Unsere Seele kann sich auf sich selbst zurückwenden …

„Ich will, dass man meinen natürlichen Gang sehe, so stolpernd er auch ist“

(Michel de Montaigne)

Das gefällt mir! Das will ich auch!

Die ersten beiden Bücher seiner schon zu Lebzeiten höchst erfolgreichen „Essais“ schrieb Montaigne während seines zehnjährigen Rückzugs in den Turm von Schloss Montaigne. Über die Notwendigkeit und Beschaffenheit eines gelungenen Rückzugs reflektieren auch die für die Sendung ausgewählten Textpassagen.

Es freut mich sehr, so viel über den Rückzug bei Montaigne zu finden. Der Rückzug, der für mich und meine Seele immer wieder so notwendig ist – manchmal mehr und manchmal weniger.

„Unsre Seele kann sich auf sich selbst zurückwenden; sie kann sich selbst Gesellschaft leisten …“

 

In der Spätrenaissance, in der die Religionen während der Hugenottenkriege viele Wahrheiten ins Wanken brachten, indem sie sie absolut setzten, begab sich der Humanist Michel de Montaigne (1533-1592) auf die Spur der alten Skeptiker, die postulierten, dass „es keinen Grund gibt, der nicht einen Gegengrund hat“ – wie beispielsweise Pyrrhon von Elis (ca. 360 – ca. 270 v. Chr.) geschrieben hatte. Als Konsequenz daraus ergab sich auf der Ebene der Logik das Verbot, Urteile zu fällen und auf der Ebene der Ethik die Toleranz. Auf der literarischen Ebene war die Konsequenz ein Schreiben, das keiner Doktrin, sondern nur dem Hin und Her der eigenen Gedanken folgt: der Essay war geboren.

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2 Kommentare zu „Unsere Seele kann sich auf sich selbst zurückwenden …

    1. Die „tüchtigen“ Leute vergessen vielleicht, oder wissen es vielleicht gar nicht, dass es nicht nur eine Realität gibt, sondern viele.
      Die „tüchtigen“ Leute haben vielleicht vergessen, dass es da drinnen in uns eine eigene Welt und Wirklichkeit gibt, und dass es für unsere Stabilität (von Seele wage ich nicht zu sprechen bei den „tüchtigen“ Leuten 😉 ) und Ausgeglichenheit sehr wichtig ist, dort immer wieder einzukehren …

      Liebe Grüße von einer, für die der Rückzug ebenso wichtig war wie das trubelige Leben. Das war es immer.
      Jetzt, im Alter, ist mir der Rückzug sogar wichtiger als das trubelige Leben … 🙂

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