Das Alter und ich …

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Wie sich die 50-jährige das Altwerden vorstellte und wie sie die Realität erlebte

 „Jedes Alter ist schön“ – sagte ich früher sehr oft.

Ich hatte meine Schwierigkeiten damit. Mit dem Satz weniger. Aber mit dem Älterwerden. Etwas widersprüchlich. Aber so war es. Das Älterwerden. Widersprüchlich. Für mich.

Es gibt sie, die Menschen, die kein Problem mit dem Älterwerden haben. Es tut gut, ihnen zuzuhören und zuzusehen. Jedoch – ich gehörte nicht dazu. Nicht immer. Mein Problem hatte aber weniger mit dem Älterwerden, als mit meiner Erwartungshaltung zu tun. Mit einer Erwartungshaltung, die nichts mit meiner Lebens-Realität des Altwerdens zu tun hatte. Darüber möchte ich erzählen.

Ich merkte, dass ich Bilder, die ich mir von meinem eigenen Alter gemacht hatte, loslassen musste.

In meinen Bildern vom Alter war ich immer unverändert unverbraucht, unversehrt, unangreifbar. In meinen Bildern und Vorstellungen, die ich mir im Zeitraum von meinem 40. bis 50. Lebensjahr ausgedacht hatte, ging ich von meinem damaligen Körper aus – meiner scheinbar unendlichen, kraftvollen Energie und meiner Attraktivität. Krankheiten kamen in meinen Bildern schon gar nicht vor.

Nachdem ich mit meiner ersten Berufslaufbahn die Wünsche meiner Eltern erfüllt hatte, begann ich mit 38 Jahren eine Ausbildung zur Psychotherapeutin. Als Berufseinsteigerin in meine Lebens-Berufung als körperorientierte Psychotherapeutin ging ich von der Voraussetzung aus – wenn ich nur alles richtig mache, dann passiert mir nichts. Das „alles“ waren die körpertherapeutischen Übungen (nach Wilhelm Reich, Alexander Lowen etc.).

Mein absoluter Glaube – wenn meine Energieblockaden gelöst sind und meine Energie frei fließen kann, werde ich nicht krank. Das war nicht nur ein Glaube, es war schon fast ein religiöser Eifer. Und es war ein Irrtum.

Lange Zeit war es auch so. Bis auf leisen Sohlen das Alter kam.

Mit meinem 53. Lebensjahr kamen die Wechseljahre in mein Leben. Ich hatte meine letzte Beziehung beendet. Es war keine große Liebe, eher eine Liebelei mit viel Spaß und Verrücktheit. Danach beschloss ich, durch meinen Wechsel alleine durchzugehen. Als ob ich es geahnt hätte, dass ich mich häute und wieder einmal eine ganz andere Frau zum Vorschein kommt. Eine, mit der ich erst einmal Mühe hatte, sie zu akzeptieren.

Wie es begann mit den Realitäten

Realität war – mit meinem 55er begann mein Körper sich zu verändern. Die Haut wurde schlaffer, faltig; die Gesichtszüge, die Brüste und der Bauch begannen nach unten zu sinken.

Es zeigte sich das eine oder andere Wehwehchen. Der Schock meines Lebens war mit 63 Jahren eine lebensbedrohliche Bauchspeicheldrüsenentzündung. Ich verbrachte eine Woche im Krankenhaus. Dabei stellte man fest, dass meine Bauchspeicheldrüse geschädigt ist und ich auf meinen geliebten Rotwein und Schokolade verzichten sollte. Sollte. Mache ich aber nicht immer. Nicht ganz.

In der Folge war auch eine Gallenblasenentfernung notwendig.

Mein erster operativer Eingriff! Entsetzen!

Auch meine Beweglichkeit und Belastbarkeit wurde und wird weniger. Sei dies nun bei Übersiedlungskartons schleppen, der Gartenarbeit, beim Wandern, beim Yoga, beim Nächte um die Ohren schlagen …

Oh Gott, wovon spreche ich denn da? Wann hatte ich mir denn das letzte Mal irgendetwas um die Ohren geschlagen …

Mein Körper, der so lange so gut funktioniert hatte, ließ mich im Stich! Welch eine Enttäuschung.

Realität ist – mit meinem 60er wurde meine Energie weniger. Meine unendlich geglaubten Kräfte schwanden. Ich wurde müde. Schaffte weniger als früher. Machte ein Mittagsschläfchen. Früher unvorstellbar!

