Melancholie liegt in der Luft (Teil 2)

Erlauben wir uns Sentimentalität, Melancholie, Trauer in unserem Leben?

Und auch – Zorn ist eine Schubkraft (siehe Greta Thunberg)

Ich habe wieder einmal die Abschiedsworte der Schriftstellerin Karen Blixen, alias Tania Blixen, mit denen sie sich von ihrer Farm im Roman „Afrika – dunkel lockende Welt“ (Film:„Jenseits von Afrika“) verabschiedet, gelesen. Das richtige Buch für eine Melancholikerin.

„Wird die Luft über der Ebene schimmern in der Farbe die ich getragen habe,
oder werden die Kinder ein Spiel erfinden, in dem mein Name vorkommt?
Oder wird der Vollmond einen Schatten auf den Kies in der Einfahrt werfen, der mir gleicht?
Oder werden die Adler der Ngong-Berge nach mir Ausschau halten?“

Im Radiosender Ö1 gab es vor einiger Zeit in den Spielräumen „Songs zum Heulen“ unter dem Motto „Tausend Tränen tief“.

Erlauben wir uns Sentimentalität, Melancholie, Trauer in unserem Leben?

Und wo ist der Unterschied? Oder geht eins ins andere über?

In meiner Eigentherapie musste ich damals – das ist lange her – Jahrzehnte (Sentimentalität!) nicht nur mühsamst wieder lernen, mir meiner Gefühle bewusst zu werden, ich musste auch lernen mir zu erlauben, sie auszudrücken. Hört oder liest sich so selbstverständlich. Ist es aber nicht. Sich tagsüber immer wieder bewusst zu machen – was fühle ich gerade? – erfordert Achtsamkeit. Kann man auch lernen. Sofern man es will.

Eigentlich geht es darum – uns zurückzuholen, was wir als Kinder hatten – unmittelbar erlebte Gefühle. Wie freue ich mich, wenn ich Kinder sehe, die sich von Bäumen verabschieden, die ungezwungen und neugierig über den Tod sprechen, die traurig und wütend sind, weil sie es eben grade sind …

Und ich? Ich genieße mittlerweile meine Gefühle. Alle. Na ja, sagen wir – fast alle. Gestern war ich sehr enttäuscht. Das fühlte sich nicht gut an. Auch wenn ich wusste, dass es meine nicht erfüllten Erwartungen waren, die enttäuscht wurden. Das ist so – wenn andere sich nicht so verhalten, wie wir es „erwarten“.

Jedoch – Zorn ist ein gutes Gefühl.

Fühlt sich mächtig und kraftvoll an. Liebe Frauen! Und da spreche ich sehr bewusst die vielen Frauen an, die da meinen, Zorn sei etwas was Frau nicht haben dürfte. „Ich will ja in meiner Mitte sein“ und „in der Ruhe liegt die Kraft“ höre ich immer wieder. Ja, stimmt auch. Aber eben – auch …

Auch wenn ich zornig bin, bin ich in meiner Kraft.

Ich möchte sagen, das ist eine Schubkraft / Erlöserkraft / Veränderungskraft! Wenn Zorn verdrängt wird, wird er schließlich zu Wut und vielfach auch zu Gewalt. Brauchen wir uns ja nur umzusehen in der Welt.

Oder das Gegenteil – nicht nur verdrängte Trauer, auch verdrängter Zorn kann in die Depression führen. Überhaupt kann es manchmal sehr vermischt sein. Ist halt nicht so einfach mit den Gefühlen …

Ich liebe meinen „gerechten Zorn“.

Zorn per se ist gut! So wie alle unsere Gefühle gut sind. Die Bewertung von Gefühlen in gut / böse, erwünscht / unerwünscht, ist in den verschiedenen Kulturen, Gesellschaftsmodellen und damit einhergehend den jeweiligen Verhaltensnormen zum Teil auch sehr verschieden.

Heute weiß ich, dass Melancholie eine meiner „Grundstimmungen“ ist.

Sie ist immer da. Auch zu Zeiten, in denen ich fröhlich, ausgelassen, heiter, übermütig, lustvoll, und so weiter und so fort, bin. Ich bin auch gerne sentimental. Und ich liebe es, so richtig zu heulen und zu schluchzen. Würde ich das nicht tun, würde ich depressiv …
Und – ich kenne auch die Depression – aber das ist wieder eine andere Geschichte …

Erlauben wir uns doch – zumindest hin und wieder – unsere Selbstbeherrschung zu verlieren. Und erlauben wir uns doch – möglichst oft – große Gefühle …

Ich nehme die Zeilen, die mir eine liebe Freundin in Interpretation der Zeilen von Karen Blixen, geschrieben hat als Abschluss, weil ich sie so schön finde:

„Die Luft wird deine Farben tragen und sich damit in stillen Wassern spiegeln. Die Vögel im Nussbaum werden deine Stimme imitieren und im Kies werden unerwartet dein Fußabdrücke sichtbar sein …“

“If I know a song of Africa
Of the giraffe and the African new moon lying on her back
Of the plows in the fields
And the sweaty faces of the coffee pickers,
Does Africa know a song of me?
Will the air over the plain quiver with a color that I have had on
Or the children invent a game in which my name is?
Or the full moon throw a shadow over the gravel of the drive that was like me?
Or will the eagles of the Ngong Hills look out for me?

