Der Dichter David Whyte – eine Buchvorstellung

David Whyte

Ich möchte Euch gerne den englischen Dichter David Whyte vorstellen, dessen Gedichte ich immer wieder gerne lese und zitiere.

Whyte hat einen interessanten Lebenslauf. Er schreibt sein poetisches Interesse, sowohl den Liedern als auch der Poesie, dem irischen Erbe seiner Mutter und der Landschaft von West Yorkshire zu, wo er geboren wurde.  Er lebte und arbeitete als Naturforscher auf den Galapagos-Inseln. Auf einer meiner Reisen im Ecuador habe ich die Galapagos-Inseln besucht und stelle es mir faszinierend vor, dort über einen längeren Zeitraum zu leben und zu arbeiten. Auch in den Anden war ich unterwegs. Er leitete anthropologische und naturkundliche Expeditionen in die Anden, den Amazonas und den Himalaya. 1986 begann er zu schreiben.

Nunmehr liegt die erste deutsche Fassung einiger ausgewählter Gedichte von David Whyte vor. Die Übersetzungen wurden von dem von mir gleichfalls sehr geschätzten Philosophen Christoph Quarch vorgenommen. Der einzige Wermutstropfen für mich als haptische Buchliebhaberin ist, dass es nur ein E-Book ist.

‘SÜßES DUNKEL’

Die Dichtung von David Whyte in Übersetzungen von Christoph Quarch

“Ich bin sehr froh darüber, in Christoph Quarch ein so einfühlsames Ohr und Herz ebenso wie einen verständigen Geist gefunden zu haben, der sein tiefes Verständnis des Klanges, seine Einsicht und eine gewisse Resonanz mit Rilke aufgewandt hat, um meine Werke in die deutsche Sprache zu übertragen.“ (David Whyte)

Eine Kostprobe:

Süßes Dunkel
Sind deine Augen müde,
ist müde auch die Welt.
Ist deine Vision geschwunden,
kann nichts mehr in der Welt dich finden.
Zeit ist’s dann, ins Dunkel zu gehen,
wo die Nacht voll Augen ist,
das ihre zu erkennen.
Dort kannst du dir gewiss sein:
Du bist nicht jenseits der Liebe.
Das Dunkel wird dein Zuhause sein,
heut Nacht
Die Nacht wird einen Horizont dir schenken
viel weiter als du sehen kannst.
Eines musst du lernen:
Die Welt ist da, um frei in ihr zu sein.
Lass alle anderen Welten fahren
außer der einen, der du zugehörst.
Manchmal braucht es Dunkelheit
und die süße Haft deines Alleinseins,
damit du lernst:
Alles und jeder,
der dich nicht ins Leben bringt,
ist zu klein für dich.

– David Whyte

 

 

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