SommerLiebesbunt – Gedichte aus meinem Buch

Und wieder ist es ein heißer Sommer …

Hier einige bunte und heiße Gedichte aus der Gedichtreihe „SommerLiebesbunt“ – aus meinem Buch „LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …

I

Heute
Ist die Liebe türkis
Karibisches Meer
Deine Lust
Brennt Löcher
In meine Haut

II

Heute
Ist die Liebe gelb
Flirrende Sommersonne

Ich spüre dich
An meinem Rücken
Deine Hände auf meinen Hüften

Flirrende Lustströme
Halt mich fest
Geliebter

III

Heute
Ist die Liebe schwarz
Worte schwarz auf weiß
Einen Satz
Liest du
Mir
Vor

Im Klang deiner Stimme
Fühle ich
Was dich berührt

Was dich berührt
Berührt auch mich

IV

Heute
Ist die Liebe ein Regentropfen
an der Fensterscheibe
schimmernd im Kerzenschein

Dämmerstunde
Der Garten
Die Bäume
Im Dunkelwerden

Herinnen
Du und ich

V

Heute
Ist die Liebe ein Regenbogen
Rock’n roll und Blues

Der Joint
Wir kichern
Und Lachen
Lassen unsere
Kleider fallen
Stolpern
Landen am Boden
Lösen uns auf

All you need is love

VI

Heute
Sitzt die Liebe auf dem Nussbaum
Oder wir
Oben oder unten
Ringelreihen
Kinderlieder
Werden wie die Kinder
Um lieben zu können
Bedingungslos

VII

Heute
Schreibe ich Dir
Einen Liebesbrief

Und du
sitzt neben mir

VIII

Heute
Ist die Liebe
SommerHimmelDunkelbau

Grüne Weingärten
Silbrigglitzernde Olivenbaumblätter

Du und ich
Versteckt hinter Ginster
Im kühlen Wasser des Teiches
Ineinander verschlungen

M.K., geschrieben im Juli und August 2016

Mein Buch „LebensZeichen. Erzählungen übers Älterwerden und mehr …“ erzhältlich als Paperback, Hardcover und e-Boock im Buchhandel und bei deinem Buchhändler ums Eck …

Die Schönheit der Worte

Ich entdecke die Schönheit und Intensität des langsamen Lesens.

Manchmal lese ist laut / betone die Worte / die Sätze – immer anders, auf der Suche nach dem richtigen Ton. Der Ton macht die Musik – und die Worte beginnen zu klingen …

Manchmal lese ich in Gedanken laut und höre mich in meinem Innersten die Worte aussprechen, die dadurch an Bedeutsamkeit und Fülle gewinnen. Je öfter ich laut lese, desto besser gelingt das Hören der inneren Stimme.

Und ich frage mich, wann ich begonnen habe, zur Schnellleserin zu werden, – den Inhalt eines Satzes zu erfassen, ohne jedes einzelne Wort zu lesen. Einzelne Worte zu verschlucken ohne sie zu genießen, so wie man eine Speise in sich hineinschlingt und die verschiedenen Aromen nicht mehr wahrnimmt.

Habe ich begonnen, als meine Eigenmächtigkeit über meine Zeit zu Ende ging, damals, als ich als heranwachsendes Mädchen Haushaltsarbeiten übernehmen sollte und ich mit meinem Buch, versteckt unter meiner Schürze, in einem Winkel verschwand, um schnell noch ein paar Zeilen zu lesen, bevor der Ruf mich erreichte – „steckst du deine Nase schon wieder in ein Buch?“ / „hast du nichts zu tun?“

War es als bereits erwachsene und berufstätige Frau, und ich nicht wusste, was ich als Erstes und als Nächstes lesen sollte. Gab es doch so vieles, das mich interessierte – und ich mich in meinen vielen Interessen verlor. Die Worte nicht zu Ende lesen konnte, – sie in ihrer Tiefe gar nicht mehr erfasste.

Heute nehme ich mir Zeit.

Je weniger Lebenszeit mir bleibt, desto mehr Zeit nehme ich mir.

Nicht nur beim Lesen. In allem.

Sich von der Geschäftigkeit des Lebens frei machen schafft Gegenwart. Das „Hier und Jetzt“ – über das ich bereits so oft geschrieben habe.

Also hat das „Jetzt“ auch Eingang ins Lesen gefunden.

„das Buch in meiner Hand

so viele Worte für die Stille der Nacht

das Schweigen im Raum wird tiefer

die Schatten dunkler

die Stunden schreiten voran

so viele Worte die den Raum erhellen“

habe ich in einem Gedicht geschrieben.

Gerne würde ich so manche Worte und Sätze in anderen Sprachen lesen.

Wie würden sie klingen?

Wie sich anfühlen?

Das habe ich versäumt.

In der Zeit, in der ich noch viel Zeit vor mir hatte.

Doch, – kein Bedauern.

Es ist, so wie es ist.

Es ist gut, so wie es ist.