Freie Übersetzung:
Wenn ich ein Lied über Afrika weiß,
von der Giraffe und dem afrikanischen Neumond, der auf dem Rücken liegt,
von den Pflügen auf dem Feldern
und den verschwitzten Gesichtern der Kaffeepflücker,
weiß Afrika dann ein Lied über mich?
Wird die Luft über der Ebene schimmern in der Farbe die ich getragen habe,
oder werden die Kinder ein Spiel erfinden, in dem mein Name vorkommt?
Oder wird der Vollmond einen Schatten auf den Kies in der Einfahrt werfen, der mir gleicht?
Oder werden die Adler der Ngong-Berge nach mir Ausschau halten?“

Aus Tania Blixen: Afrika – dunkel lockende Welt, Manesse Verlag, Zürich

Meine Lebensbegleitung – die Melancholie (Teil 1)

(Erstveröffentlichung im Mai 2017)

Gefühle willkommen heißen

Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt mich allen Gefühlen hinzugeben und mich in ihnen wohlzufühlen. Nicht nur in Freude / Liebe/ Glück – auch in Trauer / Schmerz / Wut – und vor allem in meiner Melancholie.

Unterschied zwischen Depression und Melancholie

Es hat lange gedauert, den Unterschied zwischen Depression und Melancholie zu begreifen. Diese verschiedene Art von Zuständen. Ja, ich habe immer wieder depressive Phasen. Depression ist für mich eine schwere, bodenlose Traurigkeit, ein Hinabgleiten in ein Dunkel in dem es keinen Boden mehr gibt. Haltlos – mein Kopf wie in Watte gepackt – ich kann mich nicht konzentrieren, kann nicht kommunizieren und auch nicht nach Außen gehen. Ich bin nicht wirklich da – in der Welt. Es ist durchaus auch ein allgemeiner Weltschmerz. Erfreulicherweise sind diese Zustände im Laufe des Alterns immer weniger und kürzer geworden.

Vom Glück des produktiven Traurigseins

Melancholie ist eine leise, leichte Traurigkeit. Ich möchte fast sagen, eine beschwingte Traurigkeit. Ich spüre – im Gegensatz zur Depression – den Boden unter meinen Füßen. Ich bin da.

„Melancholie – vom Glück des produktiven Traurigseins“ war der Titel eines Salzburger Nachtstudios. Ich finde, das ist eine  passende Beschreibung für meine Erfahrung mit der Melancholie. Ich liebe meine Melancholie, ich schwelge in meiner Melancholie – und ja, so manches Mal macht sie mich auch glücklich. Wenn sie da ist, kann ich mich hineinschmiegen wie in eine weiche Tuchent. Ich liebe das Abtauchen in tiefere Dimensionen, Abgründe, Nachdenklichkeiten und in meine Seele.

Der Beginn

Ich denke, eine tiefe Traurigkeit, die zukünftige Melancholie, kam in mein Leben als ich 2 Jahre alt war und mein Vater uns verlassen hat. Ich kann mich nicht erinnern. Aber ich stelle es mir vor. Die Kleine von damals hat sich auch ein Stück von der Welt zurückgezogen, war lieber in ihren Märchenbüchern zu Hause, die ihr die Großmutter vorgelesen hat. Mit 5 konnte sie bereits lesen. Ihre Welt war der Garten der Großmutter und ihre Bücher.

Die Liebe zu den Büchern eine Lebenslange. Das Schreiben kam später dazu.

1964 Die Sehnsucht nach Liebe

Zum ersten Mal bewusst in mein Leben kam die Melancholie – wie könnte es anders sein – in meiner Pubertät. 1964 war ich 14 Jahre alt und zum ersten Mal verliebt. Damals machten meine Eltern und ich die ersten Urlaubsreisen nach Italien – Rimini, Riccione, Ravenna, Cesenatico! Diese fremden  Klänge allein weckten bereits Sehnsüchte. In der 14-jährigen damals auch die schmerzliche Sehnsucht nach Sommernächten am Strand im Arm ihres Liebsten. Ach, konnte der küssen! Unerfüllte und verbotene Sehnsüchte der 14-jährigen.