Auch mein Schaffensdrang wurde weniger. Ich machte nicht mehr fünf Sachen und Projekte gleichzeitig. Ja, ich habe sogar meine Praxis geschlossen. Hatte ich doch das Bild von mir als 80jähriger Therapeutin – rastlos tätig und agil. Eine Vorstellung, dass ich eines Tages müde der Therapie, den Geschichten und psychischen Störungen der KlientInnen sein könnte, gab es nicht. Auch nicht, dass ich eines Tages die Verantwortung nicht mehr tragen möchte.

Meine Energie, die mir so unendlich erschien, wurde weniger. Welch eine Enttäuschung.

Realität ist – erst selbst entschieden für eine Weile beziehungslos zu sein, ist es mit der Partnersuche nicht mehr so leicht.

Das Tabuthema „Sexualität im Alter“, von dem ich bereits gewusst hatte, betraf mich nun selbst. Es fiel mir immer sehr leicht, Männer kennen zu lernen. Ich war zwei Mal verheiratet, hatte Lebenspartner, Geliebte und One-Night-Stands. Ich habe monogame Beziehungen gelebt und auch Polyamorie-Beziehungen.

Ich dachte nicht, dass ich eines Tages für die Männerwelt unsichtbar werden würde. Dass sich mir nicht mehr alle Blicke zuwenden würden, wenn ich einen Raum betrete. Und wenn, dann nur kurz.

Die selbstverständliche Attraktivität als Frau und Partnerin scheint mit den Jahren verschwunden zu sein. Auch eine Enttäuschung.

Realität ist – ich habe jahrzehntelange im Hier und Jetzt gelebt – was kostet die Welt …

Nur ja nichts Sparen. Doch Jetzt erlaubten mir meine Finanzen nicht, meine Träume, die ich für das Alter hatte, umzusetzen. Meine Träume waren ein Haus in der Toscana und durch die Welt zu reisen. Doch womit denn? Ich dachte nicht daran, dass ich, wenn ich einmal aufhören würde als Therapeutin zu arbeiten, ich von meiner Pension leben muss. War dieses Aufhören doch auch nicht vorgesehen.

Der Geldfluss war versiegt. Welch eine Enttäuschung.

Das Loslassen und die Akzeptanz – es ist, wie es ist – war ein langer Prozess.

Ein notwendiger – um gut im Hier und Jetzt landen zu können.

Ich lebe in einem kleinen Häuschen mit einem großen Garten. Im Haupthaus wohnt mein Sohn. Das ist in Ordnung so.

„Ausgedinge“ nannte man das früher. „Altenwohnsitz“ heute.

In Gehnähe gibt es wunderschöne Badeseen. Ich habe liebevolle und nährende Freundschaften. Liebesbeziehung(en) habe ich keine. Das fehlt, und auch wieder nicht. Denn ich lebe und bin auch sehr gerne alleine.

Männer sind eine eigene Geschichte. Mit älteren Männern kann ich nichts anfangen. Und sie nicht mit mir. Ich sei zu selbständig / brauche zu viel Zeit für mich allein – hörte ich.

Jüngere Männer interessieren mich. Und ich sie auch. In den letzten 35 Jahren war ich mit jüngeren Männern zusammen – ein beidseitiger Gewinn. Um sie kennen zu lernen, muss ich / will ich / wieder mehr hinaus aus meinem Schneckenhaus in die Welt.

Zwar weitaus langsamer und nicht mehr so stürmisch, aber doch …

Ob ich noch an die Liebe glaube? Ja, natürlich!

Falls sie kommt, freue ich mich! Sehr! Falls nicht, geht’s mir auch gut.

Aus meiner LiebesBunt-Gedichtreihe:

Heute

Ist die Liebe

SommerHimmelDunkelbau

Grüne Weingärten

Silbrigglitzernde Olivenbaumblätter

Du und ich

Versteckt hinter Ginster

Im kühlen Wasser des Teiches

Ineinander verschlungen

(30. August 2016)

 

Nun von der dunklen Seite „meines“ Alterns – von dem, was alles nicht ist, zur hellen Seite – dem was ist.

Ich habe ein Grundeinkommen – die Pension.

Ich komme zur Ruhe und ich habe Zeit.

