LebensGeschichten – Selbsterfahrung im Waldviertel (GroßmutterLand)

dynamische kundalini meditation

Damals …

Die Teilnahme an therapeutischen Selbsterfahrungs- und Ausbildungsgruppen hat mein Leben verändert und mir ein neues Leben – mein Leben – eröffnet. Über ein Jahr lang in kurzen Abständen – nicht ein Tag, nicht ein Wochenende. Nein, eine ganze Woche! Was für ein Aufwand. Was für ein Gewinn.

Zu Beginn als eine in mir selbst verschlossene, an mir selbst und meiner Geschichte leidende Frau, hat sich in diesem Jahr mein Kokon unter vielen Schmerzen geöffnet und ein bunter Schmetterling schlüpfte vorsichtig heraus und öffnete seine zitternden Flügel.

Die Konfrontation mit meiner Geschichte war sehr schmerzvoll. Das Loslassen von Verhaltensgewohnheiten war von viel Unsicherheit und Angst begleitet. Ich kann mich noch gut an eine dieser Wochen erinnern, in der ich hinaus auf den Parkplatz zu meinem Auto ging  und mein Auto berührte. Das war das Einzige, was ich noch sicher wusste. Das ist ein Auto und das gehört mir. Ich selbst wusste nicht mehr wie und was und wer ich bin.

Nicht zu wissen, wer man eigentlich hinter all den Masken ist, nicht zu wissen wer man sein wird und wie es weitergeht, ist eine große Unsicherheit, der man sich stellen muss. Nicht zu wissen, ob dahinter überhaupt etwas ist. Der Zweifel von mir und vielen anderen auch. Viele haben aufgehört in diesem Jahr.

Ich nicht. Ich wollte es wissen.

Es hat mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Und nach den vielen durchlebten Schmerzen, der Wut und Trauer, der Angst und Unsicherheit kam das Genießen.

Es zu genießen, ich selbst zu sein. Es zu genießen, Gefühle ausleben zu dürfen. Es zu genießen, neugierig darauf zu sein was Morgen wohl sein wird. Es zu genießen, sich verändern zu dürfen. Es zu genießen mit offenem Herzen und offenen Sinnen auf andere Menschen zuzugehen.

Sich auf das sich ständig verändernde Leben mit allen Unsicherheiten einzulassen und zu leben, zu lieben, zu lachen. Weit ausgebreitete Schmetterlingsflügel im Sonnenlicht.

 

Über ein Jahr lang

Von Angst zur Freude

 

Lass los

Beweg dich

Frei

 

Lass los

Deine Gedanken

Frei

 

Lass los

Deine Gefühle

Frei

 

Von Angst zur Freude

Über ein Jahr lang 

 

Indien (1)

Taj Mahal - von Andersreisender

Indien 1984

Ich wollte immer schon reisen. Doch bis jetzt war es anders gekommen in meinem Leben.

Ich wollte immer schon nach Indien. Dann traf ich diesen Mann, der später mein zweiter Ehemann werden sollte. Und er war bereits einmal in Indien gewesen. Auf dem Landweg über Afghanistan und Pakistan.

Diesmal benutzten wir das Flugzeug. Bei meinen ersten Schritten und in den ersten Stunden in diesem Land wollte ich eigentlich sofort wieder umdrehen. Doch nach ein paar Tagen Akklimatisierung in einem Guesthouse, mitten in Dehli am Connaught Place, sah es bereits ganz anders aus. Ich begann das Land zu lieben. Die Menschen, die Geschichte und Kultur des Landes, die Götterwelt mit den an allen Straßenecken präsenten Tempeln und heiligen Plätzen, den Lärm auf den Straßen, ja sogar die vielen Gegensätze dieses Landes, die aufeinanderprallen.

Wir waren um die 30, und wir waren über drei Monate mit Rucksack unterwegs. Das Treffen mit den Backpackers aus den unterschiedlichsten Ländern und unterschiedlichen Alters in den Guesthouses war sehr schön. Am Abend beim Schlummertrunk und offenem Feuer auf dem Hausdach saßen wir beieinander und es wurden Reisegeschichten ausgetauscht. Und manchmal traf man sich auch wieder auf den Reiserouten. Die öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse und Bahn waren eine Herausforderung. Sehr unbequem, sehr eng, laut und nicht sehr zuverlässig. Aber es war spannend und bereichernd, mit Indern und Inderinnen der verschiedenen Landesregionen in Kontakt zu kommen und ihren Lebensgeschichten und –gewohnheiten zu lauschen.

