Es gibt viele Abschiede in meinem Leben – dies ist ein Text über meinen Abschied von facebook – ein Gedicht und eine Parabel …

Am 14. November, also vor 12 Tagen, habe ich mich als jahrelange begeisterte Facebookerin mit folgenden Worten von facebook, meinen Freund*innen und Mitleser*innen, verabschiedet.

„Jetzt – in dieser Übergangszeit des Rückzugs der Natur, bevor die Ruhe des Winters beginnt, ist es an der Zeit Abschied zu nehmen – bin ich doch nur mehr mit halbem Herzen dabei. Seit mehr als einem halben Jahr bereitet sich dieser Abschied in meinem Innersten vor.

Jetzt ist es soweit – Zeit des Rückzugs / Loslassen von Unwichtigem / Konzentration auf das Wesentliche / das für mich Wichtige …

Seit dem Totengedenktag beschäftigt mich einmal mehr der Tod – und das Leben.

Wenn ich nur mehr ein halbes Jahr zu leben hätte, dann würde ich …

Wenn ich im Angesicht meines Todes auf mein letztes Jahr Leben zurückschauen würde, dann hätte ich …

Würde / hätte / wäre …

Nehmen wir mal an, ich hätte nur mehr ein halbes Jahr zu leben.

Jetzt haben wir November – das wäre dann also bis Mai.

Der letzte Herbst, der letzte Winter, der letzte Frühling …

Ich stelle mir die Fragen:

Was ist die Essenz / des Wesentlichste in meinem Leben?

Wie möchte ich leben?

Was ist mir wichtig?

Kein – na ja, dann würde / könnte ich …

Sondern definitiv – was möchte ich und was möchte ich nicht.

Was IST?

Ich schreibe immer weniger auf facebook / ich trage mir immer weniger Veranstaltungen in meinem Kalender ein / und von denen, die ich eintrage, besuche ich 1 % / vorbei – ist mir nicht mehr wichtig / keine Eintragung mehr mit dem Gedanken, aber du solltest doch / und – du kannst dich doch nicht so zurückziehen / und – früher hast du doch auch …

Nein, nicht mehr wichtig für mein Leben Jetzt.

Ich weiß nicht, wann ich meinen letzten Atemzug machen werde.

Vielleicht – in einer Stunde / morgen / in einem halben / in zwanzig Jahren?

Doch, was ich weiß, ist, dass ich bis dahin NUR das leben möchte, was wichtig ist für mich. Das, was ich WIRKLICH will.

Und wenn ich alles weglasse – die – eigentlich könntest du – müsstest du – solltest du …

Was bleibt dann?

Was will ich denn WIRKLICH?

Konzentration auf das Wesentliche,  so dass ich dann eines Tages sagen kann – ich gehe in Frieden mit mir.

Und wenn ich mir überlege, was ich wirklich will / was wichtig ist für mich, dann sind es wenige Dinge – und bei diesen wenigen Dingen möchte ich mir auch überlegen – was möchte ich verändern – in den einzelnen Beziehungen / im Tun / im Denken …

Und wenn ich mir überlege, was ich wirklich will / dann ist das zum einen nicht sehr viel und zum anderen weiß ich, dass noch etwas dazukommen wird, und dass dies erst sichtbar und spürbar werden wird, wenn ich aufhöre, mich mit Unwichtigem oder gar mit Halbherzigem zu beschäftigen.

Wieder einmal eintauchen in die Leere und die Stille.

Die Leere / die Stille / das Vakuum / in dem erst einmal NICHTS ist – altvertraut schließt sie sich wieder um mich.

Häutung / Veränderung – wieder einmal – bevor das Neue beginnt.

Ich schöpfe aus alten Erfahrungen – nichts umsonst gelebt und erlebt – und doch gibt es noch immer / und so auch jetzt / wieder Neues zu entdecken und zu leben …

Ausloten / in die Tiefe gehen / reduzieren / konzentrieren …

Und so, meine lieben facebook-Freund*innen, verabschiede ich mich von facebook. 

Es war eine schöne und wichtige Zeit.

Habe ich doch auch viele Menschen kennen gelernt / viel geteilt / mitgeteilt / ausgetauscht / auch viel erfahren. Einige Menschen gibt es nun in meinem Leben, mit denen mich auch Freundschaften über facebook hinaus verbinden. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich werde die Seite nicht löschen.

Ich lösche ja auch nicht mein bisheriges Leben.

Alles Gelebte ist mir wichtig.

Ich schaue mit Freude im Herzen und mit Dankbarkeit zurück.

