Beim Älterwerden langsam aus der Zukunft ankommen

Vor einigen Tagen habe ich in Helga Schuberts, geb. 1940, Buch „Aufstehen“ gelesen:

«Ich komme beim Älterwerden auch langsam aus der Zukunft an, ich nehme Abschied von den Aussichtstürmen, die ich nie besteigen, den warmen Meeren, in denen ich nie baden werden, den Opernhäusern, den Museen in fernen Hauptstädten, der Transsibirischen Eisenbahn, in der ich nicht schlafen werde.»

Heute habe ich, geb. 1950, geschrieben:

Ich diesem Jahr des Älterwerdens bin ich langsam aus der Zukunft angekommen, ich nehme Abschied von meinem Kloster in Sri Lanka das ich nicht mehr besuchen werde, von den fernen Gebirgen, die ich noch durchwandern und den Meeren, in denen ich noch schwimmen wollte, genauso von den Opernhäusern, den Museen in den Hauptstädten, und all den Ländern die ich noch besuchen wollte.

Und dann fällt mir beim Stöbern in meiner Bibliothek das Buch von Cees Nooteboom „Rituale“, gekauft als ich 45 war, in die Hände, und finde einen Marker:

„Jetzt, da er die Vierzig hinter sich hatte, würde er nicht mehr Pianist werden wollen, würde er auch nicht mehr Japanisch lernen, das wusste er mit Sicherheit, zugleich aber ließ diese Sicherheit ein kummervolles Gefühl in ihm aufkommen, ihm war, als mache das Leben jetzt endlich seine Einschränkungen geltend, als würde dadurch der Tod sichtbar: Es stimmte nicht, dass alles möglich war. Vielleicht war alles einmal möglich gewesen, doch jetzt war das nicht mehr so.“

Und mein Kopf schüttelt sich wie der Wackeldackel im Auto.

Nein, aber nein, mit 40 war die Welt noch offen für mich und ich habe mir noch so viele Wünsche erfüllt, damals ….

Heute, ja heute, sage ich: Damals war alles möglich, doch jetzt ist es nicht mehr so. Ich bin aus der Zukunft angekommen, und weiß, dass vieles nicht mehr möglich ist.

Noch einmal Helga Schubert:

„Dieses Ankommen, zurückkehren aus der Zukunft lernen wir beim Älterwerden. Das Alter präsentiert viele Abschiede: reale, wenn Menschen in der Umgebung sterben, gedachte, wenn Sehnsüchte und Pläne nicht mehr in die verbleibende Zeit passen.“

Akzeptanz für das was nicht ist –

Dankbarkeit für das, was ist …

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Helga Schubert: Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten

https://www.dtv.de/buch/helga-schubert-vom-aufstehen-28278/

Ich hatte einen Traum

Im März 1996 hat die österr. Frauenzeitschrift „AUF“ meine Erzählung über das Leben meiner Großmutter veröffentlicht. Meine Großmutter lebte damals noch und sie hatte eine „schamhafte Freude“ über diese Veröffentlichung. Scham – weil wir sie und ihr Frauenleben so wichtig nahmen. Es sind ihre Erzählungen über den Tod ihrer Mutter als sie drei Jahre alt war enthalten – „… sie liegt aufgebahrt auf einem Laden zwischen zwei Sessel in dem Zimmer, in dem ich mit Vater in einem Bett schlafe. Drei Tage schlafen wir neben der toten Mutter …“ ebenso wie über ihre Dienstmädchenzeit in Wien und dass sie diejenige ist, die ihrem Mann immer Mut macht. Außerdem sind Auszüge aus den Briefen ihres Mannes enthalten, die er ihr aus Russland schreibt – „… mich freut nichts mehr, so lange ich Soldat sein muss …“

Ich habe die Erzählung meiner Großmutter, einem Dienstmädchen, und meiner Urgroßmutter, einer Schneiderin, gewidmet.

Ich hatte einen Traum

Erst hatte sie den Traum von einer glücklichen Familie — einem guten Mann, einer treu sorgenden Gattin und Mutter sowie braven und lieben Kindern. Dann kommt der Krieg. Er schreibt am 18. Oktober 1942 aus der Gefangenschaft in Russland:

„… und einen Umschlag mit den alten Briefen habe ich auch nach Hause geschickt, weil ich schon einen ganzen Haufen hatte, und verbrennen will ich’s aber nicht. Ich will sie in unseren alten Tagen mit Dir, mein Lieb‘, durchstudieren, was wir uns beide alles Gute und Schlechte geschrieben haben. Aber auch Du sollst die Briefe alle aufheben, die ich Dir schreibe !…“

Sie hebt die Briefe alle auf, aber er kommt nicht wieder nach Hause… Aus der Traum.