1964 veröffentlichten die BAMBIS (zwei Wiener und zwei Bayer!) ihre Liebeskummer-Schnulze „Melancholie“. Der Sänger der Band, Mandy Oswald, hatte einen italienischen Akzent angenommen, um die Sehnsucht nach einem Urlaub in Italien noch zu verstärken. Die Nummer lief rund um die Uhr – verbunden mit ewig feuchten Augen, viel Herzschmerz und Rückzug in die Tiefen der Welt der 14-jährigen. Das kam an. Nicht nur bei mir. Mit dieser Nummer schaffte die Band es, „A hard day’s night“ von den Beatles vom ersten Platz der österreichischen Charts zu verdrängen.

2017 Der Klang eines Schmerzes

Heute lässt mich Melancholie sehr genau hinschauen auf meine Erinnerungen – mit einem milden Blick. Sind es schmerzliche Erinnerungen, ist es nicht mehr der abgrundtiefe Schmerz – es ist eher ein Nachklingen eines Schmerzes. Der Klang eines Schmerzes. Sind es erfreuliche Erinnerungen, ist kein schmerzliches Sehnen danach da, sondern eine mehr oder weniger leise oder auch laute Freude darüber, dass dies in meinem Leben war.

Melancholie ist auch sehr oft die Muse für meine Gedichte. Manchmal ist es auch die reine Freude. Wenn ich mir meine Gedichte der früheren Jahre durchlese, war es zumeist der Schmerz.

Die Glücksforschung betont, dass Melancholie in unserer säkularen Welt vonnöten ist, denn wer Unglücklichsein nicht kennt, kann auch Lebenstiefe nicht wertschätzen.

Mein Bild dazu ist ein Pendel. Wenn ich das Pendel nicht vollständig / bis zum letzten Anschlag auf die eine Seite ausschlagen lasse (Schmerz / Traurigkeit), dann wird es auch nicht bis zum letzten Anschlag auf die andere Seite (Glück / Lust) ausschlagen.

Peak experience – Gipfelerlebnis! Grenzwanderungen von einem Gipfel zum anderen.

Aber, das ist schon wieder eine andere Geschichte …

Der Link zur Herz-Schmerz-Schnulze „Melancholie“ von den Bambis: https://www.youtube.com/watch?v=yPFyxiXJ9K

Leben heißt Lieben und Lieben heißt Leben

Leben heißt Lieben und Lieben heißt Leben.

Das sind große Worte.

Ich musste erst 70 Jahre alt werden um sie zu schreiben.

Hätte ich das früher auch so formuliert?

Nein. Sicher war die Liebe wichtig für mich in meinem Leben.

Aber sie war nicht das Wichtigste. Ein Teil des Lebens.

Heute denke ich mir, sie ist das Wichtigste – sie ist das Leben selbst.

Warum? Kommen wir doch als liebende Wesen – als bedingungslos Liebende zur Welt.

Ein Kind liebt bedingungslos. Mit leuchtenden Augen, einem Lächeln, einer Hinwendung des ganzen Seins wendet sich das Kind dem Menschen zu, der sich dem Kind zuneigt. Wie lange diese bedingungslose Liebe in dem Kind vorhanden bleibt, hat mit der Zuneigung und der Bereitschaft zur bedingungslosen Liebe des sorgenden Menschen zu tun. Es dauert lange bis die bedingungslose Liebe zerstört wird. Kann sein durch Ungeduld, Enttäuschung, Unachtsamkeit, Überforderung, Ärger; später auch durch das Stellen von Bedingungen und Forderungen.

Nur wenn du so und so bist, wenn du dich so und so verhältst, liebe ich dich – bist du meiner Liebe wert – lernt das Kind.

Die Liebe erhält den Wert einer Ware. Sie ist nicht mehr bedingungslos.

Ein Tauschgeschäft sozusagen. Ja, so ist das mit der Liebe.

Und somit tritt die Frage in das Leben – bist du es wert geliebt zu werden?

Erfüllst du die Bedingungen, die dir gestellt werden – ja. Ansonsten – nein.

Und damit beginnen das Kind und später auch der erwachsene Mensch das Leben danach auszurichten, diese Bedingungen zu erfüllen. Und das auch bei und mit Menschen – schon einmal vorbeugend, die diese Bedingungen vielleicht gar nicht stellen.

Noch einmal schwieriger wird es, wenn das Gegenüber mit anderen Bedingungen und Forderungen aufgewachsen ist, und man selbst diese daher gar nicht kennen kann. Dann wirst du viel Zeit damit verbringen, diese herauszufinden. Du wirst dich verbiegen, verdrehen, verleugnen – wie will er oder sie mich bloß haben?

Ich wage jetzt einmal zu sagen, dass es immer um die Liebe geht.

Denn – ist Hass nicht die Kehrseite der Medaille?

Entsteht Hass nicht durch diese verlorene Liebe?

Ich meine – ja.

Aller Hass / Neid / Machtanspruch / Gier / Gewalt – entsteht, so absurd es auch klingen mag, durch die Suche nach der verlorenen bedingungslosen Liebe.