Wenn ich mir Zeit lasse und achtsam bin mit mir und meiner Umwelt – spüre ich Zufriedenheit und Glücksmomente. Über vieles. Auch und vor allem über Kleinigkeiten. Ich habe viel gelebt und erlebt – sehr viel. Viele Menschen suchen sich im Alter eine neue Aufgabe. Das ist gut so. Ich habe so viele Aufgaben und Fleißaufgaben erledigt, so viel gemacht und Verantwortung getragen, dass ich es mir erlaube – einfach nichts zu tun.

Wobei das mit dem Nichtstun, na ja – sogar bei der Meditation tut man nicht einfach nichts. Um ein paar Momente Nirvana / das ewige Nichts / Urgrund des Seins* zu erleben, muss man schon sehr viel tun.

Und so schreibe ich hie und da ein Gedicht und meine Gedanken nieder. So manches Mal auch auf Wunsch Texte für FreundInnen, ich unterstütze Kolleginnen.

Und meine Schatzkiste ist bis oben voll. Ich kann sie jederzeit öffnen, darin herumkramen und mich freuen.

Und so hatte das Leben der Vergangenheit im Hier und Jetzt auch seinen Sinn. Ich habe nicht das Gefühl allzu viel versäumt zu haben. Weniges vielleicht. Aber das kratzt mich nicht.

Enttäuschungen und Schmerzliches zu verbalisieren – Auszusprechen oder Aufzuschreiben, holt es aus der Dunkelheit ins Licht und die (zer)störende Kraft des Ungesagten und Ungezeigten schwindet. Es wird leichter. Und eines Tages schwindet es ganz.

Betty Davies drückte es zu ihrem 70. Geburtstag sehr drastisch aus, wenn sie meinte: „Altwerden ist nichts für Weicheier.“

„Verfallen müssen wir lernen“, sagt Thekla Carola Wied zu dem an Demenz leidenden Matthias Habich in dem Film „Sein gutes Recht“.

Ja, Verfallen muss / möchte ich lernen. Nein, mir fällt das nicht leicht und ich bin mitten drin. Möge die Übung gelingen …

Und so könnte ich, wenn ich all die Bilder von meinem Alter, die ich mir in meiner Mittelalterphase von 40 – 50 gemacht habe, loslasse, ein zufriedenes Leben leben.

Könnte ich? Nein, kann ich …

 

* Der Begriff „Urgrund des Seins“ stammt von dem englischen Dichter Gerard Manley Hopkins: „ Ground of being, and granite of it: past all / Grasp, God“

 

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24 Kommentare zu „Das Alter und ich …

  1. Liebe Monika,
    annehmen, was ist – nicht so einfach. Ich habe häufig abends Vorträge gehalten, kam dann erst spät nach Hause und trotzdem klingelte für mich und meinen Mann um 5.20 Uhr der Wecker. Jetzt ( ich bin 56) merke ich, dass ich das nicht mehr ohne weiteres wegstecke – und wohl auch nicht muss. Mal wieder ist es Zeit, etwas zu verändern…
    Danke für Deine offenen Zeilen.
    Grüße vom Meer, Bri

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    1. Liebe Bri, in den letzten Tagen dachte ich mir – eigentlich gibt es zwei Lebensphasen, in denen große Veränderungen auch auf der körperlichen Ebene geschehen. Das eine ist das Alter und das andere die Pubertät, das Erwachsenwerden.
      Beide male geht es darum, auf die körperlichen Veränderungen zu reagieren, die so große Veränderungen auf allen Ebenen des Seins nach sich ziehen …
      So wie du schreibst – mal wieder ist es Zeit, etwas zu verändern … 🙂
      Grüße von den Seen
      Monika

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  2. Vielen lieben Dank für diesen prima Artikel.
    Ich bin zwar erst 38, merke aber schon, wie die Zeit immer schneller vergeht. Ich werde langsam älter, die ersten grauen Haare sind schon da und ich mache mir viele Gedanken übers Alter.
    Meine Vermutung ist, dass das Wichtigste ein großer Erinnerungsschatz ist. Kann das sein?
    Ich versuche, mein Leben so zu leben, dass ich später angenehme Erinnerungen habe, in denen ich dann schwelgen kann, wenn mir nichts anderes mehr bleibt..