Der zweite Traum, den sie hatte, ist der einer Mutter, die ihre Kinder heranwachsen sieht, denen es besser gehen soll als ihr; einer Großmutter, die ihre Enkelkinder groß zieht, und die in der Gebor­genheit dieser Familie alt wird. Auch dieser Traum wird sich nicht erfüllen. Ich möchte aber von dem ersten Traum erzählen.

„Ich habe geträumt, ich steh‘ in der Haustür und mein Mann kommt auf das Gartentor zu. Er hat seinen Sonntagsanzug an, und ich kann ihn ganz genau sehen. Ich gehe ins Haus hinein, denn ich möchte ihn drinnen erwarten.“

Dies erzählt die alte Frau, sie ist 87 Jahre alt, ihrer Enkeltochter. Ihr Mann, den sie in ihrem Traum auf das Haus zukommen sieht, ist vor 51 Jahren im Zweiten Weltkrieg in Gefangenschaft gestorben. Er ist nicht gefallen — wurde nicht von einer feindlichen Kugel ge­troffen – er starb an der Ruhr, an Heimweh, an Sehnsucht nach sei­ner Familie, und an Mutlosigkeit. Denn die, die ihm Mut gab, war nicht bei ihm. Die Briefe, die er ihr schreibt, sind Briefe der Liebe

und der Sehnsucht. Er braucht ihre Stärke, aber sie ist zu weit weg. Am 22. Juli 1943 schreibt er nach Hause:

„… ich hatte heute eine sehr schlechte Nacht, konnte überhaupt nicht schlafen, meine Gedanken sind immer bei Euch zu Hause, was Ihr so macht, und wie es geht. Das soll doch schon bald alles der Teufel holen, ich weiß nicht, mich verdrießt es jeden Tag mehr und mehr, und immer diese Versetzungen, jetzt bin ich seit 5. Ok­tober 42 fortwährend auf der Tour, mich freut nichts mehr, so lange ich Soldat sein muss…“

Heute glaubt sie, dass sie seine Stärke braucht, um es »denen« zu zeigen. »Die« — das sind ihre Kinder, die sie in der Zeit der Arbeits­losigkeit zur Welt gebracht hat, für die sie in der Zeit des Krieges allein verantwortlich war, für die sie sorgen musste, und die sie ei­nen Beruf lernen hat lassen, damit sie es einmal leichter haben im Leben. Die, das sind drei Kinder, von denen sich zwei von ihr abge­wandt haben. Ein Kind bleibt aus Pflichtgefühl. Sie hat ihr ganzes Leben diesen Kindern und ihren Enkelkindern gewidmet, hat sich »aufgeopfert«, so wie viele Frauen aus dieser Zeit. Sie hat nie mehr geheiratet, war ihr ganzes Leben lang diesem Mann verbunden, mit dem sie zwölf Jahre zusammenleben durfte. Dass dieses »Aufopfern« auch beinhaltet, dass sie ihre Kinder nie losgelassen hat, und diese auch nicht fähig waren, sich ihrer Stärke entgegenzustellen und zu gehen, drückt sich heute, wie in so vielen ungelösten Konflikten, durch Streit und Zorn aus.

Ihr Leben ein Traum, ein sich nicht er­füllender Traum …

Sie wurde im Jahre 1909 in einem kleinen Dorf im nördlichsten Waldviertel geboren. Das Klima in diesem Landstrich ist ziemlich rau, und so waren und sind auch heute noch die Leute dort. Das Leben wird bestimmt von Kargheit und Strenge. Diese Kargheit und Strenge bestimmt bis zum heutigen Tag ihr Leben. Im Jahre 1912 stirbt ihre Mutter, sie ist gerade drei Jahre alt. Sie kann sich ganz genau daran erinnern. Sie erzählt:

„…Meine Mutter hat ein graues Kleid mit weißem Tüll an, sie liegt aufgebahrt auf einem Laden zwischen zwei Sessel in dem Zimmer, in dem ich mit Vater in einem Bett schlafe. Drei Tage schlafen wir

neben der toten Mutter. An das Begräbnis kann ich mich nicht er­innern …“

In der Folge führt die Großmutter dem Vater und dem kleinen Mädchen die Wirtschaft. Ihr Vater ist Maurer von Beruf und arbei­tet bei der Bahn. Durch diese Beschäftigung bei der Bahn wird er auch nicht in den Krieg eingezogen. Aus der Zeit des Ersten Welt­kriegs ist das hervorstechendste Erlebnis für sie die Wiederverheira­tung des Vaters im Jahre 1917. Die Stiefmutter, die sie bekommt, ist die böse Stiefmutter der Märchenbücher. Es beginnt eine Zeit der Demütigungen, der Ablehnung und der Misshandlungen. Sie erzählt:

„Meine Stiefmutter hat wahrscheinlich geeifert, weil ich beim Va­ter geschlafen habe, aber ich war das gewohnt. Wir sind dann von meinem Geburtshaus weggezogen, in eine Wohnung (Zimmer/Kü­che) ein paar Häuser weiter. Wenn ich in mein Geburtshaus zu­rückgegangen bin, habe ich halt nachher meine Sachen gekriegt (bei den Haaren gerissen, auf den Rücken geschlagen). Als mein Bru­der zur Welt kommt, werde ich auch nach der Schule eingespannt. Wenn ich zur Taufpatin gehen wollte, musste ich den Kinderwagen mitnehmen. Damit ich ein bisschen mit den Kusinen spielen konn­te, hat halt die Tante auf den Buben aufgepasst…“

Der Bruder stirbt mit neun Monaten. Zum Spielen kommt sie trotzdem kaum. In dieser Zeit ist es auch üblich, dass sie ihrem Vater das Mittagessen in den nächsten Ort nachbringt, das sind hin und zurück gute zehn Kilometer. Infolge der Umstellungen nach dem Krieg zieht die Familie in das südliche Niederösterreich. Sie wird entsprechend der Geisteshaltung des 19. Jahrhunderts zu absoluter Bedürfnislosigkeit und Gehorsam erzogen. Die Kindheit, die sie bis dahin hatte, war geprägt von Entbehrungen und Demütigungen. Was sie nicht kennen lernte, war eine Atmosphäre der Liebe, der Ge­borgenheit, der Wärme und des Akzeptierens. Heute, mit 87 Jah­ren, sagt sie zu ihrer Enkeltochter:

„Weißt Du, ich hab‘ halt einen ganz starken Minderwertigkeitskom­plex, ich fühl‘ mich, als ob ich nichts wert wäre. Ich hätte es gebraucht, dass mir schon in meiner Kindheit jemand gesagt hätte, dass ich was wert bin …“

Mit 13 Jahren, nach sechs Klassen, muss sie die Schule verlas­sen. Ein Mädchen braucht keine Bildung. Bis dahin war sie schon regelmäßig nach der Schule bei einer Familie zum Geschirr abwaschen. Nun kommen auch noch die anderen schwereren Haushalts­arbeiten dazu. Vom Hof das Wasser für drei Personen zum Waschen und Kochen in den zweiten Stock hinauftragen, vom Keller Kohlen und Holz hinaufbringen, Herd und Kacheln putzen, die Eisenteile mit Schmirgelpapier abreiben, Zimmer ausreiben … Sie erhält vier Schilling im Monat. Von dem Geld darf sie nichts für sich behalten. Mit 17 lernt sie ihren zukünftigen Mann kennen. Er ist ein gelernter Tischler. Doch nach dem Willen der Stiefmutter soll sie einen »Ei­senbahner« heiraten. Um die nicht erwünschte Verbindung zu un­terbinden, wird sie in einer Nacht- und Nebelaktion nach Wien geschickt. Hier arbeitet sie als Dienstmädchen in einer jüdischen Fa­milie. Untergebracht ist sie in einem Kabinett, das nicht beheizbar ist. Trotzdem geht es ihr hier wesentlich besser. Sie versteht sich gut mit der »Gnädigen«, kann das Geld, das sie verdient, für sich behal­ten und kann sich das erste Mal in ihrem Leben etwas kaufen. Da sie schon ihrem zukünftigen Mann treu ist, hat sie auch keine Männer­bekanntschaften. Es ist anzunehmen, dass dies auch mit ein Grund ist, dass sie sich mit der »Gnädigen« gut versteht. Ein Dienstmäd­chen, das kaum weggeht und keine Männerbekanntschaften sucht, ist eine »Perle«.

Obwohl es ihr hier zum ersten Mal in ihrem Leben gut geht, verlässt sie diese Stelle und Wien und geht wieder zurück. Der Grund ist ihr zukünftiger Mann – sie erzählt:

„Sein Bruder hat mir geschrieben, ich soll nach Hause kommen, er fallt immer zusammen. Er kommt von der Arbeit nach Hause, und nach dem Essen starrt er so lange auf mein Foto bis er zusam­menfallt …“

Sie geht zurück und wird wieder von der Stiefmutter schikaniert. Im Frühjahr 1928 kommt ihr erstes Kind zur Welt, und im darauf ­folgenden September heiraten sie. Sie ziehen in eine eigene Wohnung. 1929 kommt bereits das zweite und 1930 das dritte Kind. Im gleichen Jahr wird ihr Mann arbeitslos. Sie ist diejenige, die jetzt für die Familie sorgt. Sie geht wieder putzen – sie putzt in Schulen, im Theater, sie wäscht die Wäsche für andere, sie hilft den Bauern am Feld, gleichzeitig hilft sie noch ihrem Mann im Wald beim Stock­graben, um Holz zum Einheizen zu haben. Dass ihr Mann zwar die Kinder beaufsichtigt, aber nicht kocht, keine Windeln wäscht, fin­det sie selbstverständlich – »das hat es damals nicht gegeben«. Die Stärke dieser Frau wird hier zum ersten Mal sichtbar – sie ist es, die die Familie durchbringt. Von 1930 bis 1939 ist ihr Mann arbeitslos, und sie ist diejenige, die ihrem Mann Mut macht – sie erzählt:

„Er hat immer zu mir gesagt, wenn du nicht singst, dann pfeifst du, und wenn du nicht pfeifst, dann singst du. Wo nimmst du nur diese Kraft und Fröhlichkeit her? Er war halt immer schwermütig…“

In dieser Zeit der Arbeitslosigkeit kaufen sie sich mit zum Teil geliehenem Geld einen Baugrund und fangen an, ein Haus zu bau­en. Im Jahre 1935 ist das Haus fertig, und im Jahr 1939 – ein wei­terer scheinbarer Lichtblick – bekommt ihr Mann Arbeit. Doch be­reits ein Jahr später, 1940, wird er eingezogen. 1944 ist er das letzte Mal zu Hause, kurz darauf kommt er in Kriegsgefangenschaft. Am 3. März 1945 stirbt er in Gefangenschaft. Sie erfährt es erst ein Jahr später durch einen seiner Kameraden — bis dahin hat sie auf seine Heimkehr gehofft. Mit 37 Jahren ist sie Witwe, ihre Kinder sind 18, 17 und 16 Jahre alt.

Ihr Weltbild ist Strenge, Sauberkeit und Ordentlichkeit. So er­zieht sie auch ihr erstes Enkelkind, eine Enkeltochter, die 1950 zur Welt kommt. Erst im Alter wird es ihr möglich sein, diese Stren­ge zu mildern, ihre Enkeltochter in den Arm zu nehmen. Die alte Frau und die Enkeltochter rücken heute näher zusammen. Sie sind einander näher als Mutter und Tochter. Die Stärke der Alten ist zur Stärke der Jüngeren geworden, etwas, das sie verbindet. Sie erzählt ihrer Enkeltochter:

„Ich bin nie allein, denn links von mir ist mein Mann und rechts meine Mutter, sonst würde ich das alles nicht durchstehen.“

(Fotos und Feldpostbriefe aus Privatbesitz Monika Krampl)

Ich habe mich neu geboren. Ich habe die Alte Frau zur Welt gebracht.

Ich kann euch sagen, – das war ein langer Geburtsprozess.

Lange habe ich mich gewehrt. Ich wollte sie nicht.

Ich wollte sie nicht zur Welt bringen, diese Alte.

Doch dann – erst vor kurzem – kam das Kleine Ich wieder in mein Leben.

Alle, die die Erzählung „Die Alte Kaiserin und das Kleine Ich“ gelesen haben, werden sie kennen. Die kleine Lustige mit dem Pferdeschwanz, die mich an den Ohren zupft und ihr Liedchen trällert.

Auch gegen sie habe ich mich lange gewehrt.

Bin ich doch eine bockige Steinziege, die die Hörner senkt und mit dem Kopf durch die Wand will. Das war manchmal sehr anstrengend, aber auch sehr lustig.

Nun ja. Zurück an den Anfang.

Es war einmal …

Die Wechseljahre kamen sehr spät. Mit 52 Jahren begann es zu wirbeln in meinem Leben. Im Herbst 2018 brachte ich ein Buch heraus mit Erzählungen und Gedichten, die im Zeitraum zwischen meinem 57. und  meinem 67. Lebensjahr entstanden sind. Das Buch hat den Titel „LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …“. In diesem Buch klagte und jammerte ich über das Älterwerden. Nicht nur, aber auch. Es war ein Jammer in mir. Nicht nur – es gibt auch Erzählungen und Gedichte über meine Kindheit / meine Lieben / die Jahreszeiten / Veränderung / die Stille etc.

Über zwei Jahre sind seither ins Land gegangen.

Und der Fluss des Lebens fließt – ihr wisst schon – Panta Rhei …

„Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“

(Heraklit)

In diesen zwei Jahren, also schon vor Corona, lebte ich sehr zurückgezogen. Wobei mir die Corona-Zeit sehr entgegen kommt. Ich habe das Nachrichten hören und schauen sehr begrenzt. Ich nehme mir immer wieder Zeit, um mit meinem Mitgefühl bei den vielen Menschen zu sein, die um ihre Existenz kämpfen müssen, die Ängste haben und sich einsam fühlen. Jedoch ich genieße die zusätzliche Stille und Ruhe um mich sehr. Für mich und mit mir zu sein war und ist mir sehr wichtig.

Ich tauchte nochmals in meine tiefsten Tiefen und tauche jetzt auf wie neugeboren. Neugeboren als Alte Frau.

„ … wir sind es und wir sind es nicht“

Mir ist die Akzeptanz des Veränderungsprozesses des Altwerdens / Altseins / so wie ich es in meinem Buch beschrieben habe nicht leicht gefallen – die nachlassende Energie / die Veränderung meines Körpers / mein Ruhebedürfnis etc.