Einfach sein oder „So wie die Dinge sind, sind sie bereits vollendet“ 1)

Verabschiede dich von dem Gedanken, dass du perfekt sein musst.

Verabschiede dich von dem Gedanken, dass die Liebe perfekt sein muss.

So geht das nicht.

Da ist das Scheitern / die Enttäuschung bereits vorprogrammiert.

Worum geht es dann?

Es geht um die Einsicht, dass alles wie es ist – und damit auch du, bereits vollendet ist.

Ich sage nicht, dass du in Ordnung bist, denn da müsstest du dich ja einer von wem auch immer bestimmten Ordnung unterordnen um – perfekt – zu sein.

Ich erinnere an die oben beschriebenen Bedingungen.

Nein, ich sage, dass du bereits vollendet bist.

So bist du zur Welt gekommen.

Ein ziemlich neuer Gedanke, hm?

Ja, war er für mich auch. Anfangs.

Ich, die ich mich doch immer bemühte, mich zu verbessern. Noch besser zu sein, und noch besser – und eigentlich nie ans Ziel kam.

Dabei ist es doch so einfach.

War ich doch längst am Ziel.

Das Ziel ist in mir. War immer da und ist immer da.

Ich bin so zur Welt gekommen. Vollkommen.

So wie du auch.

Und eigentlich geht es ums Loslassen.

Um das Loslassen von allem was sich über diese innere Vollkommenheit / die bedingungslose Liebe gelegt hat.

Kostet dieses Loslassen nicht auch Mühe, wirst du vielleicht fragen?

Ja, schon. Aber nicht so viel Mühe wie das sich dauernd verändern und verbessern zu wollen.

Es braucht Achtsamkeit.

Tägliche und immerwährende Achtsamkeit.

Achtsam durchs Leben zu gehen bedeutet anfangs vielleicht auch etwas Mühe, weil wir es verlernt haben. Kinder sind sehr achtsam – können sich im Augenblick verlieren – im Hier und Jetzt. Es wieder zu lernen verbessert die Lebensqualität – ist es doch ein Ankommen im Hier und Jetzt. Raus aus der Spirale der sich immer wieder drehenden und verfangenden Gedanken in das Wahrnehmen der Wirklichkeit – dem Hier und Jetzt.

Sei zufrieden

Mit dem

Was

Du hast

Sei zufrieden

Mit dem

Der

Du bist

Sei zufrieden

Mit dem

Was

Du nicht hast

Sei zufrieden

Mit dem

Der

Du nicht bist

Chao-Hsiu Chen 2)

Wenn es um die Liebe geht, bedeutet das – so wie in allen anderen Dingen auch – wahrzunehmen was ist.

Wahrzunehmen, welche Gefühle in dir da sind – ohne sie in gute und schlechte Gefühle zu bewerten.

Wahrzunehmen welche körperlichen Empfindungen du spürst – ohne sie in gute und schlechte Empfindungen zu bewerten.

            „Bei Gott ist alles schön und gut und gerecht; die Menschen aber halten einiges für gerecht , anderes für ungerecht.“ 3)

Wenn du bei dem bleibst, was jetzt gerade im Moment ist, wenn du dir erlaubst, das ohne Bewertungen wahrzunehmen, wirst du merken, wie wahrhaft konkret dieser Moment ist.

Darum geht es – um das „Hier und Jetzt“.  

Und wenn du nicht mehr bewertest, wirst du aufhören zu beurteilen / zu verurteilen. Du wirst auch aufhören, bestimmte Gefühle (die guten) haben zu wollen, und andere (die schlechten) nicht haben zu wollen.

Du wirst Liebe empfinden – Lust / Freude / Ärger / Angst / Schmerz / Traurigkeit / und so weiter und so fort …

Ja, das ist das Leben. Dies alles.

Du wirst die breite Palette der Gefühle erleben / wirst dir erlauben sie zu spüren und auszukosten – und wenn du akzeptierst, dass dies der wahrhaftige Moment deines Lebens im Hier und Jetzt ist, dann – und nur dann- wirst du es auch merken, wenn sich wieder etwas verändert hat in dir. Auch Gefühle verändern sich – kommen und gehen.

Eine Veränderung, die in dir durch das Leben stattfindet und nicht weil du glaubst, etwas verändern zu müssen. Das Leben selbst wandelt sich …

Der griechische Philosoph Heraklit lehrte, „dass alles fließt“ (Panta rhei) und „nichts so beständig ist wie der Wandel“. „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.“3)

Wenn du dich bemühst, etwas zu verändern, ist es mühsam weiter zu kommen.

Wenn du glaubst, du machst so viele Fehler, und musst dich bemühen, das raus zu kommen, wird das der Beginn einer langen mühsamen Reise für dich sein.

Am Ende wirst du – vielleicht / hoffentlich – dort ankommen, wo du bereits immer schon warst – im Moment deines Lebens / im Hier und Jetzt.

Wir dürfen Fehler machen / fehlerhaft sein.