Viele Sätze, die ich jetzt, in der „langsamen Zeit“, gelesen habe, könnte ich anführen. Soeben habe ich die Worte von Vasily Smirnov gelesen:

„Seit Tagen fällt Schnee in großen, langsamen Flocken. Wenn ich vor die Tür trete, ist es zuerst, als hörte ich nur Stille. Nach einiger Zeit dann höre ich das Geräusch der fallenden Flocken. …“

Solche langsamen und stillen Sätze können mich bezaubern. Lese ich mit großer Bewunderung. Ich kann sie nicht oft genug lesen. Langsam.

Und ich kann die großen Schneeflocken auf meiner warmen Hand sehen und spüren. Sie schmelzen und laufen in Tropfen über meinen Handrücken auf mein Buch.

Welch ein Zauber der Worte.

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Den Text von Smirnov habe ich im Buch „Das Gewicht der Worte“ von Pascal Mercier gelesen, das mich angeregt hat, diesen Text zu schreiben.

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Schreiben macht keine neuen Menschen. Aber es schafft Klarheit und Verstehen. Oder doch den Anschein. Und wenn man mit seinen Worten Glück hat, ist es wie ein Aufwachen zu sich selbst, und es entsteht eine neue Zeit die Gegenwart der Poesie.“

(Pedro Vasco de Almeida Prado)

Aus Pascal Merciers Buch “Nachtzug nach Lissabon”

26 05 2020

Über die Liebe und das Leben

Eine Rückschau mit Dankbarkeit

Mit 70 Jahren darf man schon mal Rückschau halten.

Die Schatztruhe öffnen und schauen, welche Schätze sich darin angesammelt haben. Obwohl es natürlich noch nicht zu Ende ist – die Liebe und das Leben – da kommt noch was …

Reden wir doch über die Liebe und die Lust in unserem Leben.

Was gibt es Wichtigeres?

Gibt es etwas Wichtigeres?

Nein.

Am Ende des Tages – oder hoffentlich schon früher – ist es egal, wer du warst, welchen Beruf du hattest, wie viel du verdient hast, oder was du alles besitzt …

Am Ende des Tages – oder hoffentlich schon früher – wirst du dich fragen, wie viel du geliebt und voll Lust und Freude gelebt hast.

Lasst uns doch diese Geschichten erzählen.

Geteilte Geschichten bereichern und machen Mut zu leben.

Was würdest du erzählen?

Heute erzähle ich – einen Teil – meiner Geschichten. So viel gelebtes Leben lässt sich nicht in einer Geschichte unterbringen – und dafür bin ich sehr dankbar.

In den Jahren meines Liebes-Lebens lernte ich zu unterscheiden:

  • die Herzensliebe – die aus dem Herzen kommt und das Herz überfließen lässt
  • die Seelenliebe – eine seelische Verbundenheit, die sich anfühlt, als wäre die Liebe schon seit Anbeginn der Welt da
  • die Bauchliebe – welche die Schmetterlinge zart mit den Flügeln schlagen lässt in unserem Bauch, und / oder die ein loderndes Feuer entflammt, das uns brennen lässt vor Lust

Ich lernte, dass alle drei für sich gelebt werden können / dürfen.

Und ich lernte, dass, – wenn alle drei zusammentreffen es die „heilige Dreifaltigkeit“ ist. Ein wundersames Geschenk.

Ich schreibe Liebesbriefe an meinen verstorbenen ersten Ehemann, von dem ich mich getrennt habe – damals vor langer Zeit; ich rede mit meinem zweiten Ehemann über unsere Liebe, wenn wir uns sehen; und ich habe Schmetterlinge im Bauch, wenn ich mich mit meinem Lieblings-Ex-Lebenspartner treffe …

Und das alles trage ich in mir und spüre ich jederzeit – wann ich nur will – welch’ glückliche Frau ich doch bin …

Panta Rhei  – Aus der Flusslehre

„Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“

Ich sitze am Ufer meines Flusses und blicke zurück.

Wenn ich zurückblicke, muss ich aufstehen um die Quelle meines Flusses zu sehen; wie er mäandert und sich die Ufer immer wieder verändern.

Schaue ich in die andere Richtung – zum Mündungsdelta des Flusses in das unendliche Meer – kann ich es bereits im sitzen sehen …

Metamorphose – Bewegungsfluss der Liebe

Welch weiter Weg von dem verzweifelten Schrei im Jahr 1988 „er gehört nicht mir“ bis zur Freiheit des Herzens und der Worte „weil meine Liebe nichts verlangt von dir“ im Jahr 2019 …

1988

er braucht mich nicht

er lacht und liebt mit einer anderen

keine liebe

kein vertrauen

keine sicherheit

keine geborgenheit

er braucht  mich nicht

er begehrt mich nicht

nicht mehr

wie gewonnen

so zerronnen

lebensspiel

er gehört nicht mir

nicht mehr

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2019

Ich habe keine Angst

dir zu sagen

dass ich dich noch immer liebe

und begehre

Ich habe keine Angst

weil meine Liebe

unabhängig

davon ist

ob du mich liebst

weil meine Liebe

nichts verlangt

von dir

nicht einmal

dass wir uns

wieder sehen

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Liebe und Lust sind unendlich.

