Mysteriöses – Die Bäckerin I

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Anna ist von der Fahrt erhitzt. Am Hügelkamm, inmitten der alten Kastanienbäume liegt ihr kleiner Hof. Sie streckt sich und genießt die warme Morgensonne auf ihrer Haut. Für einen Moment lang. Ein kühler Wind streicht um ihre Beine und sie schaut zu den Bäumen, die noch im Schatten stehen. Ihr Magen krampft sich zusammen und der Brustkorb wird eng. Das unangenehme Gefühl. Nein, denkt sie, jetzt nicht – jetzt nicht mehr. Sie nimmt die Tüte mit dem Gebäck aus dem Fahrradkorb und betritt das Haus. Kurz zögert sie, als sie über die Schwelle tritt. Dann geht sie raschen Schrittes ins Schlafzimmer. Andreas! Das Bett ist leer.

Annas Gedanken überschlagen sich. Sie versucht sie einzubremsen. Wenn die Gedanken zum Stillstand kommen, entstehen Bilder. Bilder an ein anderes leeres Bett. Sie ist 10 Jahre alt und sucht ihren Vater. Die Leerstellen in ihrem Kopf füllen sich. Bilder die sie nicht mehr sehen wollte und doch sind sie da. Sie sieht sich auf die Suche nach ihrem Vater durch das ganze Haus laufen, hinaus in den Stall und in den Garten. Dort neben dem Hackstock, inmitten der dunkelrot gefärbten Holzscheite liegt ihr Vater. Die Hacke in seiner Brust. Anna schaut auf das leere Bett. Andreas! Auch ihr Vater hat Andreas geheißen.

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