Wir dürfen die höchsten Freuden der Lust und Liebe empfinden und die tiefsten Qualen der Liebe.

Und trotzdem – trotzdem – sind wir vollendet.

Kling wie ein Widerspruch.

Ja, wenn wir nach unseren tradierten und erlerntem Wertesystem denken und empfinden.

Nein, wenn wir akzeptieren / achtsam sind und wissen, dass es gut ist so wie es ist.

Es ist so wie es ist …

1) Dzogchen sagt: „Iss den Apfel, du brauchst ihn nicht zu backen.“ Das Wort Dzogchen heißt die Große Vollendung. Das bedeutet, dass die Dinge so wie sie sind bereits fertig, vollendet sind. Es ist – was es ist. (…) wir sind damit beschäftigt Dinge zu verbessern, zu verändern, die natürlich belassen vielleicht ebenso gut wären.“

Interview mit James Low im Magazin der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, Januar bis März 2020.

2) Chao-Hsiu Chen: Im Tempel der Stille, Gustav Lübbe Verlag

3) Den Ursprung des Guten und der Harmonie im Leben verortete Heraklit im Logos, dem göttlichen Wort bzw. der universellen Vernunft (das griechische Wort lógos bedeutet etwa Wort, Sprache, Rede, Grund, Anlass, Vernunft). Der Logos war kein personifizierter Gott sondern eine feurige Kraft oder ein feuriger Prozess göttlicher Natur, der alles durch schöpferischen Kampf im besten Sinne ordnete.

Gregory Bassham: Das Philosophiebuch, Librero

Mein geheimer Garten

15 08 2019 Uschys Foto

Bild, gemalt von Uschy Pip: https://www.facebook.com/uschypip/

 

Ich bin ein Gartenkind.

Der Garten nährt mich.

Er trägt mich durchs Leben.

Von Kindheit an.

In meinem geheimen Garten bin ich verwurzelt.

Immer.

Meine Großeltern haben 1936 ein Grundstück gekauft und in den nächsten zwei Jahren darauf ein Haus gebaut. Gemeinsam mit dem Nachbar. Zwei Einfamilienhäuser wurden jeweils zusammengebaut, die Grenze des Grundstückes liegt in der Mitte. So wurden alle Häuser in dieser Siedlung damals gebaut. Mein Großvater musste in den Krieg. Meine Großmutter versorgte sich und ihre drei Kinder mit dem großen Gartengrundstück. Es war ein Nutzgarten, so wie alle Gärten in dieser entbehrungsreichen Zeit: Kartoffel, Gemüse, Obstbäume und verschiedenste Beerensträucher gab es. Alles wurde verwendet. Kartoffel und Gemüse für den täglichen Bedarf; das Wintergemüse wurde im Keller in einer Lehmmulde eingelagert. Obst und Beeren wurden zu Marmeladen und Kompott verarbeitet.

Als ich geboren wurde, waren die Bäume bereits so groß, dass ich mit fünf Jahren mit meiner Puppe Lisa und einem Märchenbuch in der Astgabel des Apfelbaumes sitzen konnte. Mit fünf Jahren bekam ich auch mein erstes Gartenbeet, das ich anlegen durfte und für das ich auch verantwortlich war. Ich war sehr stolz.

Ich erlebte und lebte jede Jahreszeit im Garten.

Ein Gartenkind.

Auszug aus der Erzählung: Das Gartenkind.

„Der Apfelbaum steht in der hintersten linken Ecke des Großmutter-Gartens. Wenn man vom Haus nach hinten in den Garten geht, kommt man erst durch den Gemüsegarten, dann über die Wiese mit dem Wäscheplatz und dem Viereck der Wäschestangen und ganz hinten steht der Apfelbaum.

Er ist nicht der einzige Apfelbaum im Garten. Aber er ist mir der Liebste. Linkerhand begrenzt eine Liguster-Hecke das Grundstück. Dahinter der verbotene Nachbars-Garten.

Rechts neben dem Apfelbaum gibt es noch einen Baum mit Ringlotten, zwei Zwetschkenbäume und entlang der gegenüberliegenden Grundstücksgrenze stehen in einer schnurgeraden Reihe Ribisel- und Stachelbeersträucher.

Heute habe ich mir meine Puppe Lisa und mein Lieblingsmärchenbuch mit auf den Baum genommen. Ich gehe zwar noch nicht in die Schule, aber lesen kann ich schon. …. „

Meine Großmutter, geb. 1909, und meine Mutter, geb. 1929, waren schwermütige Frauen. Dass sie in ihrer Jugend auch lustig waren, weiß ich aus Erzählungen. Doch leichten Mutes und leichtfüßig gingen sie mit all ihren Erlebnissen der damaligen Zeit nicht durchs Leben.