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    1. Lieber Ingo, wie ich auch in meiner gestrigen Erzählung über die Endlichkeit geschrieben habe, begann auch ich mich mit 40 Jahren nicht nur mit dem Älterwerden, sondern auch mit Tod und Sterben zu beschäftigen. Wie geschrieben – graue Theorie 😉 Trotzdem wichtig! Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die diese Themen verdrängen. Man lebt einfach anders, wenn man sie zulässt und reinholt in das Leben – wo sie auch hingehören …
      Das Wichtigste ist meiner Meinung nach – ausgenommen der Gesundheit, die nicht wirklich beeinflussbar ist – ein guter Herzensmenschen-Kreis, muss nicht groß sein und kann entweder die Familie sein oder auch FreundInnen, und – ja, ein möglichst großer (! 😉 ) Erinnerungsschatz!
      Aber – wenn ich das sagen darf – Vorsicht mit den „angenehmen“ Erinnerungen – damit du nicht „zu vorsichtig“ wirst, und nicht riskierst zu leben! Denn, heute kann ich sagen, dass alles „wichtige“ Erinnerungen sind – mögen sie in dem Moment des Erlebens angenehm oder unangenehm gewesen sein. Ich möchte sie nicht missen!
      Liebe Grüße Monika 🙂

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  3. Liebe Monika Chandana,ich bin tief berührt über das Was und Wie…des Alters beschreibst.Es tut gut diese Offenheit zu lesen…Selbst bi ich 61,und entdecke dieses Neue Körper,Empfindungsland.Danke dir.
    Bon vent!
    Anna Livia.

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  4. Liebe Monika, ich bin auch auf dem <Weg des "älter werdens" ich bin 56. Es ist so wie du schreibst. Was man früher gedacht hat, was werden wird, wenn man/frau älter, ist so nicht eingetroffen. Es ist immer ein umdenken und akzeptieren im Gange… Aber man muss sich halt bewußt werden, das es ein Ende haben wird. Und das man sich den Weg dorthin so angenehm wie möglich machen sollte. Was aber sicher nicht immer leicht ist… Wünsche dir einen schönen Tag und freue mich schon auf deine nächsten Geschichten… Lg

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    1. Lieber Hans, die Antworten auf diesem Blog und die persönlichen Nachrichten mit Email bestärken mich darin, über mich zu erzählen. Denn alles was wir erleben, erleben andere auch. Und wenn es andere auch erleben – dann können wir uns mitteilen! Und uns mitzuteilen verbindet uns. Ich finde es daher schön und ein Dankeschön für dich, dass du dich mitteilst!Freut mich 🙂

      LG Monika

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  5. Liebe Monika, danke für diesen schönen Text. Ich bin 60 und finde mich in fast jedem deiner Gedanken und Erfahrungen wieder. Irgendwie habe ich geglaubt, ich wäre allein mit meinen schmerzlichen Altersbeginn-Erfahrungen. Es tat mir sehr gut, von deinen zu hören. Vor allem die Idee dass ich alles richtig machen könnte und dann ewig gesund und fit bleiben könnte war wohl ziemlich hybrid. Auch dass du einen geliebten Beruf schließlich aufgeben wolltest, hat mich sehr berührt denn es ging mir ebenso. Herzlich,Judith

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    1. Liebe Judith, danke für deine Nachricht und den Bericht über deine Erfahrungen. Ich war 25 Jahre lang Psychotherapeutin und habe in dieser Zeit viel über das Leben gelernt. Eines davon ist – dass wir mit nichts, was wir im Leben empfinden – unseren Ängsten und Freuden etc.; mit nichts, was wir erleben, allein sind. Nur viele, allzu viele glauben, dass es ein persönliches Versagen ist, mit etwas nicht zurecht zu kommen. Das stimmt aber nicht. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass diejenigen von uns, die bereit sind, etwas von ihrem Leben zu zeigen, es auch tun, weil es andere stärkt und ihnen Mut macht!

      Deinen Mutter.Tochter.Reiseblog finde ich wunderbar! Und auch, dass du darüber ein Buch geschrieben hast!
      Siehst du, und da habe ich gleich eine Frage an dich. Ich war zwar schon viel auf Reisen, jedoch noch nie auf Lanzarote. Nun überlegen meine Kusine und ich – meine Kusine 56 und ich 67 – die zwei Wintermonate Jänner und Februar auf den Kanarischen Inseln zu verbringen. Wir such daher eine kleine, günstige Wohnung / ein kleines Häuschen mit 2 Zimmern am Meer. Weißt du da etwas? Oder kannst du mir Kontakte vermitteln?