Und für alles bin ich dankbar – für die glücklichen und die schmerzlichen Momente.

Haben sie mich doch zu der gemacht, die ich jetzt bin.

Auch meinen Freund*innenkreis habe ich reduziert.

Ich möchte intensive und wertschätzende Gespräche, einen Austausch auf gleicher Augenhöhe. Das klingt jetzt sehr ernst – jedoch auch diese Gespräche können sehr humorvoll und lustig sein – wenn sie denn aus einem vollen Herzen kommen.

War ich bis jetzt sehr verschwenderisch in meinem Leben und werde es in vielen Bereichen auch bleiben – mit meiner Zeit nicht mehr.

Je weniger die Lebens-Zeit wird, desto wertvoller …

Es ist Zeit weiter zu gehen.

Ich mache mich auf und gehe meinen Weg …“

In den letzten Tagen habe ich mit einem schallenden Lachen das Gedicht von Arne Rautenberg gelesen – besser hätte ich die Gespräche, die ich nicht mehr führen möchte, nicht ausdrücken können:

ichsoerso

erso: ichso
blablabla
sieso: hä
und ichso: jaaa

ichso: duso
erso: ichso

ichso: ichso
ist eins a
erso: siehst
und ichso: klar

erso: duso
ichso: ichso

ichso: ichso
hahaha
erso: pah
und ichso: tja

(Arne Rautenberg)

Und dann bin ich noch auf die Geschichte gestoßen – eine Parabel zu  meinem Wunsch nach Prioriätensetzung:

Lass Platz in deinem Leben für die wichtigen Dinge – Eine kleine Geschichte über die Prioritäten im Leben

Unser Leben bietet so viele Facetten. Manchmal bürden wir uns zu viel auf und vergessen vor lauter Arbeit und anderen Verpflichtungen was wirklich wichtig ist im Leben. Diese kleine Geschichte versucht uns zu veranschaulichen, was passiert, wenn wir unsere Prioritäten im Leben falsch setzen.

Eine Kurzgeschichte über Golfbälle, M&M’s, Sand und Bier

Ein Philosophie-Professor stand vor seinem Kurs und hatte ein kleines Experiment vor sich aufgebaut: Ein sehr großes Marmeladenglas und drei geschlossene Kisten. Als der Unterricht begann, öffnete er die erste Kiste und holte daraus Golfbälle hervor, die er in das Marmeladenglas füllte. Er fragte die Studenten, ob das Glas voll sei.

• Sie bejahten es.

Als nächstes öffnete der Professor die zweite Kiste. Sie enthielt M&Ms. Diese schüttete er zu den Golfbällen in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die M&Ms rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei.

• Sie stimmten zu.

Daraufhin öffnete der Professor die dritte Kiste. Sie enthielt Sand. Diesen schüttete er ebenfalls in den Topf zu dem Golfball-M&M-Gemisch. Logischerweise füllte der Sand die verbliebenen Zwischenräume aus. Er fragte nun ein drittes Mal, ob der Topf nun voll sei.

• Die Studenten antworteten einstimmig „ja“.

Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor, öffnete diese und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten. „Nun“, sagte der Professor, als das Lachen nachließ, „ich möchte, dass Sie dieses Marmeladenglas als Ihr Leben ansehen.

Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben

Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch erfüllen würden.

Er fuhr fort: „Die M&Ms symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles Andere, die Kleinigkeiten.“ „

Falls Sie den Sand zuerst in das Glas geben“, sagte der Professor, „hat es weder Platz für die M&Ms noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge.

Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand.“

Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll.

Der Professor schmunzelte:

„Ich bin froh, dass Sie das fragen. Das zeigt Ihnen, egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es ist immer noch Platz für ein oder zwei Bier.“

(Quelle: unbekannt)

Parabeltext und Foto aus aus:

4 Gedanken zu “Es gibt viele Abschiede in meinem Leben – dies ist ein Text über meinen Abschied von facebook – ein Gedicht und eine Parabel …

    1. Dir auch alles Liebe, Karin!
      Ich vermisse dich und viele andere auch und trotzdem passt es so. So ist das – ein lachendes und ein weinendes Auge.
      Ich bin zwar nicht mehr täglich auf fb, aber so hie und da ja noch immer präsent mit meinem Blog … 😉

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  1. Liebe Monika ich verstehe ihren Wunsch sehr gut. Möchte ihnen sagen dass ich ihre Beiträge immer sehr gern gelesen habe und sie mein Leben bereichert haben. Alles Liebe und Gute weiterhin!

    Gefällt 1 Person

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