Meine Großmutter kam in einem Dorf, in der Nähe von Gmünd an der tschechischen Grenze,  zur Welt. Die Welt ist rau und hart dort oben. Dort lebt sich’s nicht leicht. Und so wie das Land, waren auch die Menschen. Großvater kam nicht zurück aus dem Krieg. Großmutter wurde zur Patriarchin. Sie konnte und musste auch wie Waldviertler Granit sein – war sie doch eine der Nachkriegstrümmerfrauen.

Meine Mutter pflegte zu sagen – „wenn ich den Kirchturm (unseres Stadtteils) nicht mehr sehe, bekomme ich Heimweh“. Beide Frauen waren sehr verwurzelt auf dem Grundstück. Zwischen den realen Garten und ihren inneren Garten passte kein Blatt Papier.

Nun war ich da, geb. 1950. Auch ich war sehr verwurzelt im Garten meiner Kindheit. Und auch ich wurde schwermütig. Ich musste meine Wurzeln rausziehen aus diesem Garten und hinausziehen in die Welt, die für Großmutter und Mutter immer ein gefährlicher Ort war. Nur zu Hause gab es Sicherheit für sie.

Ich musste weg um leichtfüßig zu werden. Um auch mit Leichtigkeit durchs Leben gehen zu können. Obwohl die Schwermut – ich bezeichne sie gerne als meine Melancholie – immer ein Teil meines Lebens blieb. Doch ich kenne beides – Leichtigkeit und Schwere.

Den realen Garten meiner Kindheit gibt es noch immer. Eine andere Familie, liebe Nachbarn,  leben jetzt darin. Und wieder gibt es ein kleines Mädchen, das vielleicht auch irgendwann in der Astgabel sitzen wird. Mein realer Garten ist seit drei Jahren der Garten meines Sohnes, in dem ich mir meinen Alterswohnsitz – ein kleines Häuschen – gebaut habe. Das Haus steht nun gegenüber meinem Elternhaus. Jeden Tag kann ich in den Garten meiner Kindheit schauen. Und jeden Tag bin ich seit drei Jahren damit beschäftigt, mich wieder für einen längeren Zeitraum – hier in diesem Garten, mit dem mächtigen Nussbaum vor meiner Terrasse – einzuwurzeln.

Der alte Nussbaum

weiß

wovon ich erzähle

 

Sein Schweigen

ist Antwort

 

Manchmal

schüttelt

er sein Haupt

 

Dann schwebt

ein Blatt

auf meine Zeilen

(Oktober  2016)

In all den Jahren meines Herumziehens vergrößerte sich mein innerer geheimer Garten mit all den Gärten in denen ich über kurze oder lange Zeit gelebt habe.

Da gab es den Schwiegermuttergarten, als ich heiratete und aus meinem Kindheitsgarten auszog. Dann gab es in Wien den Liebesgarten, ein kleines verschwiegenes und uneinsichtiges Eckchen im barocken Garten des Oberen Belvederes, in den mein damaliger Liebster und ich uns immer zurückzogen; es gab Gärten in Innenhöfen meiner Wohnungen in Wien, die ich benutzen durfte; den Gemüsegarten in Poppi, in der Toskana, den ich anlegte, als wir über Wochen das alte Steinhaus am Hügel renovierten, um ein Seminarhaus daraus zu machen. Und alle diese Gärten und noch mehr gibt es in meinem geheimen Garten. Sie sind da. Ich brauche nur die jeweilige Gartentür zu öffnen und kann sie jederzeit betreten. Um all diese Gartenbereiche gibt es eine hohe Steinmauer – eine Schutzmauer.

Ein geheimer Garten fehlt noch. Es ist der mediterrane Garten am Meer. Er repräsentiert die „Leichtigkeit des Südens“ – ich muss ihn immer wieder besuchen, um die Leichtigkeit zu spüren, sie mir wieder herzuholen, um nicht in den weichen, dunklen Fluten der Melancholie zu versinken.

Ich liebe die Melancholie und ich liebe die Leichtigkeit.

Beides zu seiner Zeit in Ausgewogenheit.

Der mediterrane Garten, der unmittelbar am Meeresufer liegt, mit dunkelgrünen Zypressen vor dem strahlend blauen Himmel; mit Oleander, Granatapfel und Olivenbaum; Palmen, deren Wedel im Wind rascheln; der Duft des Lavendel und der Klang der Zikaden.

Und über allem das Rauschen des Meeres, das Schlagen der Wellen an das Ufer; der Duft nach Salz, Algen und Fisch.

Wenn der Abend

im Meer versinkt

verlieren sich die Farben

der Stadt

 

Wenn ich wieder fern

sein werde

erinnere ich mich

an den Sonnenuntergang

den Mond

den Schrei der Möven

 

Meer und Himmel

begegnen sich

am Horizont

 

Wenn ich einst

für immer fern sein werde

tauche ich ein

in diese Grenzenlosigkeit

 

(Mai 2017)

Mein geheimer Garten schenkt mir Spuren meines Lebens – Erinnerungen; Geborgenheit und Sicherheit; Stille und Ruhe; Fröhlichkeit und Leichtigkeit; Liebe und Lust; Kontakt mit Pflanzen und Tieren; Wildheit; Schönheit und noch viel mehr – je nachdem, welche Gartentür ich öffne.