Es gibt nicht nur die eine Liebe, es gibt viele Lieben.

Liebe ist unendlich und immer anders.

Jede Liebe ist immer eine besondere Liebe, – da das Gegenüber immer anders und besonders ist.

Zu lieben ohne Ausschließlichkeit und damit ohne andere ausschließen zu müssen, heißt – lieben und andere mit einschließen zu dürfen.

Keine Trennung machen zu müssen, die zu leidvoller Trennung führt.

Je mehr Liebe wir verschenken, je mehr wir uns zu lieben trauen, desto mehr Liebe ist in unserem Herzen.

Selbstverständlich gibt es auch in guten Liebesbeziehungen Zorn und Schmerz und Trauer. So ist das Leben. Und so sind wir in unseren ganz besonderen Verschiedenartigkeiten. Ohne Gefühle keine Lebendigkeit. Und zwar alle Gefühle. Die ganze Gefühlspalette – vom einem Ende der Verzweiflung und dem Schmerz bis zur anderen Seite der Glückseligkeit. Sich irgendwie in der Mitte einzupendeln – der Versuch / die Resignation / das Vermeiden wollen von Gefühlstiefen führt zu Unlebendigkeit.

Eine Zeit lang, als ich den Buddhismus kennen lernte, verfiel ich dem Irrtum, dass ich jetzt nur mehr mit Dauerlächeln auf den Lippen, möglichst im Lotussitz, durchs Leben schweben werde.

Wie gesagt, das war ein Irrtum. Da habe ich etwas grundlegend missverstanden mit der Achtsamkeit und Gelassenheit. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Heute bin ich sehr achtsam mit meiner Achtsamkeit – und – weiß wie wichtig mein „heiliger Zorn“ und meine „Tränen der Seele“ sind.

Es geht nie um ein „entweder – oder“.

Es geht immer um ein „und“ …

Achtsamkeit bedeutet zum Beispiel – Zorn und Trauer bis zum tiefsten Grund zuzulassen / dann erschöpfen sich diese Gefühle von allein / sie sind ausgelebt / vorbei – um dann zurückzukehren zur unerschöpflichen Liebe.

Achtsamkeit bedeutet auch – einen Schritt zurückzutreten / einige Atemzüge zu nehmen – und zu merken, dass Zorn und Trauer nichts mit dem Gegenüber zu tun haben, sondern mit dem eigenen Selbst – um dann zurückzukehren zur unerschöpflichen Liebe.

Mein Weg des Lebens – mit der Liebe

Wild – sinnlich – besinnlich

Immer wieder bin ich dankbar für mein gelebtes Leben!

Wie viele Wege bin ich gegangen – manchmal ein leichter Wanderweg, dann wieder eine schnelle Autobahn /  in ein liebliches Tal und über eine Alm mit Kräuterduft / manchmal ein schwieriger Anstieg über eine Geröllhalde und die Glückseligkeit des Gipfelerlebnisses / und so manches Mal ein Stolpern durch die brennheiße Wüste ohne Ende / ein Dschungelpfad mit wilden Tieren / manchmal eine Sackgasse und zurück an den Start / und immer wieder die Stille des Rückzugs – das Sitzen am Fluss …

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https://monikakrampl.wordpress.com/2017/11/23/liebesbrief-an-meinen-ersten-ehemann/

https://monikakrampl.wordpress.com/2020/05/03/ein-mann-und-zwei-witwen/

https://monikakrampl.wordpress.com/2019/12/30/leben-heist-lieben-und-lieben-heist-leben/

Meer-Impressionen

Wind fegt über den Sand des Strandes und bewegt ihn wellenförmig Richtung Wasser. Brandung wirft sich dagegen – lässt eine kleine Sanddüne entstehen.

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wenn ich

in rückenlage

im meer treibe

wellen mich schaukeln

blau des himmels über mir

ruhen meine gedanken

im blau und im meer

und ich stelle fest

dass ich

glücklich bin

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eine welle

nimmt mich mit

taucht mich unter

und

ich weiß nicht

ob ich wieder

nach oben will

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möve

am Himmel

schwerelos

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im sand

spielen meine zehen

mit der feder

einer möve

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sonnenuntergang

tag und nacht

trifft sich

möven fliegen

zu ihren schlafplätzen

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das meer ist das meer ist das meer

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Teneriffa, im Mai 2019

Koan

Nichtstun im Tun

Tun im Nichtstun

(M.K.)

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Ein Koan ist ein Paradoxon – eine scheinbar unsinnige Behauptung –  die zum Nachdenken anregen soll. Koans können nie verstandesmäßig gelöst, sondern nur durch ein “Eintauchen” erfahren werden. Etwas, was mit dem Verstand unlösbar ist. Dies wird meist in Zen-Meditations-Übungen praktiziert. Der Zen-Meister stellt eine Frage, die unlösbar erscheint. Ein Koan ist also ein Zen-Rätsel. Es erfordert absolutes Loslassen von herkömmlichen Denkmustern. Erst mit einem „hineinversenken in die Tiefe des Koans“ geschieht der Durchbruch und man weiß die Lösung einfach.