Paula – Mein Leben soll ein Fest sein

In seinem Biopic über Paula Modersohn-Becker erzählt Christian Schwochow die Lebensgeschichte einer der bedeutendsten Malerinnen des Expressionismus.

Paula Becker (Carla Juri) wird 1876 in Dresden geboren und kommt schon früh in den Genuss von Kunst und Kultur, zunächst in Form von Musik. Als Paula 10 Jahre alt ist, widerfährt ihr jedoch ein Unglück: Zusammen mit zwei Cousinen wird sie in einer Sandgrube verschüttet. Nur zwei der drei Mädchen überleben.

1892 geht die jugendliche Paula nach England, lernt dort die Sprache und einen Haushalt zu führen und nimmt sogar etwas Kunstunterricht. Doch die Sehnsucht nach ihrem Zuhause lässt sie schon nach einem halben Jahr wieder zurückkehren.

Gegen ihren Willen soll Paula nun Lehrerin werden, doch die Liebe zur bildenden Kunst hat sie inzwischen gepackt. Obwohl sie als Frau an der Kunstakademie nicht zugelassen ist, besucht sie Zeichenkurse in Berlin. Erst in der Künstlerkolonie Worpswede und dann in Paris verfolgt sie ihren Traum, Malerin zu werden. 1901 heiratet sie Otto Modersohnn (Albrecht Schuch) und findet in Clara Rilke-Westhoff (Roxane Duran) und Rainer Maria Rilke (Joel Basman) gute Freunde.

 

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Film „Die Geträumten“ – Paul Celan & Ingeborg Bachmann

Um Liebe und Hass, um richtige und falsche Worte, geht es in dem Film „Die Geträumten“. Im Zentrum stehen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, die sich im Nachkriegswien kennengelernt haben. Deren Briefwechsel bildet die Textgrundlage.

Die dramatische, rauschhafte, aber auch unendlich traurige Liebesgeschichte zwischen Bachmann und Celan beginnt 1948, als sie 22 und er 27 Jahre alt ist, und sie endet mit dem Suizid Celans 1971 in Paris. Für Ingeborg Bachmann ist es die große Liebe ihres Lebens, und doch hört sie nie auf, in ihm den Fremden zu sehen und ein bisschen wohl auch zu fürchten: einen Juden aus Czernowitz, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind, während sie selbst nichts dergleichen erlebt hat. Sie liebt ihn und stößt an Grenzen, an ihre eigenen und an seine. Es geht nicht immer nett zu in diesen packenden Briefen. In einem Moment des Zweifels fragt sie: „Sind wir nur die Geträumten?“

Zwei junge Schauspieler, Anja Plaschg und Laurence Rupp, treffen sich in einem Filmstudio, um daraus zu lesen. Die dramatisch schwankenden Gefühle der Briefe – zwischen Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremdheit – gehen auf die Schauspieler über. Aber sie amüsieren sich auch, streiten, rauchen, reden über Tattoos und Musik. Ob die Liebe damals oder die Liebe heute, ob Inszenierung oder Dokumentation: Wo die Ebenen verschwimmen, schlägt das Herz des Films.

Ein eindrückliches Kammerspiel. ORF

Hervorragende Schauspieler (…) konzentrierte Bildsprache. Süddeutsche Zeitung

Selten hat mich ein Film so bewegt wie diese Lesestunde, die mit einfachsten Mitteln maximale Wirkung erzielt. Mit „Die Geträumten“ hat Beckermann brennende, poetische Energie auf die Leinwand gebracht. Jugend ohne Film. <<

Anfang 80 – Eine junge Liebe

Für junge Liebe ist es nie zu spät.

ANFANG 80 – Wahre Liebe kennt keine (Alters-)Grenzen:
Rosa (Christine Ostermayer) begegnet Bruno (Karl Merkatz). Zwei Menschen, die sich eigentlich bereits im Abseits wähnten, erleben plötzlich, was das heißt: Dem großen Glück bedingungslos folgen. Das Gegenüber seines Lebens freudig bejahen. Gemeinsam lieben und lachen. Der einzige Wermutstropfen: Rosa hat Krebs und nur noch ein halbes Jahr zu leben. Dennoch beschließen beide auszubrechen: Bruno aus einer Ehe und einer Familie, in denen längst alles Routine geworden ist; und Rosa aus den Senioren- und Pflegeinstitutionen, in die ihre Nichte sie längst gerne abgeschoben sähe. Sie beziehen eine neue gemeinsame Wohnung, und es stellt sich die Frage: Hat das Glück ein Ablaufdatum oder zählt nicht vielmehr auch die Erinnerung an ganz besondere Momente mit einem Menschen, wie man ihn im Leben nur einmal trifft?

ANFANG 80 – Ein bewegender Film über ein ganz besonderes Paar, in einer Gesellschaft, die das Alter ausgrenzt und verdrängt. Ein Liebesfilm über Menschen, denen man diese Freiheit eigentlich nicht mehr zugesteht, und die gegen alle Widerstände aufs Wunderbarste beweisen: Für junge Liebe ist es nie zu spät.

ANFANG 80 vereint in den Hauptrollen die österreichischen Publikumslieblinge Karl Merkatz und Christine Ostermayer, Erni Mangold und Branko Samarovski.

Lou Andreas-Salomé

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Friedrich Nietzsche hat sie verehrt, Rainer Maria Rilke hat sie geliebt, Sigmund Freud hat sie bewundert. Sie hat sich von niemanden bestimmen lassen und war dabei bestimmende Kraft für Generationen nach ihr. Lou Andreas-Salomé. Hervorragendes Kino über eine der ungewöhnlichsten Frauen des 20. Jahrhunderts.
1861 in St. Petersburg geboren, begreift die junge Lou früh, dass sie als Ehefrau und Geliebte in der von Männern bestimmten Welt keine Chance hat. Sie ist ihrer Zeit weit voraus. Die extrem intelligente, emanzipiert denkende und höchst streitbare Frau wird Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin. 1933 lebt sie zurückgezogen in Göttingen und spricht mit dem Germanisten Ernst Pfeiffer über ihr Leben und ihre Beziehungen. Der Film bleibt nahe bei seiner Hauptfigur, beginnt 1933, springt in Rückblicken durch die Dekaden und lässt die Protagonistin von vier Schauspielerinnen verkörpern. Die Frauen spielen stark auf, allen voran glänzen Katharina Lorenz und Nicole Hesters.
Ein großartiges Portrait und inspirierendes Kino.

http://www.kino.de/film/wie-ich-dich-liebe-raetselleben-lou-andreas-salom/