Es gab viele Höhepunkte auf der Reise. Einer davon war das Taj Mahal. Vor allem aber auch, dass wir ganz allein das Taj Mahal genießen durften. Dies verdankten wir unserem  Rikschafahrer. Wir unterhielten uns immer wieder mit Händen und Füßen, und wir bezahlten ihm einen fairen Preis. Er sprach daraufhin mit einem seiner Brüder, der im Garten des Taj Mahal arbeitete. Er schloss uns am Abend das Tor auf und ließ uns hinein. Auch wenn ich versuchen würde es noch so blumig zu schildern, ich käme mit meinen Worten nicht an den Zauber dieser Nacht heran.

Ich war angekommen in meinem Sehnsuchtsland, dem Land der Maharajas. Das silbrig glänzende Licht des Vollmondes auf dem Mausoleum der Großen Liebe, erbaut vom Großmogul Shah Jahan für seine geliebte Gattin. Die Wohlgerüche des Gartens, das Plätschern des Wassers, und ansonsten Stille.

Und wir, mein Liebster und ich – staunend und verstummend voll Glück über diese Schönheit. Ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht.

 

Indien

 

Am Morgen

im Nebel die Hütten

die Feuerstellen

es riecht

nach verbranntem Dung

die ersten Sonnenstrahlen

der Nebel wird rosa

die Hütten

verzaubert

nicht wirklich

nicht wirklich arm

nicht wirklich elend

Märchen

erzählt von einem Märchenerzähler

von weißen Elefanten

und Prinzen und Maharadschas

und Palästen

und weißen Gemächern aus Marmor

 

und Nebel

steigt

und Hütten und Schmutz und Elend

und Gestank und weinende Kinder

und Bettler

 

das Meer

glitzern in der Sonne

Möwen, Palmen

warmer Sand

bunte Saris

braune Körper

Kinderlachen

Meeresrauschen

immer

für immer

Stille

Indien

 

Foto: http://www.liebenberger.com/reiseblogs-und-magazine/

 

Gedanken über Macht und Liebe

Macht und Liebe

Wenn es keine Gleichheit gibt

keine Gleichheit auf Augenhöhe

keinen Respekt Anderen gegenüber

kein Miteinander

 

Dann gibt es

Überlegene und Unterlegene

und damit es Überlegene gibt

muss auf die Unterlegenen

so lange hingetreten werden

bis sie klein werden

um selbst

der Größere und Bessere zu sein

 

Welche Kleinheit

steht dahinter

Andere kleiner machen zu müssen

damit man selbst größer wird

 

Welche Angst

vor Minderwertigkeit

steht dahinter

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Ich kann die Augen nicht verschließen

was alles ausgelöst wird

durch die machtlose Macht

der Mächtigen

 

Warum ich es als

machtlose Macht bezeichne?

Weil nur liebevoll und respektvoll

eingesetzte Macht

keine Machtbeweise braucht

 

Weil nur die Liebe allmächtig ist

Weil nur die Liebe dem Leben Sinn gibt

Weil nur die Liebe verbindet

 

Liebe lässt andere wachsen

Und unterstützt ihr Wachstum

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Liebe ist das Ja zur Zugehörigkeit und Verbundenheit

(David Steindl-Rast)

 

 

 

Nacht-Leben

Schattenbilder 1

Wache Lebendigkeit

In mondhellen Räumen

Wache oder träume ich

Wer ist die Träumerin

 

In mondhellen Räumen

Dein Gesicht

Wer ist die Träumerin

Träume ich dich

 

Dein Gesicht

Scherenschnitt Schatten

Träume ich dich

An meiner Seite

 

Scherenschnitt Schatten

Wache oder träume ich

Stille

Wache Lebendigkeit

 

(M.K., 13 03 2017)

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Wirklichkeiten oder Phantasie

Hochgewölbter Himmel

In mondheller Nacht

Menschenlose Stille

Unsägliches wir laut

Füllt den Raum

Alltag hält den Atem an

 

Mondlicht im Raum

Verändert Perspektiven

Scherenschnitt Schatten

 

Die Nacht ein Traum

Der Tag ein Traum

Geträumter Tag

Maya

(M.K., 13 03 2017)