Habe ich damals noch sehr geklagt darüber, habe ich jetzt akzeptiert. Und mit dieser Akzeptanz fühle ich mich wie neugeboren.

Ich habe mir Zeit gelassen und lasse mir weiter Zeit.

Manche Menschen – insbesondere Frauen – blühen im Alter erst so richtig auf und machen und tun was sie vielleicht ihr ganzes Leben lang nicht getan haben. Ich sehe das und freue mich mit ihnen und für sie. Ich hingegen habe so viel gemacht und getan, – mir viele Wünsche und Abenteuer immer sofort erfüllt, so dass ich Schwierigkeiten hatte, mir Ruhe zu gönnen. Ich war immer unterwegs. Im Außen sowohl wie im Inneren. Viele Lieben / neue Berufsausbildungen / viele Wohnsitze / viele Reisen / viele Abenteuer. Nun erlaube ich mir – Ruhe.

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und schaue in den Garten – und freue mich täglich, wenn am Vormittag zwei Eichhörnchen aus Nachbars Garten wie Primaballerinas über den Gartenzaun tänzeln und sich von der Wiese unter dem Nussbaum Nüsse holen.

An meinem Geburtstag vor ein paar Tagen freute ich mich über das Geburtstagsgeschenk des stillen Schneefalls. Die Alte Frau nimmt das Kleine Ich an der Hand und tänzelt mit ihr über die schneebedeckte Wiese. Die Eichhörnchen am Gartenzaun, die Raben auf dem großen Nussbaum, die Katzen an der Hausmauer – sie steigen nur ungern mit ihren Pfoten in den Schnee, und der Hund im warmen hinter der Terrassentür – schauen zu.

Seit heute Morgen denke ich über das Wort „Selbstgenügsamkeit“ nach. Und über das „genug ist genug“ lande ich auch bei der „Langsamkeit“.

Selbstgenügsamkeit – ich lasse mir immer wieder das Wort auf der Zunge zergehen. Es schmeckt irgendwie so gut. Von sich selbst genügen – mit einer Wertschätzung für das eigene Leben – bis zur Genügsamkeit im Außen – ein warmes Haus / gutes Essen / sauberes Trinkwasser / Kleidung – und für ein warmes Herz und Seele gute Beziehungen.

Das genügt. Das reicht, um reich zu sein.  

Langsamkeit – für manche mag es ein langweiliges Leben scheinen.

Das hätte meine Reisende und feurige Liebhaberin früher sicher auch gedacht. Für die Alte Frau heute bedeutet es, nach einem langen Leben des Herumziehens und immer wieder woanders sein wollen, – immer wieder planen und realisieren / dorthin und dahin – eine Reisende – immer unterwegs – jetzt: ein Einwurzeln und Zufriedenheit.

Die Alte Frau ist noch etwas erschöpft von der Geburt. Doch das Kleine Ich sorgt für sie und umsorgt sie.

Wer steht jetzt auf und macht eine Tasse Tee?

Das Kleine Ich oder die Alte Frau?

Die Reisende meldet sich aus dem Hintergrund – „und, wie wär’s mit einem guten Glas Rotwein? Gibt es das nicht mehr, du Langweilerin?“

„Halt die Klappe!“ sagt die Alte Frau – „jetzt gibt es erst einmal Tee und dann sehen wir weiter …“ und sie zwinkert der Reisenden zu, die sich zufrieden auf ihren Rucksack zurücksinken lässt und ein Nickerchen macht …

Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute …

So heißt es doch am Ende einer Geschichte, oder …

Und damit ihr seht, dass es nicht gar so langweilig ist im Leben der Alten Frau, zwei Gedichte über das mehr als ein Wiedersehen im Herbst 2019 mit ihrem Lieblings-Ex-Lebensgefährten.

Ein Augenblick Fremdheit

Ein Fremder unter Fremden

einen Herzschlag lang braucht es

um dich zu erkennen

Einen Herzschlag lang braucht es

bis die Liebe aus ihrem Schlaf

erwacht

Einen Herzschlag lang braucht es

bis meine Haut sich an deine Hände

erinnert

Einen Herzschlag lang braucht es

bis mein Mund den deinen

findet

Viele Herzschläge lang braucht es

um zu erzählen

was wir gewesen sind

Du und ich

im geheimen Raum unserer Blicke

Ich ziehe meine Schuhe aus

und laufe zu dir

***********

Damals

Verliebt habe ich mich

in einen schwarzhaarigen Dichter

mit lockigem Haar

von schlanker Figur

damals

Heute kommt ein

älterer Mann mit

kurzem grauem Haar

auf mich zu

schlank und rank noch immer

Die Dichterseele schläft

irgendwo tief drinnen

wo Dichterseelen schlafen

Erkennen wir uns?

