Über das Gehen und wie Gehen unser Leben verändert

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Drei Menschen berichten

 

Ich fotografiere oft meine Füße, weil ich es mag, den Boden zu sehen, auf dem meine Füße stehen und weil ich gerne durch’s Leben gehe. Auch im Alltag.

Beim Nordic Walking, Wandern und auch beim Pilgern trifft man jede Menge Leute. Doch im Alltag? Bin ich auf Geh-Steigen und Landstraßen meist allein.

Vor meinem 30. Lebensjahr habe ich Urlaub gemacht – 14 Tage, 3 Wochen. Seit meinem 30. Lebensjahr reise ich. Reisen beginnen bei mir mit einer Dauer von mindestens 4 Wochen. Zeit um Land, Menschen und Kultur kennen zu lernen. Auch zu Fuß.

Zeit meines Lebens habe ich mich als „Wanderin“ bezeichnet. Meine „Wohnhöhlen“ waren und sind mir sehr wichtig. An einem Tag kann ich mich wohnlich einrichten. Doch es musste immer die Möglichkeit des jederzeit „Weggehen-könnens“ vorhanden sein. Insgesamt bin ich ca. 15 mal umgezogen. Und jeder Umzug war wie eine neue Liebe – mit Schmetterlingen im Bauch.  

 

Goethe nannte sich in seiner Jugend einen „Wanderer“, der von Unrast und Naturliebe getrieben wird. In einem Brief aus Leuk schrieb er: „Zu Fuß zu gehen ist am Ende doch immer das Angenehmste“.

 

Heute möchte ich euch drei Menschen vorstellen, denen Gehen auch sehr wichtig ist und deren Welt / Leben sich durch das Gehen verändert hat.

 

Jens Fröhlke, der mit 53 Jahren ohne Geld und zu Fuß durch Deutschland gegangen ist, um herauszufinden, wie er nach seiner Rückkehr weiterleben will. Er hat’s herausgefunden.

 

45 Minuten, denen man sich nicht entziehen kann – sehenswert!

 

Sandro Langholz, der über 2 Jahre lang zu Fuß losgezogen ist, um Selbstversorger- und Gemeinschaftsprojekte zu besuchen.

Hier das sehenswerte Video „Zu Fuß – Zum Wir – Zu Mir. Meine Reise zu Selbstversorger- und Gemeinschaftsprojekten“

 

http://www.sustainhappylity.de/der-film-ueber-die-ersten-2-jahre-meiner-reise/

 

Und ein Video mit Michaela Schmitz. „Wie schlimm es ist, wenn nichts mehr GEHt und wie wichtig es ist, GEHen zu können, erzählt uns Michaela in diesem Film. Seht selbst… „

 

http://www.wildurb.at/blog/wien-geht-interview-mit-michaela-schmitz#comments

 

 

 

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Herbstbild

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Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
   Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
   Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O störe sie nicht, die Feier der Natur!
   Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
   Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel (1813-1863)

Das Leben lebendig leben

Über das Loslassen

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Wieder einmal stehe ich an einer Wegkreuzung.

Viele Wegweiser. Sie weisen in verschiedene Richtungen. Ich kann mich nicht entscheiden. Vielleicht ist es auch ein Weg ohne Wegweiser.

Ein Feld- und Wald- und Wiesenweg.

Ein Weg der noch nicht erkennbar ist.

 

Was zu Ende gegangen ist:

Vor zwei Jahren habe ich nach 25 Jahren mein Hand- und Seelenwerk als Psychotherapeutin beendet.

Eine lange Zeit …

Jetzt bin ich dabei, nach 30 Jahren mein Engagement und mein Tun in der Zivilgesellschaft zu beenden. Auch ein einjähriges Hineinschnuppern in parteipolitische Arbeit.

Eine lange Zeit …

Nach 40 Jahren Wandertum, bin ich seit einem Jahr sesshaft. Das eine ausgekostet. Dem anderen nähere ich mich vorsichtig an.

Meine Mutter ist vor zwei Jahren verstorben.

Nun bin ich die nächste in der Reihe.

 

Die wenigen Jahre, die noch bleiben.

Der Tod.

Das nicht mehr da sein kommt mir nahe.

Vertrocknete Blätter fallen vom Nussbaum.

Nichts anderes.

Es wird nicht anders sein.

Was ich spüre ist, dass all dies von mir Gelebte zu Ende ist. Mein Herz nicht mehr dabei ist.

Vielleicht noch mein halbes Herz. Aber das reicht nicht.