In jedem meiner geheimen Gärten den ich betrete, finde ich meine Spuren.

Und ich frage mich, ob sich wohl auch die Gärten – die Bäume und Pflanzen – an mich erinnern – in geheimen Nächten, wenn mein Schatten durch den Garten schwebt …

Info:

Bild, gemalt von:

Uschy Pip, https://www.facebook.com/uschypip/

 

Weitere Gärtenerzählungen:

Meine Lebensgärten

https://monikakrampl.wordpress.com/2018/08/03/meine-lebensgaerten/

Das Gartenkind

https://monikakrampl.wordpress.com/2018/04/18/gartenkind/

Die Einsamkeit der Bäume

https://monikakrampl.wordpress.com/2017/05/22/die-einsamkeit-der-baeume/

Vollmondiges

https://monikakrampl.wordpress.com/2017/05/15/vollmondiges/

 

Nachdenklichkeiten über unseren Stadtteil, Veränderungen, Ängste, Zugezogene, Kastensysteme …

001

Ich wuchs im Stadtteil Wagram in St. Pölten auf und lebe jetzt auch wieder dort. Gegründet wurde dieser als Einfamlienhaussiedlung 1932 – 1938.

In meiner frühesten Kindheit gab es keine Gartenzäune zwischen den Häusern, und zur Straße hin eine Lebendhecke – zumeist Liguster. Die Haustüren waren immer offen.

Mit der Zeit kamen einfache Gitterzäune zwischen die Häuser, die Haustüren waren noch immer offen, auch wenn wir hinter dem Haus im Garten waren.

Dann wurden vor den Gitterzäunen zum Nachbarn Thujen gesetzt. Der Liguster zur Straße wurde entfernt, und auch hier wurden stabilere Zäune gebaut. Unser Zaun wurde mit einem  Natursteinplattensockel und einem Metallgitter gebaut. Die Gartentüren wurden zugesperrt, die Haustüren blieben noch immer offen. Das blieb lange Zeit so.

In den letzten Jahren kamen die Thujen raus und Sichtschutzwände zum Nachbarn wurden aufgestellt. Fenster wurden zum Teil vergittert. Die Haustüren werden zugesperrt. 

Jetzt werden auch straßenseitig Sichtschutzwände aufgestellt und Alarmanlagen eingebaut.

Obwohl die Menschen in den ersten Jahren der Nachkriegszeit traumatisiert waren, es auch viel Unsicherheit gab, gab es doch auch Vertrauen. Oder gab es diese Unbeschwertheit der offenen Türen, weil es in den Häusern nichts zu holen gab? Vielleicht von beidem etwas.

Jetzt wird in den Häusern immer wieder eingebrochen, erzählen sie, und die Menschen reagieren mit Angst und Verunsicherung. Gibt es doch jetzt einiges zu holen in den Häusern.

Die Menschen in der Siedlung teilen sich auf in die Generation meiner Mutter, geb. 1929 – wenige gibt es noch im Alter um die 90 Jahre. Dann folgt bereits meine Generation, geb. 1950 – zum Großteil sind sie nie von der Siedlung weggezogen und haben die Häuser ihrer Eltern übernommen, oder sie sind im Pensionsalter zurückgekommen, so wie ich auch. Und dann gibt es noch die Zugezogenen aller Altersstufen – junge Paare mit Kindern oder Pensionisten. Ist Wagram doch von einer Randsiedlung zu einem begehrten Wohnstadtteil von St. Pölten geworden – auch durch die Nähe zu dem Erholungsgebiet mit den zwei Badeseen und einem Naturschutzsee. Über die Zugezogenen, die die alten Häuser abreißen und Neue bauen, gibt es größtenteils Unmut. Müssen diese sich doch heute nicht mehr an die ehemaligen Bauvorschriften, dass neue Häuser in das Gesamtbild passen müssen, halten und stellen auch schon mal Betonburgen mit großen Terrassen im ersten Stock auf. Da hilft der ganze Sichtschutz des Nachbarn am Gartenzaun nichts mehr.

Wenn ich mit Menschen spreche, höre ich sehr viel an Ängsten. Angst vor Einbrüchen und vor Flüchtlingen und Asylanten, an die wenige Häuser vermietet werden. Bis jetzt kenne ich nur zwei Häuser, die an syrische Familien vermietet wurden. Sie pflegen diese Häuser und die Gärten genauso penibel wie ihre Nachbarn. Da sieht unser Garten wesentlich wilder aus. Zu Gesicht bekam ich sie selten. Sie fühlen sich nicht willkommen.