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LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …

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Die Alte Kaiserin und das Kleine Ich

https://monikakrampl.wordpress.com/2020/12/26/eine-weihnachtsgeschichte-die-alte-kaiserin-und-das-kleine-ich/

Bild: Geburtstagsgeschenk von Uschy Pip

Eine Weihnachtsgeschichte – Die Alte Kaiserin und das Kleine Ich

Das Kleine Ich sitzt nun schon jahrelang in einer Ecke und ist traurig. Die Arme hat sie um ihre Beine geschlungen und den Kopf darauf gelegt. Immer wieder will sie sich erheben und die Liebe und Freude ihres Herzens teilen, – und sinkt erschöpft zurück.

Die Alte Kaiserin betrachtet sich im Spiegel. Sie bestaunt sich selbst und ihre wundervollen Kleider. All die Pracht. Sie lässt sich bestaunen. An ihr Herz hat sie schon lange nicht mehr gedacht und es auch nicht mehr gespürt. Papperlapapp – Kinderkram …

Und dann passierte Folgendes und damit beginnt unsere Geschichte.

Die Alte Kaiserin ist nackt.

So wie sie damals in diese Welt kam.

Sie traut sich nicht hinaus in die Welt – schutzlos fühlt sie sich.

Sie kann nicht mit Menschen sprechen. Sie kann es nicht.

Alte Sprachmelodien – die Sprache der Macht – drängt sich auf ihre Lippen und sie verschließt ihren Mund. Nein, so nicht mehr.

Die neue Melodie – die Sprache des Herzens ist noch ungewohnt.

Und meistens ist sie begleitet von tränennasser Traurigkeit.

Sie versucht. Sie übt. Sie stolpert.

Sie hat ihre Kleider abgelegt. Eins nach dem anderen.

Viele Schichten der Pracht, des Prunk und der Großartigkeit.

Mühsam war das ablegen.

Lange hat es gedauert.

Erst schien es ihr, als ob sie selbst die Kleidung wäre.

Als ob sie in ihre Haut eingewachsen wäre.

Die Ablösung tat weh. Sie schmerzte.

Und Angst ergriff sie.

Ein kleines Mädchen schrie „Schaut, die Kaiserin ist nackt“.

Und dann schämte sie sich.

Stand da.

Ohne Kleider.

Nackt und bloß.

Und plötzlich – so nackt und bloß – erinnert sie sich an die Zeit als sie noch nicht Kaiserin war.

Als sie liebte, lachte, tanzte und sang.

Doch irgendwann war es geschehen.

Sie weiß genau wann und warum.

Doch wir müssen das nicht wissen. Alles muss nicht erzählt werden.

Doch von da an, von dem wir nichts wissen, brach sie die Herzen reihenweise.

Bewunderung war ihr Lebenselixier

Bewunderung war ihr täglich Brot

Wisst ihr, dass Bewunderung süchtig machen kann?

Wisst ihr, dass Bewunderung einsam machen kann?

Es war ein Weinen und ein Schluchzen in ihr.

Gefallene Träume.

Immer wieder erhob sich die dunkle Göttin Kali in ihr.

Kali, die Göttin des Todes und Zerstörung. Aber auch der Erneuerung – doch die kommt später …

Kali trägt eine Halskette mit abgeschlagenen Schädeln.

Die Alte Kaiserin trug stolz eine Halskette mit gebrochenen Herzen

Ihr eigenes Herz behielt sie ganz für sich

Nun geschah es, dass sie in ihrem Leben keinen Trost mehr fand.

Freude kannte sie schon lange nicht mehr.

Sie hatte sich viele schöne Kleider und Sachen gekauft.

Sie wohnte nicht, sie residierte – kaiserlich eben.

Sie aß und trank in teuren Restaurants und logierte in den besten Hotels.

Sie kaufte und kaufte und kaufte …

Alle sollten sehen wie erfolgreich sie war und wie gut es ihr ging.

Doch Freude kann man nicht kaufen.

Die Alte Kaiserin wollte klug und intelligent sein und alle sollten das merken. Sie las viele kluge Bücher. Sie betrat mit Ehrfurcht das große, jahrhundertealte Haus in dem alles Wissen gelehrt wurde. Sie wurde zu Symposien eingeladen und hielt Vorträge vor vielen Menschen. Sie sprach viel Kluges und viele Menschen hörten ihr zu und suchten ihren Rat. Doch auch Klugheit allein macht nicht glücklich …

Die Alte Kaiserin hatte lange nicht bemerkt wie sehr sie damit beschäftigt war großartig zu sein. Und überheblich, – sie erhob sich über all die anderen. War sie doch überzeugt und für so manche auch überzeugend, dass sie alles wusste und alles kannte.

So lebte sie.

Sehr lange Zeit.

Wann geschah es, dass sie merkte, das sie nicht glücklich war?

