Schlechtes Wetter, meine Hündin und ich

013

 

Heute Morgen war wieder einmal ein Morgen, an dem ich keine Lust hatte, aus dem Haus zu gehen. Der Himmel grau in grau, kalt. Nicht besonders kalt. Aber kalt genug um es auf das schlechte Wetter zu schieben. Ich sage es meiner Hündin – „nein, heute machen wir keinen Hundespaziergang“. Wir haben einen sehr großen Garten, deshalb hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen. Ich sollte es besser wissen, dass das nicht funktioniert.

Ich richte mich gemütlich bei meinem Computer ein. Samy steht neben mir. Nein, sie setzt sich nicht, sie steht. Sie steht und schaut mich an und wedelt und wedelt. Ich kann es nicht übersehen. Wenn sie könnte, würde sie mir wohl die Leine bringen.

Lange halte ich nicht durch. „Aber nur kurz. Wir gehen nur unsere kurze Strecke“ sage ich zu ihr, während sie bereits herumspringt.

Wir haben verschieden lange Strecken für unsere Hundespaziergänge. Von kurz, bis mittellang, bis zu ganz lang. Ich lebe zwar in der Landeshauptstadt von Niederösterreich, jedoch wir haben nur ca. 55.000 Einwohner. Also eher eine Kleinstadt. Da wir am Stadtrand wohnen, geht es gleich raus auf die Felder. Unsere kurze Strecke ist ein Feldweg bis ins nächste Dorf und wieder zurück. Mittellange Strecken gibt es einige. Die lange Strecke geht über die Felder zu den zwei Badeseen mit einer Umrundung von beiden Seen.

Nun, heute also die kurze Strecke. Am Ende der Strecke, wo es entweder ums Umkehren oder weiter auf die mittellange Strecke geht, hat sich mein Gefühl für das Wetter bereits verändert. Ich finde nicht mehr, dass es ein schlechtes Wetter ist. Eigentlich liebe ich diese Nebeltage. Und kalt ist mir sowieso nicht. Bin ich doch gut eingepackt und beim Gehen wird mir warm. Also – es geht weiter. Bei der Abzweigung ist meine Hündin mit mir stehen geblieben. Sie setzt sich und sieht mich von der Seite an. Sie lächelt. Ja, sie lächelt – das kann sie. Ich kann ihre Gedanken lesen, so wie auch sie meine liest. „Immer wieder das gleiche Theater“ denkt sie sich, und wir marschieren weiter.

Jetzt sitze ich wieder beim Computer. Bin froh, draußen gewesen zu sein. Samy liegt auf ihrer Hundedecke und streckt alle Viere von sich. Sie blinzelt mir zu und schließt ihre Augen. Ich bin mir sicher, gleich wird sie schnarchen.

Und ich werde dieses glückliche Lächeln auf meinen Lippen haben, das sich automatisch einstellt, wenn meine Hündin neben mir liegt und leise schnarcht …

 

 

 

 

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