führen.

Jede*r kann den für sich selbst geeigneten Weg gehen.

Nur – auf den Weg machen sollte man sich schon …

 

Erwachen

den eigenen

Weg gehen

Erwachen

Wirklichkeit

erleben

Nichts sonst

(Teneriffa, 25 05 2019)

Die Geschichte vom Smartphone wieder zurück zum Handy

Ich habe mich wieder einmal verführen lassen.

In früheren Jahren ist mir das oft passiert.

Jetzt immer weniger.

Doch manchmal schon.

Werden die Gelegenheiten weniger?

Oder bin ich aufmerksamer geworden?

 

Auf jeden Fall.

Es ist wieder einmal passiert.

 

Bei Vertragsverlängerung mit meinem Handybetreiber besteht die Möglichkeit, ein kostenfreies neues Smartphone oder Handy zu bekommen.

Das habe ich sehr selten genützt.

Mein Handy hatte ich immer so lange, bis es kaputt war.

 

Vor zwei Jahren habe ich bei Vertragsverlängerung mein Handy gegen ein Smartphone eingetauscht. Entgegen meiner Abneigung gegen Smarphones, weil ich die umfangreichen Möglichkeiten des Smartphones eigentlich nicht brauche. Trotzdem. In meinem Freundeskreis habe ich gesehen, welch schöne Fotos alle gemacht haben. Und obwohl ich auch nicht viel fotografiere, wollte ich das auch.

 

Ich habe mich verführen lassen.

Obwohl ich wusste, das brauche ich alles nicht, wollte ich es auch haben.

Weil es ja so leicht ist, es zu bekommen und weil es andere auch haben.

Ja, so funktioniert Marktwirtschaft.

 

Meine geplante Reise nach Triest stand bevor und ich freute mich auf die Fotos, mit denen ich die Orte, die ich zu besuchen gedachte, dokumentieren wollte.

Ich wollte die Cafeès besuchen, in denen sich die Schriftsteller und Dichter aufhielten – James Joyce, der am Ponte Rosso über dem Canal Grande in Bronze herumsteht; Italo Svevo; Umberto Saba, der das kleine Antiquariat in der Via San Nicolò gegründet hat; und Claudio Magris, in seinem Wohn- und Arbeitszimmer, dem Caffè San Marco.

Ich wollte durch die Stadt flanieren, auf der Piazza dell’Unità sitzen, und am Abend am Meer in den Sonnenuntergang schauen.

All dies und noch viel mehr in dieser wunderschönen Stadt zwischen den grünen Höhen des Karst und der sanftblauen Meeresbucht mit ihrer u.a. auch österreichischen Vergangenheit, wollte ich fotografieren. Ich machte 300 Fotos. Und obwohl ich mir auch Zeit zum Schauen ließ, war mir immer bewusst, dass ich ohne mein Smartphone nicht so viele Fotos gemacht hätte. Ich hatte auch meinen kleinen digitalen Fotoapparat mit, und machte auch mit diesem einige Fotos. Nicht viele.

Doch dann kam alles anders.

Ich schaffte es nicht, die Fotos vom Smartphone auf meinen Laptop zu bekommen, deshalb rief ich meinen Computermann zu Hilfe.

Er kam.

Und er hatte wenig Zeit.

Die Übertragung war am Laufen.

Er fragte, ob er die Fotos am Smartphone löschen soll, ich sagte ja.

Er drückte auf Löschen.

Weg war er.

Und weg waren auch die Fotos.

Denn die Übertragung lief noch, als er auf Löschen drückte.

Die Fotos waren noch nicht am Computer und nicht mehr am Smartphone.

Sie waren weg.

Verschwunden in den Weiten des Universums.

Ich war wütend.

Sehr wütend und traurig.

 

Das sowieso schon ungeliebte Smartphone wurde mir noch unbeliebter.

Ich machte keine Fotos mehr und benutzte meinen Fotoapparat.

 

Und damit entdeckte ich dann wieder, was ich eigentlich die ganze Zeit gewusst hatte, dass ich ja gar nicht so viel fotografieren möchte.

Dass ich viel lieber schaue und nicht dauernd an Fotos denken möchte.

 

Und ansonsten?

Ich möchte keine dauernde Internetverbindung.

Außer dem Navi hatte ich nichts aktiviert.

Und auch das Navi brauche ich nicht. Wenn ich nicht weiter weiß, habe ich meinen Stadtplan, meine Straßenkarte. Ja, ich weiß, das ist altmodisch, aber ich liebe es Karten zu lesen. Und – ich mag es auch, in Kontakt mit Menschen zu kommen, wenn ich nach dem Weg frage.

Ich möchte wenn ich unterwegs bin, weder andauernd auf meine fb-Seite schauen, noch über Whatsapp erreichbar sein.

Ich möchte meine Internetpräsenz reduzieren und nicht erweitern.

 

Wozu benutze ich mein Handy?

Ich telefoniere. Nicht viel

Ich schreibe SMS. Nicht viele.

Das war’s schon.

 

Mein Smartphone war mir auch zu groß. Ich konnte es nicht einfach in eine Jacken- oder Hosentasche stecken. Es war zu unhandlich.

Und all das, was es kann, brauche ich nicht.

Ich nutze es nicht.

 

Und deshalb habe ich mein Smartphone gegen ein kleines Handy eingetauscht.

Und fotografieren – wenn ich überhaupt fotografiere – tue ich wieder mit meiner kleinen Kamera.

 

Ich bin froh!

Und erleichtert – im wahrsten Sinn des Wortes!

 

Und die Moral von der Geschicht’:

Es gibt so vieles, das ich nicht brauche.

Und – beginnt damit nicht auch Umweltschutz?

Mit der Aufmerksamkeit darauf, was ich alles nicht brauche …

 

Aus meinen „Triest-Impressionen“:

„Jeden Abend sitze ich gute zwei Stunden oder mehr auf der Mole und schaue.

Ins Meer, den sich verändernden Himmel und die Sonne.

Wie habe ich mich gefreut, dass es da noch andere gibt, die ebenfalls sitzen und warten – auf den Sonnenuntergang. Nicht zu viele. Das wäre auch wieder störend, wenn da plötzlich Massen auftauchen würden. Aber doch einige – eine Hand voll. Wir alle halten unsere Smartphones in der Hand. Ein Fotoapparat ist ja schon fast ein Anachronismus. Obwohl man ihn hin und wieder noch sieht. Misstrauisch beäugt – hauptsächlich von sehr jungen Menschen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie wissen, was das ist.

Also – Smartphone. Ich halte es auch in der Hand. Aber die – die anderen – schauen darauf. Unentwegt. Nur manchmal machen sie einen Blick darüber hinaus um zu sehen, wie weit sie denn ist – die Sonne, mit dem Untergehen. Und ich denke mir, vielleicht schau ich die ganze Zeit umsonst. Vielleicht gibt es den ultimativen Augenblick der alle Augenblicke inkludiert. Vielleicht wissen die das. Und ich nicht. Ich hätte sie fragen sollen.

(…)“

https://monikakrampl.wordpress.com/2017/06/03/triest-impressionen/