Wann geschah es, dass sie merkte, dass sie keine Freude empfand?

Wann geschah es, dass sie merkte, dass sie die Wunder der Welt nicht mehr sah?

Vielleicht geschah es, als sie müde wurde, sehr müde.

Es macht müde, die ganze Zeit großartig sein zu müssen.

Es macht auch müde, immer besser und klüger sein zu müssen.

Und es macht sehr müde, sich immer wieder beweisen zu müssen.

Und vor allem macht es müde, sein Herz zu verschließen.

Sie erkannte sich selbst nicht mehr.

Und sie erinnerte sich …

Da war doch was …

Damals …

Und weil sie doch so müde war, die Alte Kaiserin.

Und die vielen Kleider und alles was sie besaß, viel zu schwer an ihr hingen, fing sie an, sich vorsichtig davon zu befreien.

Erst ganz langsam.

Und als sie merkte, dass es immer leichter wurde – mit jedem Stück, dass sie losließ, machte sie weiter – bis sie nackt und bloß war …

Und als sie nackt war, ganz nackt – fing sie an, ihre inneren Räume auszukehren, obwohl sie sich in manche erst einmal gar nicht hinein wagte. In manche Räume ging sie mit einem leisen Entsetzen und sie brauchte sehr lange, um diese Räume auszukehren.

Und doch gab es auch ihren Schatzraum, der bis oben angefüllt war mit Lebensschätzen. Mit Liebe und Glück und Frohsinn und Lachen.

Und das freute sie doch ein kleines bisschen.

Und dann auf einmal – geschah es …

Das Kleine Ich war aufgestanden und lugte um die Ecke.

Und die Alte Kaiserin erkannte das Kleine Ich.

Lange hatte sie sie nicht gesehen.

Und es überkam sie wieder eine tränennasse Traurigkeit.

Und gleichzeitig erhob sich das Kleine Ich und lächelte sie an.

Ach – war das süß, dieses Lächeln …

Die Alte Kaiserin hätte nun gesagt – Papperlapapp, Kinderkram …

Aber die Alte Kaiserin gibt es nicht mehr.

Ohne ihre voluminösen Machtkleider ist sie machtlos.

Und sie erkannte das Kleine Ich.

Das kleine Mädchen von damals.

Die keine Ameise zertreten wollte.

Die sich über das Erblühen jeder Blume freute und wie ein Wunder begrüßte. 

Das Kleine Ich ist die Freude.

Das Kleine Ich freut sich darüber dass sie ist. Einfach so.

Sie freut sich dass sie am Morgen aufsteht.

Sie freut sich am Abend aufs Einschlafen und ihre Träume.

Sie freut sich über jede Blume, jede Biene / über den Schnee auf dem Dach und die langen Eiszapfen.

Sie freut sich über ihr einziges Kleidchen und ihren warmen Pyjama.

Sie freut sich über jeden Menschen dem sie begegnet und begrüßt ihn mit strahlenden Augen.

So ist das Kleine Ich.

Und die alte Göttin, die dunkle Kali, steckt ihre abgeschlagenen Schädel und gebrochenen Herzen weg und wird zur Erneuerin.

Und die goldene Göttin Aphrodite, die das Lächeln so liebt, zeigt sich und streut Blüten auf ihren Weg.

Jahrelang hatte das Kleine Ich darauf gewartet. Sehnsüchtig.

Und sie strahlte und war voll Freude, als sie sich zum ersten Mal der alten Kaiserin zeigte.

Und die Alte Kaiserin – ihr wisst schon – tränennasse – nein, diesmal nicht Traurigkeit, – sondern tränennasse Freude!

Das Kleine Ich umarmte sie und drückte sie an ihr kleines Herz, das auf einmal so groß war, dass die Alte Kaiserin darin Platz hatte und sie sich ganz warm, geliebt und aufgehoben fühlte.

Das Kleine Ich nahm sie an der Hand und führte sie hinaus ins Freie.

Dunkel war es bereits. Die ersten Sterne am Himmel.

Und kalt war es. Klirrend kalt.

Doch die Alte Kaiserin spürte diese Kälte nicht an der Hand des Kleinen Ich.

Und die alte Kaiserin erinnerte sich, dass ihre Großmutter, die vor ihr eine strenge Kaiserin gewesen war, gesagt hatte, wenn sie einmal gestorben sei, werde sie ein Stern am Himmel sein und die alte Kaiserin, die damals noch das Kleine Ich war, werde sie immer sehen können, wenn sie nachts in den Himmel schaue.

Und als die Alte Kaiserin an der Hand des Kleinen Ich in den Himmel schaut, sieht sie auf einmal einen Stern blinken, und er hört nicht auf zu blinken und wird immer größer.