      Freue mich auf deine Antwort und wünsche dir eine gute Zeit
      herzlichst Monike

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  6. Liebe Monika, ich kann dich so gut verstehen. Mir geht es ähnlich. Auch ich hatte mir das Alter anders vorgestellt, wollte lange arbeiten und mir noch einige Träume erfüllen.
    Durch die Insolvenz der Firma meines Mannes und seinen Tod vor 2 Jahren blieben mir nur Schulden statt Vorsorge. Im letzten Jahr bin ich an Krebs erkrankt. Nun habe ich meine Firma aufgegeben und werde in Rente gehen. Meine Kräfte reichen einfach nicht mehr. Die Finanzen werden allerdings nur für ein bescheidenes Leben reichen. Nach 49 Jahren Vollzeitarbeit macht mich das traurig.
    Aber man muß hinnehmen, was man nicht ändern kann. Ich wünsche dir trotzdem, dass du mit dir ins Reine kommst und eine schöne 3. Lebenshälfte (haha) erlebst.
    Liebe Grüße
    Karin

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    1. Liebe Karin, danke für deine Antwort und dein Erzählen! Meine guten Wünsche begleiten dich …
      Ja, man muss hinnehmen, was man nicht ändern kann. Und vor allem, man muss die Wünsche und Pläne loslassen und sich neu orientieren. Ich bin mit mir im Reinen – weil nach dem Durchleben von Trauer, Enttäuschung, etc. die Akzeptanz kommt. Nicht gleich – aber sie kommt. Ich habe jetzt einen Folgetext geschrieben, weil einige meinen, dass es mir nicht gut geht. Nein, mir geht es gut. Ich hoffe, dass ich das durch den Folge-Essay verständlich machen kann.
      Die liebe Grüße und alles Gute
      Monika

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  7. Wenn ich an die alten Menschen meiner Kindheit auf dem Land denke – und sie kamen mir sehr alt vor, obwohl sie kaum über 60 waren -, dann hatten sie alle dunkle Kleidung an – dunkelblau war schon farbig. Meine Mutter hat mit Mitte 60 ihr Haus verkauft und zog in eine Wohnung. Sie ist noch zweimal umgezogen, jedes Mal in eine kleinere Wohnung. Sie hat sich immer wieder von Dingen getrennt.

    Ich werde froh sein, wenn ich über 60 sein werde und keine dunkle Kleidung tragen werden, und ich hoffe, dass ich mich ebenfalls rechtzeitig von den Dingen trennen kann.

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    1. Liebe Cecilia, danke für die Aufnahme im Klub!Ich binnoch immer viel mit jüngeren Menschen zusammen und freue mich daher über jeden Kontakt in meinem Alter!

      Liebe Grüße Monika

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  8. Hallo Monika. Aufmerksam habe ich Deinen Artikel gelesen. Ich habe die 60 auch schon überschritten und mein Geschäft nach fast 40 Jahren geschlossen. Es fehlt mir nicht, obwohl mir das niemand glauben will. Ich genieße meine Freiheit. Was ich oft sah, als ich jünger war. Frauen in Pension, die alleine waren geschieden oder verlassen. Dann die finanzielle Situation oft sehr sehr schlecht. Das wollte ich vermeiden und habe etwas vorgesorgt.Darüber bin ich heute sehr froh. Aber Du bist ja nicht alleine, wenn Dein Sohn in der Nähe wohnt. Ich glaube auch noch immer, dass ich noch alles kann, aber eben nicht muß.
    Lg. Gabi

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    1. Liebe Gabi, ja, ich bin auch sehr froh, dass ich meine Praxis nicht vermisse. Es war einfach genug.
      Es geht mir auch gut. Ich wollte einfach einmal alles niederschreiben, was mir im Laufe dieses Prozesses durch Kopf und Gemüt gegangen ist. Ein Resümee ziehen.

      Einige von den als „Enttäuschung “ angesprochenen Themen haben sich mittlerweile auch erledigt / aufgelöst. Aber es war eine Zeit lang da und hat mich sehr beschäftigt. Ich genieße jetzt sehr meinen Rückzug und die Zeit für mich. Z.B. zum Schreiben. Ich schreibe nicht nur über mein Leben, sondern auch Geschichten und Gedichte. Vor allem Gedichte. Aber das wirst du ja bereits auf meiner Seite gesehen haben …

      Liebe Grüße Monika

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