Wenn etwas zu Ende geht, entsteht ein leerer Raum, der sich vielleicht nicht gleich füllt, weil das Neue noch nicht da ist. Eine Wartezeit …

Wenn für etwas was wir leben, keine Energie mehr da ist / wenn wir nicht mehr mit dem Herzen dabei sind, spüren wird das. Übrigens – andere auch.

Es wird leblos

Es stirbt

Ein natürlicher Prozess

 

Und doch sehe ich vielfach, wie Menschen versuchen etwas festzuhalten, was nicht mehr stimmt / etwas am Leben zu erhalten, was schon lange gestorben ist

Beziehungen / Freundschaften / Arbeitsplätze / Wohnorte / Jungsein / Lebenspläne / Gefühle / Verhaltensmuster  etc. etc.

Alles was nicht mehr passt bindet Energie

Loslassen setzt Energie frei für Neues

Manchmal fühlt sich das Loslassen an wie im freien Fall zu sein / macht unsicher / macht Angst /

Freiheit die unsicher macht

Dabei ist lebendiges Leben selbst andauernde Veränderung

Warum macht Veränderung Angst?

Weil Loslassen auch Abschiednehmen heißt / weil’s auch traurig macht / weil keine Energie für das Neue vorhanden ist, solange das Alte nicht losgelassen worden ist

 

Ich bin nur mehr müde

Klagte ich

Bis mir bewusst wurde

Dass ich alte Wege verlassen muss

Alte Wege, die mir sehr lieb sind

Neue Wege wollen beschritten werden

Ich kenne den Weg nicht

Und doch

Fühlt es sich leicht an

 

Einer meiner besten und liebsten Freunde ist mit 40 Jahren an Darmkrebs gestorben. Darm hat für mich mit Loslassen zu tun. Wenn man nicht loslässt, kommt nichts raus. So einfach ist das. Seine Worte habe ich in Erinnerung. Er sagte: „Ich versteh’ das nicht. Wenn dir etwas nicht mehr passt, dann lässt du es einfach. Du drehst dich um und gehst weiter. Wie machst du das bloß?“

Die wenigen Jahre unseres Lebens, sollten wir doch damit verbringen, mit Menschen zusammen zu sein mit denen wir es gut haben / etwas tun, das wir gerne tun

Zufriedenheit / beglückende Momente zu erleben / zu lieben

Besonders leicht ist es mit dem Loslassen, wenn wir mit uns selbst im Ein-Klang sind.

Zwei-Klang, oder wie viele Klänge auch immer, genießen – sie aber nicht brauchen …

Mit sich selbst im Ein-Klang

Für sich selbst klingen

Klingt das nicht gut?

SupercalifragilisticexpialidociousGut

Das Leben lebendig leben

„Ganesh – ein Gott für alle Fälle“

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In der Rubrik „Alltägliches“ schreibe ich Alltägliches im wahrsten Sinn des Wortes. Ich bringe zum Beispiel Hinweise auf Radiosendungen des Kultursenders Ö1, die heute stattfinden. Solltest Du jedoch erst später diesen Hinweis lesen, ist er trotzdem interessant, denn ich poste auch die jeweiligen Texte von Ö1 zu dem Programmhinweis, die immer sehr interessant sind!

Heute mein Lieblingsgott in

Ö1, 19:05, Tao – aus den Religionen der Welt

„Ganesh – ein Gott für alle Fälle“

Das größte Geburtstagsfest der Welt wird wohl alljährlich in Indien gefeiert: Ende August, Anfang September begehen hier Millionen von Hindus „Ganesh Chaturthi“, zu Ehren von Ganesh.

Der „Herr der Scharen“, gilt als eine Darstellung des Göttlichen im Hinduismus, für Westeuropäer und -europäerinnen mag sie seltsam sein, doch mit seinem Elefantenkopf und seinem runden, dicken Bauch steht er auf der Hitparade der Hindugötter sozusagen unbestritten auf Platz eins. Er gilt als schelmisch und humorvoll, als Naschkatze und als verspielt, als ein Gott, der einem durchaus auch einmal einen Streich spielt. Doch er hilft auch, wo er kann: Er räumt Hindernisse beiseite, bringt Glück und Erfolg. Keinem Hindu fällt ein, eine Aufgabe in Angriff zu nehmen, eine Reise anzutreten oder ein Haus zu bauen ohne Ganesh anzurufen. Er fehlt in keinem Hindu-Haushalt, in keinem Geschäft. Ganesh ist ein Gott für alle Fälle, zugleich jedoch ein Gott, der immer mehr auch für politische Zwecke missbraucht wird.

 

Sommerfrische

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Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz
(1883-1934)