Ja, Großmutter, sagt sie, jetzt wird alles gut …

Ach du meine Güte -, sagt die Alte Kaiserin zum Kleinen Ich – ich dachte ich wüsste alles über das Leben und jetzt merke ich, dass ich nichts weiß. Sie zwinkert dem Kleinen Ich zu und sagt, – und jetzt werde ich nicht schon wieder die Schlaumeierin sein und sagen, wer das gesagt hat …

Ich bin die Alte Kaiserin, – denn das war ein Teil meines Lebens.

Ich bin aber auch das Kleine Ich das ich einmal war und jetzt wieder sein werde. Und gemeinsam werden wir – so wie damals – am Fenster stehen und auf das Christkind warten. Nur, – wenn sich die Tür öffnet, werde ich nicht auf die Knie fallen und auf den Knien zum Christbaum rutschen so wie damals, – das halten meine alten Knie nicht aus.

Und die Alte Kaiserin und das Kleine Ich zwinkern sich zu und lachen aus vollem Herzen. Gemeinsam.

Bild: Die Sternennacht von Vincen van Gogh

Je älter desto kostbarer die Augenblicke des Lebens …

Ein Versprechen

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Vorab:

Mir ist immer bewusst, in welch glücklicher Lage ich JETZT bin um mich mit all dem – Stille / Rückzug / Besinnung / Achtsamkeit/ etc. – zu beschäftigen und auch darüber zu schreiben. Ich habe Zeit und ich bin gut versorgt durch mein Grundeinkommen (Pension). Jedoch – BEGONNEN habe ich vor Jahrzehnten – DAMALS – als ich in großer seelischer Not war / als meine finanzielle Lage nicht sicher war / als ich Alleinerzieherin war / und später noch hat es mich immer wieder gestärkt als ich einen sehr fordernden Beruf hatte. Selbstreflexion durch Psychotherapie; Vipassana- (Achtsamkeits-)Meditation; immer wieder Rückzug; Selbsterkenntnis durch die buddhistische Lehre  – hat mich unterstützt / mich gestärkt / verändert – und mir immer wieder ein gutes Leben ermöglicht.

JETZT  habe ich mehr Zeit und Ruhe – um mich zu vertiefen …

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Jeder Augenblick kann der letzte sein

Alles Seiende

immer und jederzeit

die Jahreszeit

der Nebel über dem Garten

der Sonnenaufgang

das Bellen des Hundes

die weichen Pfoten der Katze

die Hand des Geliebten

das Zusammensein mit lieben Menschen

Berührungen die das Herz erfreuen

Berührungen der Lust und Liebe

das Gefühl

der Gedanke

der Herzschlag

der Atemzug

Ich verspreche es mir

Ich übe täglich – besonders bei Menschen, mit denen es mir nicht leicht fällt. Ich übe täglich – Metta (Liebende Güte)

Einiges habe ich an den verschlungenen Wegen meines Lebens bereits gelernt – das Loslassen von alten Verhaltensmustern und das Lernen von einem neuen Umgehen miteinander – doch mir scheint, als ob dies der Krönungsweg sei. „Diese Liebe“ – ohne Anspruch auf Besitz oder Erwartung, das freiwillige Herzensgeschenk lernte ich bereits und auch das Mitgefühl und Freude gönnen – jedoch, die Nachsicht und Geduld, meine liebe Ursula, da gehe ich immer wieder in Kinderschuhen …

Ich lasse meine sehr geschätzte 92-jährige erste Vipassana-Meditationslehrerin Ursula Lyon, zu Wort kommen:

„Herzensgüte ist eine große heilende Kraft. (…)

Liebende Güte kommt manchen Menschen sehr entgegen, andere haben damit ihre Schwierigkeit. Diese „LIEBE“ ist erlernbar im Gegensatz zu der üblichen, weltlichen Ansicht von Liebe. „Liebende Güte“ basiert nicht auf Anziehung, auf Besitz, auf Erwartung und Austausch – es ist ein freiwilliges Herzensgeschenk ohne Anspruch auf Dank oder Gegengabe. Man kann es Freundlichkeit, Wohlwollen, Gut-Gesonnen-sein nennen und es zeigt sich in Mitgefühl im Freude Gönnen, in Nachsicht und Geduld. (…)

Die liebende Güte befreit von innerem Druck und lässt das Herz weit werden. Sie verbindet mit anderen Menschen, allen Lebewesen und der ganzen Natur.“

Tägliche Wahrnehmung –

Begreifen – spüren – anwenden …

Ich atme – ich bin …

Augenblicke der Achtsamkeit

liebevolle Gefühle

liebevolle Gedanken

liebevolle Beziehungen

liebevolles Wahrnehmen

einen letzten Atemzug in Liebe

dann – am Ende des Seienden …

Am Anfang war Liebe und am Ende bleibt die Liebe …

„In meinem Anfang ist mein Ende – in meinem Ende ist mein Anfang.“

(Inschrift auf dem Grabstein von T.S. Eliot)

Ursula Lyon: http://sampadasangha.com