Als ich die Familie, die in unserer Straße wohnt, zum ersten Mal grüßte, waren sie misstrauisch, vorsichtig. Jetzt stürzen sie aus dem Haus, wenn sie mich sehen. Sie lachen und strahlen. Schön, welche Freude das macht – ihnen und mir.

Bei Mitbürger*innen aus dem Ausland muss ich immer an das Kastensystem in Indien denken. Denn auch hier, bei uns, gibt es ein Kastensystem. Und unsere Mitbürger*innen, aus welchem Land auch immer, sind eindeutig in der untersten Kaste – den Dalits oder Harijans. Diese Dalits dürfen mit den oberen Kasten nicht in Berührung kommen, sie dürfen nicht in ihre Häuser, nicht gemeinsam essen, nichts berühren, was den oberen Kasten gehört. Das ist erbärmlich – zum Erbarmen.

Wenn ich über das Kastensystem nachdenke erinnere ich mich an meine erste große Liebe. Er stammte aus dem „Dörfl“. In unserem Stadtteil gibt es einen Bereich, der offiziell „Im Dörfl“ heißt. Auch heute noch. In diesem Dörfl gab es sieben Bauernhöfe. Heute sind es nur mehr drei. Meine erste große Liebe, mein späterer erste Ehemann, stammte aus einem dieser Bauernhöfe. Er wurde kein Bauer, er machte eine Tischlerausbildung. Ich kam aus der Arbeitersiedlung. In meiner Familie waren auch keine Arbeiter mehr, sondern Angestellte. Und trotzdem hieß es von seiner Familie – nicht mit einem Arbeiterkind; und von meinen Eltern – nicht mit einem Bauernbuben. Klassenbewusstsein im Jahre 1965.

Zurück in die Jetzt-Zeit: Mit den Einbrüchen scheint es mir so zu sein wie mit der stillen Post. Mit jeder Person und jeder Nacherzählung werden es mehr.

Die Häuser sind zum Großteil renoviert und ausgebaut. Die Garagen sind in etwa so groß wie mein kleines Häuschen (ich habe mir im Garten meines Sohnes ein kleines Haus gebaut). Es gibt Gartenschwimmteiche oder überdachte Pool. Ich sehe, den Menschen geht es gut. Auf der materiellen Ebene. Ansonsten herrschen Unzufriedenheit und Ängste vor. Wenn ich auf Nachfrage sage, dass es mir gut gehe, schauen sie mich ungläubig an. Wie kann es einem gut gehen in so unsicheren Zeiten. Zumindest ein bisschen jammern und klagen. Zumindest über das Wetter. So soll’s sein.

Angst habe ich keine. Verunsicherung ja. Das merke ich so hie und da, wenn ich mir überlege ob ich meine Haustür versperren soll, wenn ich in den Garten hinter dem Haus gehe. Und es gefällt mir gar nicht. Nein, es gefällt mir nicht. Nimmt mir dies doch meine Unbeschwertheit – meine Freiheit.

Ich möchte weiterhin mit Unbeschwertheit in der Welt sein – ob in meinem Haus und Garten oder unterwegs – und ich übe. Verlustangst um mein Hab und Gut habe ich keine, habe ich mich doch in den letzten Jahren von vielen materiellen Dingen getrennt. Und ich weiß, ich kann auch ohne diesen Besitz leben. Angst vor Verlust meines Lebens, weil ich mich weiter uneingeschränkt in der Welt bewege? Nun, ich habe schon viel gute Jahre gelebt. Sollte es so sein, dass ich mein Leben verliere, dann ist es so.

Und nur so kann ich mich angstfrei, unbeschwert und voll Vertrauen in meiner Welt bewegen.

Wie geschrieben – ich übe. Dies ist ein Zustand, der nicht immer hundertprozentig da bleibt. Um ihn zu stabilisieren ist es immer wieder notwendig, nicht andauernd alle schlechten Nachrichten zu konsumieren, sondern sich auf die guten Nachrichten zu konzentrieren.

Und – Achtsamkeit auf die eigenen Gedanken und das eigene Tun.

Geschichte über die Entstehung:

In den Jahren 1932 bis 1938 entstand am Ostrand Wagrams in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde und der bis heute bestehenden „Allgemeinen gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft St. Pölten“ nach Plänen des Architekten Rudolf Wondracek die sogenannte (Stadt-)Randsieldung. Meine Großeltern begannen 1936 mit dem Hausbau.

Ab Oktober 1935 als „Dollfuß-Siedlung“ bezeichnet, wurde sie nach dem Anschluss 1938 in Dietrich-Eckhart-Siedlung „umbenannt.

Schließlich erhielt die Siedlung in der Nachkriegeszeit die Benennung „Hubert Schnofl-Siedlung“ – zur Erinnerung an den von 1919 bis 1933 amtierenden sozialdemokratischen St. Pöltner Bürgermeister.

Foto: Häuser 1935